Transaktionsanalyse
Die Transaktionsanalyse (TA) bezeichnet eine aus der Psychoanalyse abgeleitete Theorie und ein daraus folgendes psychotherapeutisches_Verfahren, dessen Begründer der kanadische Psychiater Eric Berne (1910-1970) ist. Erste Ideen zur TA hat Berne bereits in den fünfziger Jahren entwickelt.Grundlagen
• Vertragsorientierung]]' target='blank'>zwischen Patient / Klient und Arzt / Therapeut / Berater
*, also der Kommunikationsebene, auf der wir uns über unsere Kommunikationsmuster austauschen, hat der in Transaktionsanalyse geschulte Mensch die Möglichkeit, mehr Klarheit über die Beziehungsebene zwischen den Beteiligten in ein Gespräch hinein zu bringen.
Entsprechend diesem Modell kann sich jemand wie folgt verhalten:
* fürsorglich oder kritisch (Eltern-Ich-Zustand)
* der Situation angemessen und logisch (Erwachsenen-Ich-Zustand)
* natürlich oder angepasst z.B. rebellisch (Kind-Ich-Zustand).
Ziel der TA
Das Ziel der TA ist ein Akzeptieren der eigenen Person (Ich bin o.k., so wie ich bin, auch mit meinen Defiziten) und eine Veränderung des gewohnten, bislang gelebten eigenen Verhaltens. Die so gewonnene Klarheit gegenüber eigenen Gefühlen und Wertungen hilft dem Klienten / Mitarbeiter Handlungsspielraum gegenüber anderen Menschen zu gewinnen, weil er durch den trainierten (intrapersonellen) Dialog in der Lage ist, Klarheit auch über die tatsächlichen Erwartungen seines Gegenübers zu erreichen.
Die Wirksamkeit der Methode entwickelt sich in der Dynamik sich begegnender unterschiedlicher Aktionszustände, welche durch oftmals nicht erwartete Reaktionen beantwortet werden. Diese dann in der Transaktion im Dialog entstehenden Möglichkeiten (parallele, überkreuzte oder verdeckte Transaktion) gilt es zu erkennen und einzuschätzen. Durch die wertschätzende Konfliktbewältigung erzielt die TA auch die Möglichkeit, sich selbst besser zu erkennen und durch das Zuordnen der eigenen Bewusstseinszustände beiden Seiten im Kommunikationsprozess einen erweiterten Interventionsspielraum zu ermöglichen oder die eigenen Kommunikationsmuster mehr von außen zu betrachten und bei Bedarf zu verändern.
Das Ziel, auch in schwierigen Situationen adäquat agieren und reagieren zu können, kann sowohl im persönlichen wie im professionellen Bereich eine wertvolle Hilfe im Umgang mit kritischen Partnern oder aufgebrachten, enttäuschten oder Hilfe suchenden Personen bieten.
Transaktionen
Um den Fluss der Kommunikation zu betrachten, wird in der Transaktionsanalyse jeweils eine Äußerung einer Person A und die direkte Reaktion von Person B als eine Transaktion bezeichnet. Nun kann analysiert werden, aus welchem Ich-Zustand Person A sich geäußert und aus welchem Ich-Zustand Person B reagiert hat.
Erfolgt die Reaktion aus dem angesprochenen Ich-Zustand, nennt man sie eine parallele Transaktion. Parallele Transaktionen werden in der Regel parallel fortgesetzt. Erfolgt die Transaktion aus einem unerwarteten Ich-Zustand, wird sie gekreuzte Transaktion genannt. Gekreuzte Transaktionen ziehen häufig bei einem oder bei beiden Gesprächspartnern einen Wechsel des Ich-Zustandes nach sich.
Von verdeckten Transaktionen spricht man dann, wenn unter einer offenen Botschaft noch eine zweite liegt, die meist nonverbal aus einem anderen Ich-Zustand als dem der offenen Botschaft vermittelt wird. Verdeckte Botschaften münden - wenn sie nicht bewusst gemacht und offen angesprochen werden - häufig in psychologischen Spielen.
Spiele
Mit Spielen werden in der Transaktionsanalyse komplexe Transaktionen beschrieben, die immer wiederkehrende Muster aufweisen und zum Schluss meist mit unguten Gefühlen ausgehen - im Gegensatz zu dem, was üblicherweise unter Spiel verstanden wird. Spiele dienen in der Regel dazu, die eigene Lebensposition und das Bild was wir von anderen bzw. uns selber haben, zu bestätigen. Ein typisches Spiel wird z.B. aus der Opferposition heraus begonnen z.B. mit dem "Ruf nach Hilfe". Beteiligte können in dieses Spiel einsteigen und Vorschläge zur Lösung anbieten ("Warum machst du nicht..?"). Das Opfer hält aber seine Position aufrecht, indem es die Vorschläge abwertet ("Ja, aber....). Die Überzeugung "Ich bin hilflos" wird durch dieses Spiel aufrechterhalten und bestätigt.
Das Dramadreieck von Stephen Karpman hilft bei der Klärung solch unproduktiver Kommunikationsabläufe.
In besonderen Situationen, z. B. bei verbalem Flirten, können von den Transaktionspartnern auch Spiele im Sinne der Transaktionsanalyse entwickelt werden, die von den Beteiligten als angenehm und reizvoll empfunden werden.
