Arbeiterklasse
]]thumb|right|200px|Kritische_Zeichnung_zur_Verdeutlichung_der_Marxismus, der dort häufig synonym mit Proletariat verwendet wird (näheres hierzu siehe im Artikel "Proletariat").
Einige Marxisten, wie der US-Marxist Hal Draper, fassen den Begriff jedoch weiter. Der folgende Artikel beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit diesem erweiterten Begriff.
Draper benutzt eine Abbildung, die hier nachempfunden wurde. Das Quadrat soll die Bevölkerung darstellen, wobei die blauen Kreise in der Mitte die ?Arbeiterklasse? oder, wie Draper auch sagt, die ?arbeitenden Klassen? symbolisieren sollen, während die rotbraunen Ränder die Bourgeoisie symbolisieren.
Nach Hal Draper bildet das industrielle Proletariat (dunkelblauer Kernkreis) den Kern der Arbeiterklasse, danach kommt das nicht-industrielle Proletariat, also die Lohnarbeiter im Bereich der Dienstleistungen und der Landwirtschaft (mittelblaue Zone). Lohnarbeiter, die nicht zum Proletariat gehören, sind durch die hellblaue Zone symbolisiert. Damit meint Draper Lohnarbeiter in den Bereichen, wo kein Mehrwert geschaffen wird, etwa im staatlichen Bereich.
Schließlich zählt Draper auch noch Arbeiter zur Arbeiterklasse, die nicht Lohnarbeiter sind. Dies wären z. B. mithelfende Familienangehörige in der Landwirtschaft, kleine selbständige Handwerker und Bauern und ähnliches (also das traditionelle Kleinbürgertum). In der Abbildung soll dies der weiße Bereich innerhalb des dunkelblauen Kreises, der die Arbeiterklasse insgesamt umfasst, dargestellt werden.
Die rotbraunen Ränder in der Abbildung sollen die Klein-, Mittel- und Großbourgeoisie symbolisieren. Der weiße Bereich zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie stellt den ?Rest?, die Mittelklassen, dar.
="Arbeitnehmer"=
: eigene Berechnungen nach ameco (EU), VGR-Daten]]
Die heutige Bedeutung der Arbeiterklasse ist umstritten. Nimmt man die in der amtlichen Statistik als "Arbeitnehmer" bezeichneten Personen als Vertreter der Arbeiterklasse, dann ist mengenmäßig allerdings kein Schwinden der Arbeiterklasse zu beobachten. In der Abbildung ist der Anteil der Arbeitnehmer an den Erwerbstätigen insgesamt dargestellt. Die Erwerbstätigen sind die "Arbeitnehmer" und die "Selbstständigen und die mithelfenden Familienangehörigen" (letzteres sind also nicht nur "Kapitalisten").
siehe auch
Arbeiterbewegung, Arbeiterkinder, Arbeiter, Vorhut der Arbeiterklasse
Bibliographie
*Stéphane Beaud, Michel Pialoux, Die verlorene Zukunft der Arbeiter. Die Peugeot-Werke von Sochaux-Montbeliard, Konstanz:Uvk 2004, ISBN 3896697986
*Jürgen Bergmann, Wirtschaftskrise und Revolution: Handwerker und Arbeiter 1848/49, Stuttgart, 1986
*Hal Draper: Karl Marx?s Theory of Revolution. Volume II: The Politics of Social Classes. Monthly Review Press 1979. ISBN 0-85345-439-6
*Chris Harman: Workers of the World ? Die Arbeiterklasse im 21. Jahrhundert. Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Walter. Edition aurora, Frankfurt am Main. ISBN 3-934536-08-5
*Marcel van der Linden, "Plädoyer für eine historische Neubestimmung der Welt-Arbeiterklasse" in: Sozial.Geschichte, 20. Jahrgang, Nummer 3, 2005, S. 7-28
• Palmer Thompson], Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1987
*Paul Willis, Learning to labour. How working class kids get working class jobs, Saxon House 1977, dt. Spass am Widerstand : Gegenkultur in d. Arbeiterschule, Frankfurt [Main] : Syndikat, 1979 - Willis zeigt in seiner ausgezeichneten Studie wie Arbeiterjungen an der Schule eine oppositionelle Kultur entwickeln und eine partielle Einsicht in die Klassenstruktur haben und letztlich paradoxerweise umso sicherer ihren Klassenstatus reproduzieren. Dabei berücksichtigt er auch rassistische und sexistische Haltungen der Jugendlichen.
Weblinks
[http://www.marxists.de/workmvmt/arbklasse/wandel.htm Die Arbeiterklasse: Ende oder Wandel?]

