Aramon
Aramon ist eine sehr alte rote Rebsorte. Sie stammt möglicherweise aus Spanien.Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis weit ins letzte_Jahrhundert, als in Südfrankreich fast ausschließlich Massenware produziert wurde, war sie die dominierende Traube im Languedoc, besonders im Département Hérault. Um 1870 belegte sie alleine dort 214.000 Hektar und war noch lange Zeit die meistangebaute Sorte in Frankreich. Selbst im Jahr 1958 wurden noch 150.230 Hektar bestockter Rebfläche in ganz Frankreich erhoben.
Ihr Niedergang begann, als 1955 in Frankreich die Klassifizierung der Rebsorten eingeführt und sie nicht als Qualitätsrebsorte klassifiziert wurde und somit keine Zulassung in den Appellationen Frankreichs fand. Daher hat sich die Strategie der Winzer auch in der Region drastisch gewandelt, die Rebe ist seit langem auf dem Rückzug und wird von anderen wie z.B. Carignan, Cinsault u.a. verdrängt, die wesentlich gehaltvollere Weine versprechen.
Im Jahr 1998 waren noch 10.870 Hektar Rebfläche in Frankreich mit Aramon bestockt. Daneben findet sie noch in den Ländern Algerien, Marokko, Portugal, Rumänien und Uruguay verwendung, so dass weltweit ca. 15.000 Hektar bekannt sind.
Sie ist sehr ertragreich, liefert aber eher minderwertigen Rotwein mit wenig Farbe.
Zusammen mit der Sorte Teinturier du Cher war sie Kreuzungspartner für die Sorte Petit Bouschet.
Synonyme: Aramon Noir, Aramonen, Burchardt´s Prince (in England), Gros Bouteillan, Rabalaïré oder Reballaïré, Ramonen, Pisse-Vin und Ugni Noir.
Literatur
*Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-0123633-18

