Arbuskuläre Mykorrhizapilze
{| class="taxobox"! Arbuskuläre Mykorrhizapilze
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| Klassifikation: || Lebewesen
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| Eukaryoten (Eucaryota)
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| : || Walker & A._Schüssler, 2001
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Glomeromycetes
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Die Glomeromycota oder Arbuskuläre Mykorrhizapilze oder kurz AM-Pilze sind die verbreitetsten und ältesten Glomus und Gigaspora. Die größten Sporen der Glomeromycota werden fast 1 mm groß, die kleinsten nur etwa 40 µm. Manche Arten bildet bisweilen Fruchtkörper, die bis 3 Zentimeter Durchmesser haben können (hypogäische Fruchtkörper) und Sporenclustern oder Sporokarpe darstellen.
Evolution
Die Entstehung der arbuskulären Mykorrhiza durch Glomeromycota lässt sich in das Zeitalter des Ordovizium datieren, als erste moosähnliche Pflanzen begannen, das Festland der Erde zu besiedeln. Vermutlich existieren AM-Pilze bereits seit 900 oder gar 1200 Millionen Jahren, sie sind also schon wesentlich älter als die Landpflanzen. Als Symbiosepartner kamen damals Cyanobakterien in Frage. Diese Möglichkeit wird gestützt durch die heutige Existenz einer Glomeromycota (Geosiphon pyriformis) Symbiose mit Cyanobakterien (Nostoc), welche die einzige bekannte Endosymbiose eines Pilzes mit Cyanobakterien ist.
Kennzeichen
Da die Hyphen der Pilze in die Rindenzellen der Pflanzenwurzeln eindringen, spricht man von einer Endomykorrhiza (gr. endo = innen). Die von den Pilzen gebildeten bäumchenartigen Hyphenstrukturen innerhalb des Wurzelgewebes sind charakteristisch für die Glomeromycota und heißen (nach dem lateinischen Wort arbusculum für Bäumchen) Arbuskel. An der Wurzel selbst wird nur ein lockeres Hyphennetz gebildet, dort können sich Chlamydosporen bilden, die der asexuellen Fortpflanzung dienen. Die Wurzelhaarbildung wird nicht unterdrückt.
Unterschied zu anderen mykorrhizierenden Pilzen
Eine größtenteils äußerliche Umhüllung der Wurzel durch den Pilz mit Eindringen in die Interzellulare zwischen den obersten Wurzelzellen des Pflanzengewebes heißt Ektomykorrhiza (gr. ekto = außen). Sie ist die verbreitetste Mykorrhiza der meisten Waldbäume. Bei der Endomykorrhiza dringen die Hyphen des Pilzes sogar bis in die Wurzelzellen ein. Daneben gibt es noch weitere Formen der Mykorrhiza als Anpassung an extreme Lebensräume: Ericoide Mykorrhiza, Monotropoide Mykorrhiza, Orchideenmykorrhiza, Ektendomykorrhiza und Arbutoide Mykorrhiza.
Systematik
Nach [http://www.tu-darmstadt.de/fb/bio/bot/schuessler/amphylo/amphylogeny.html AMF phylogeny (TU Darmstadt)] sind die Glomeromycota folgendermaßen systematisiert:
Reich: Pilze (Fungi)
Abteilung: AM-Pilze (Glomeromycota)
Klasse: Glomeromycetes
*Ordnung: Glomerales
**Familie: Glomeraceae
***Gattung: Glomus (mind. 3 weitere Gattungen)
*Ordnung: Diversisporales
**Familie: Acaulosporaceae
***Gattung: Acaulospora
***Gattung: Entrophospora
**Familie: Diversisporaceae
***Gattung: Diversispora (mind. 1 weitere mit 'Glomus group C' Arten)
**Familie: Gigasporaceae
***Gattung: Gigaspora
***Gattung: Scutellospora
**Familie: Pacisporaceae
***Gattung: Pacispora
*Ordnung: Archaeosporales
**Familie: Archaeosporaceae
***Gattung: Archaeospora
**Familie: Geosiphonaceae
***Gattung: Geosiphon
*Ordnung: Paraglomerales
**Familie: Paraglomeraceae
***Gattung: Paraglomus
Wie man unschwer feststellen kann, haftet der vorangehenden, auf einer molekularen Phylogenie aufbauenden, Systematik noch etwas Vorübergehendes an. Die Gattung Glomus ist noch immer polyphyletisch, d.h. sie ist nicht aus einem gemeinsamen Vorfahren hervorgegangen. Eine weitere Veränderung der Systematik aufgrund neuerer genbasierenden Untersuchungen ist zu erwarten.
Abgrenzung
Die früher zu den Glomerales gestellte Gattung Endogone (ein typischer Vertreter der Jochpilze) hat nichts mit den Glomeromycota resp. Glomeromycetes resp. Glomerales zu tun.
Weblinks
• Das fünfte Pilz-Phylum: die Glomeromycota (PDF; 1,13 MB)
*http://www.ipb-halle.de/myk/start/glossar/arbuskulaere.html
*http://www.amf-phylogeny.com
• Glomeromycota by Tolweb (englisch)