Verbreitung in Deutschland
Nach einer populären Veröffentlichung von Thomas A. Harris ist die Transaktionsanalyse in Deutschland heute relativ bekannt. Dieser Mitarbeiter von Eric Berne hat sein Buch, wie er selber sagt, populärwissenschaftlich verkürzt mit "Ich bin o.k. - Du bist o.k." betitelt und war sich im Klaren über die provokative Botschaft einer solchen Reduzierung. Dieser Titel, der der Tiefe des Verfahrens bei weitem nicht gerecht wurde, verhalf der TA jedoch in Deutschland zu relativer Bekanntheit über den Bereich der therapeutischen Fachkreise hinaus.
Die Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse (DGTA) ist der Berufsverband von 1.500 TransaktionsanalytikerInnen, die in den folgenden Feldern tätig sind:
Psychotherapie,
Beratung,
* Wirtschaft und Organisation,
Pädagogik und Erwachsenenbildung.
Schulen der TA Handwörterbuch der Transaktionsanalyse. Sämtliche Begriffe der TA praxisnah erklärt. Leonhard Schlegel; 2. Auflage 2002; Seite 258ff ([http://www.dsgta.ch/ressourcen/ta-handwoerterbuch Onlineversion]).
* Klassische Schule: Berne und unmittelbare Ergänzungen seiner Modelle.
Neuentscheidungstherapie : Verwendet Techniken aus der Gestalttherapie um Emotionales erfahrbar zu machen. (Mary und Robert Goulding 1965)
* Asklepieion-Gründung: Transaktionsanalyse in Strafanstalten (Martin Groder 1977)
* Schule um Steiner: Radikale Psychiatrie im Ramen der Transaktionsanalyse (Ein Teil der Antipsychiatrie Bewegung)
* Cathexis-Schule oder Schiff-Schule.
TA-Einfluss auf andere Methoden
Die Neurolinguistische Programmierung (NLP) sowie die Themenzentrierte Interaktion (TZI) haben das Hauptaxiom der gegenseitigen Akzeptanz als Grundlage hilfreicher Kommunikationsarbeit aus der TA übernommen.
Kritik
* Es war Eric Bernes Anliegen, mit den Ich-Zuständen nur beschreibbare Realitäten zu fassen. Dies führte nicht selten zum Missverständnis, als handele es sich bei den Ich-Zuständen selber um vorhandene Gegebenheiten. Sowohl Berne als auch die TA-Theorie bis in die Gegenwart sind sich jedoch des Modell-Charakters der Ich-Zustände und aller daraus abgeleiteten Hypothesen und Regeln bewusst: Die Realität ist immer komplexer als eine Landkarte der Realität es zeigt.
* Mit dem Buch "Ich bin o.k - Du bist o.k" von Harris wurde die TA zwar populär, aber es war Anlass zu einer vereinfachenden und daher mit Recht kritisierten "Mickey-Mouse-Theorie".
* Die ursprüngliche TA beschränkte sich eher auf die Untersuchung individueller Transaktionen. Die komplexen Strukturen im Systemumfeld, die oft das eigentliche Konfliktpotenzial darstellen, blieben jedoch kaum berücksichtigt. Dieses Anliegen wurde stärker durch eine Systemische TA aufgenommen.
Siehe auch
• Information]
• Kompetenz]
•_
• Körpersprache
*Kompetenz]
•_
• Verständigung
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Literatur
*Eric Berne: "Was sagen Sie, nachdem Sie Guten Tag gesagt haben?" Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 19., Aufl. (Januar 2004) ISBN 3-596-42192-6
*Eric Berne: "Spiele der Erwachsenen, Psychologie der menschlichen Beziehungen". Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN 3-499-16735-2
*Thomas A. Harris: "Ich bin o.k. Du bist o.k.". Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN 3-499-16916-9
*Rüdiger Rogoll: "Nimm dich, wie du bist. Wie man mit sich einig werden kann". Freiburg 1976
*Fanita English: "Transaktionsanalyse. Gefühle und Ersatzgefühle in Beziehungen" ISBN 3-894-03423-8
*Claude M. Steiner: "Wie man Lebenspläne verändert. Die Arbeit mit Skripts in der Transaktionsanalyse" ISBN 3-873-87192-0
*Ian Stewart, Vann Joines: "Die Transaktionsanalyse", 2004. (dieses Buch bietet auch für Nicht-Therapeuten einen guten Überblick über die TA; weiter besteht die Möglichkeit der Selbstanalyse, wenn die im Buch genannten Übungen konsequent durchgeführt werden)
*Leonhardt Schlegel: "Die Transaktionale Analyse" ISBN 3-825-28007-1
*Bernd Schmid: "Systemische Professionalität und Transaktionsanalyse". Mit einem Gespräch mit Fanita English. EHP, Bergisch Gladbach 2003, 2. Aufl. 2004, ISBN 3-89797-019-8
Links
*[http://www.dgta.de/index.shtml DGTA - Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse
• ÖATA - Österreichischer Arbeitskreis für Tiefenpsychologische Transaktionsanalyse
• DSGTA - Deutschschweizer Gesellschaft für Transaktionsanalyse
• EATA - European Association for Transactional Analysis
• ITAA - International Transactional Analysis Association
• ÖTISO - Österreichisches transaktionsanalytisches Institut im Sozial- und Organisationsbereich
• Transaktionsanalyse und Egogramm, Erläuterung und interaktiver Persönlichkeitstest mit Kurzauswertung
• Die TA aus psychologischer Sicht
• Handwörterbuch der TA von Dr. Leonhard Schlegel

