Aragonit
Aragonit ist ein Mineral und eine Modifikation des Calciumcarbonats. Nach Strunz wird es in die Mineralklasse der wasserfreien Carbonate ohne fremde Anionen eingeordnet.
Aragonit kristallisiert im orthorhombischen_Kristallsystem mit der chemischen Formel CaCO3, hat eine Dichte von 2,95 g/cm³ und eine Mohssche_Härte von 3,5 bis 4,5 und entwickelt verschiedenfarbige, prismatische, oft pseudohexagonale Kristalle, aber auch oolithische, gebänderte, säulige und dendritische Aggregate. Bis auf eine Varietät des Aragonits sind alle lichtundurchlässig.
Aragonit weist Lumineszenz auf, dabei verhalten sich die Minerale je nach Fundort verschieden. In Agrigent werden Aragonite gefunden, die unter UV-Licht rosarot aufleuchten und anschließend grün fluoreszieren. Aragonite aus Tsumeb leuchten hellgelb bis grünlich.
Aragonit lässt sich leicht von Säuren und Laugen angreifen. Besonders von Borsäure und Borax wird das Kristall geschädigt. Es ist in Wasser leichter löslich als Calcit.
Es gibt viele dem Aragonit ähnliche Minerale wie zum Beispiel Baryt, Gips, Calcit und Quarz.
Etymologie und Geschichte
Der Name Aragonit stammt von seinem Entdecker Francois Arago, welcher 1811 als erster am Quarz das optische_Drehvermögen entdeckte.
Andere Quellen belegen allerdings, dass das Mineral nach seinem Fundort in Aragonien in Spanien benannt wurde.
Modifikationen und Varietäten
Neben dem Aragonit gibt es noch zwei weitere natürlich vorkommende Modifikationen des Calciumcarbonats, Calcit (Kalkspat) und Vaterit. Die stabilste der drei Modifikationen ist der Calcit, welcher vor allem als Kalkstein, Kreide und Marmor in der Natur vorkommt.
Die Farbe ändert sich je nach Varietät:
• weiß-gräulich, korallenartig
*Erbsenstein] (Pisolith), weiß-gräulich, stengelig, faserig, stalaktisch und dendritisch
• (enthält Zink)
Perlmutt
*Sprudelstein] rötlich, (konzentrische Schalen bzw. radialstrahlige Kugeln)
• (Pb,Ca)CO3
*Zeiringit] (Durch [[Aurichalcit schön Türkisblau bis Türkisgrün gefärbter Sprudelstein)
Bildung und Fundorte
Aragonit ist der Hauptbestandteil des Perlmutts und daher der Perlen, welche vom Mantel der Muscheln gebildet werden. Auch das Skelett der Steinkorallen besteht aus Aragonit. Die Typlokalität ist der Fluss Aragón. In den Hohlräumen von Ergusssteinen kommt es als Eisenblüte vor, in Thermalquellen als Sprudelstein und als Erbsenstein.
Es bildet sich entweder hydrothermal oder durch Oxidation aus Siderit und Pyrit. Aragonit kristallisiert in unterschiedlichster Form. Prismatische Kristalle kommen ebenso vor wie Aggregate, die oolithisch, gebändert, säulig und dendritisch, parallelfaserig, radialstrahlig oder nadelig sein können.
Fundorte sind unter anderem Corocoro in Bolivien, Erzberg in Österreich, Ho?enec/Bílina und Karlovy_Vary in Tschechien, ?pania Dolina und Podre?any in der Slowakei, Cianciano in Italien und Tarnobrzeg in Polen.
Verwendung
Aragonit wird als Schmuckstein verwendet, der allerdings durch seine Sprödigkeit und gute Spaltbarkeit empfindlich ist.
Manipulationen und Imitationen
Wegen seiner Empfindlichkeit bei der Bearbeitung und gegen Säuren, aber auch zur Erhöhung des Glanzes werden Aragonit-Schmucksteine mithilfe von Kunstharz stabilisiert. Aus modischen Gründen werden Aragonite auch gefärbt angeboten. Aus Verbraucherschutzgründen müssen beide Verfahren angegeben werden.
Aragonit dient oft als Imitationsgrundlage für Chalcedon, Calcit und Jade.
Unter der irreführenden Handelsbezeichnung wird gebänderter Aragonit als Kalifornischer Onyx, Mexikanischer Onyx oder Türkischer Onyx angeboten.
Bildergalerie
Bild:Aragonit Spain.jpg/'>Pseudohexagonaler Drillingskristall aus Spanien
Bild:Aragonitablagerungen-Sprudelstein.jpg|Aragonitablagerungen beim Großen Sprudel (V?ídlo) in Karlsbad (Karlovy_Vary) in Tschechien
Image:Mineraly.sk - zeiringit.jpg|Zeiringit aus der Slowakei
Siehe auch
Calciumcarbonat, Calcit, Vaterit
Systematik der Minerale, Liste der Minerale
Literatur
*Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
*Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Lehrbuch der Mineralogie, Ferdinand Enke Verlag (1978), ISBN 3-432-82986-8
*Bernhard Bruder: Geschönte Steine, Neue Erde Verlag (1998), ISBN 3-89060-025-5
Weblinks
• Mineralienatlas - Aragonit
• Webmineral - Aragonite (engl.)
• MinDat - Aragonite (engl.)
• Mineralblatt Aragonite (engl. PDF)
• TU Freiberg - Lagerstättenbeschreibung Tsumeb
• Edelstein-Knigge - Aragonit als Schmuckstein
• Institut für Edelsteinprüfung - Suche nach Handelsnamen

