Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen (uni-assist) e.V.
Die Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen (uni-assist) e.V. ist eine gemeinsame Einrichtung von bundesdeutschen Hochschulen, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). uni-assist überprüft im Auftrag seiner Mitgliedshochschulen ausländische Studienbewerbungen nach den Vorgaben der einzelnen Hochschulen. Die entsprechend ausgefilterten und elektronisch aufbereiteten Bewerbungen leitet uni-assist an die Hochschulen weiter. Dort werden sie weiterbearbeitet und in das allgemeine Zulassungsverfahren der Hochschulen integriert. uni-assist ist weder für hoheitliche Fragen wie Zulassung oder Bewerberauswahl an den Hochschulen noch für aufenthaltsrechtliche Entscheidungen zuständig.
Neben Einrichungen wie beispielsweise der Akademischen Prüfstelle (APS) in China und in der Mongolei und dem TestDaF-Institut mit seinen weltweiten Zentren ist auch uni-assist eine der Einrichtungen, die im Zusammenhang mit den Internationalisierungsbestrebungen der deutschen Hochschulen entstanden. Sie sollen internationale Studieninteressierte bei der Bewerbung an deutschen Hochschulen unterstützen und klar definierte Standards gewährleisten, ohne die Hochschulen in ihren individuellen Auswahlverfahren einzuschränken. uni-assist ist in Teilen die deutsche Entsprechung internationaler Einrichtungen wie beispielsweise Universities_and_Colleges_Admissions_Service (UCAS) in Großbritannien.
Aufgaben
uni-assist übernimmt für seine Mitgliedshochschulen ausschließlich die administrative Vorbearbeitung internationaler Studienbewerbungen nach formalen Kriterien: Hierzu gehören neben der Überprüfung der Echtheit und Vollständigkeit der Dokumente vor allem die inhaltliche Bewertung ausländischer Zeugnisse nach den Bewertungsvorschlägen der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZaB) bei der Kultusministerkonferenz (KMK). Die ZaB legt fest, ob ausländische Sekundarschul-Abschlüsse als dem deutschen Abitur gleichwertig gelten oder ob für eine Zulassung zum Hochschulstudium weitere Bildungsnachweise erforderlich sind wie beispielweise der Nachweis einer bestandenen Hochschulaufnahmeprüfung oder von Studienzeiten im Heimatland, der Abschluss des Studienkollegs in Deutschland oder ob besondere zusätzliche Kriterien erfüllt sein müssen wie etwa bestimmte Fächerbelegungen in den letzten Jahren der Sekundarschule oder erreichte Mindestnoten.
Daneben ermittelt uni-assist die deutschen Entsprechungen zu den ausländischen Zeugnisnoten und überprüft weitere hochschuleigene Zulassungskriterien wie zum Beispiel Sprachkenntnisse oder das Vorhandensein von Praktikumsnachweisen, Lebensläufen, Empfehlungsschreiben, APS-Zertifikat bei chinesischen Bewerbern und ähnlichem.
Ziele
Für internationale Studienbewerber ergibt sich der Nutzen, dass sie für inzwischen fast 100 deutsche Hochschulen (Stand: Mai 2007) eine zentrale Anlaufstelle haben, an die sie ihre Dokumente schicken. Gegen entsprechenden Aufpreis kann man sich mit einem Satz Dokumente an beliebig vielen uni-assist Hochschulen bewerben. uni-assist garantiert die umgehende Bearbeitung und detaillierte Auskunft über eventuelle Mängel der Bewerbung und wirbt damit, dass internationale Studienbewerber erstmals aktive und verbindliche Unterstützung bei der Bewerbung um einen Studienplatz in Deutschland finden.
Frei gewordene Kapazitäten wollen die uni-assist Hochschulen für bessere Betreuung und spezielle Förderprogramme für ihre ausländischen Studierenden einsetzen, da die Quote der Studienabbrecher gerade in dieser Gruppe besonders hoch ist. Als Gründe hierfür vermutet man sowohl Mängel bei der bisherigen Praxis bei der Bewerberauswahl als auch ungenügende Hilfsangebote der Hochschulen, insbesondere für ihre ausländischen Studierenden.
uni-assist unterhält eine Homepage mit Informationen über Gründe und Ziele der Vereinsgründung, konkreten Anleitungen zum Bewerbungsverfahren und Links zu allen Mitgliedshochschulen. Daneben betreibt der Verein das Informations- und Onlinebewerbungsportal ?INOBIS?, das mithilfe von Textseiten, Datenbanken und kommentierten Links breitgefächert das Thema ?Studieren in Deutschland? behandelt.
Der Verein
uni-assist wurde am 04.11.2003 von 41 Hochschulen, dem DAAD und der HRK als gemeinnütziger Verein gegründet.
Verein und Geschäftsstelle haben ihren Sitz in Berlin. uni-assist finanziert sich ausschließlich durch Bewerberentgelte, Spenden und Zuschüsse. Die Anschubfinanzierung erfolgte über den DAAD mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Der Verein erhebt keine Mitgliedsbeiträge.
Satzungsgemäß verfolgt uni-assist keine kommerziellen Ziele, ?die Höhe der Entgelte orientiert sich an den tatsächlichen Kosten? (Vereinssatzung §5, Abs.1). Die Satzung sieht ebenfalls vor, dass erwirtschaftete Überschüsse ?nach Maßgabe von Beschlüssen der Mitgliederversammlung für weitere Aufgaben im Rahmen internationaler Studienbewerbungen verwendet? werden.
Organisation
In uni-assist haben sich 98 deutsche Hochschulen (Stand: Mai 2007) mit insgesamt fast 1.000.000 Studierenden zusammengeschlossen. Dem Vorstand gehören fünf gewählte Rektoren und Präsidenten der Mitgliedshochschulen und jeweils ein Vertreter von DAAD und HRK als satzungsgemäße Mitglieder an. Den Vorsitz hat Prof. Dr. Jörg Steinbach, 1. Vizepräsident der Technischen Universität TU Berlin. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. Joachim Metzner, Rektor der Fachhochschule Köln. Die Geschäftsstelle in Berlin-Charlottenburg leitet Thomas Liljeberg. ----
Literatur
*Broschüre ?Alles einfacher mit uni-assist?, herausgegeben von uni-assist, Berlin 2005
• uni-assist Vereinssatzung
Weblinks
*http://www.uni-assist.de - Internetpräsenz von uni-assist
*http://www.inobis.de - Informationsportal für internationale Studienbewerber
*http://www.anabin.de - Bewertungsvorschläge der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZaB) bei der KMK
*http://www.ucas.com - Universities and Colleges Admissions Service

