Aragonien
Aragonien (aragonesisch Aragón, katalanisch Aragó, deutsch Aragon) ist eine Autonome_Gemeinschaft im Nordosten Spaniens. Sie grenzt im Norden auf dem Hauptkamm der Pyrenäen an Frankreich, im Osten an Katalonien, im Südosten an Valencia und im Westen an Kastilien-La Mancha, Kastilien-León, La_Rioja sowie Navarra. Hauptstadt ist Saragossa.Das Gebiet der heutigen Autonomen Gemeinschaft entspricht dem früheren Königreich_Aragonien im engeren Sinne, das seinen Namen wiederum dem Fluss Aragón verdankte.
Geographie
Der Norden Aragoniens wird von den Pyrenäen geprägt, deren Hauptkamm auf der gesamten Länge die Nordgrenze der Autonomen Gemeinschaft bildet.
Durch die Ebene des zentralen Aragoniens verläuft der Mittellauf des Ebro, zu dessen Einzugsbereich der größte Teil der Region gehört.
Im Süden der Region liegen Teile des Iberischen_Randgebirges.
Flüsse
Weitere bedeutende Flüsse in der Region neben dem Ebro sind der Aragón, der Gállego und der Segre (alle drei linke Nebenflüsse des Ebro), der Cinca (ein Nebenfluss des Segre), der Jalón (ein rechter Nebenfluss des Ebro), der Jiloca (ein Nebenfluss des Jalón) sowie der Mijares und der Turia, die vom Süden Aragoniens aus durch die Region Valencia direkt ins Mittelmeer fließen.
Bevölkerung
Aragonien gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Spaniens. Die einzige Großstadt ist die Hauptstadt Saragossa, in der ca. die Hälfte der Einwohner der Region lebt.
Sprachen
Neben dem Spanischen wird in einigen Tälern der Pyrenäen noch die autochthone Aragonesische Sprache gesprochen, die sich vom aragonesischen Dialekt des Spanischen abhebt. Zudem wird in einigen Bezirken im Osten Aragoniens längs der Grenze zu Katalonien Katalanisch gesprochen.Größte Städte
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# Saragossa (span. Zaragoza) (620.419)
# Huesca (47.923)
# Teruel (31.506)
# Calatayud (18.531)
# Ejea de los Caballeros (16.183)
# Barbastro (15.592)
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- Huesca, Saragossa (Zaragoza) und Teruel, die sich ihrerseits in insgesamt 33 Bezirke (Comarcas) gliedern.
Geschichte
Antike
Das Gebiet gehörte seit 201 v. Chr. zur römischen Provinz Tarraconensis und wurde um 415 westgotisch.
Mittelalter
= Unabhängigkeit und Bildung der Krone Aragonien
=
Aragonien hatte 1035 unter Ramiro_I. (* ~ 1000 ? 1063) die Unabhängigkeit von Navarra erreicht. Alfons_I. (1104 ? 1134) gelang durch seine Hochzeit mit der Tochter Alfons'_VI. von Kastilien von 1109 bis 1114 eine kurzzeitige Vereinigung der Königreiche von Aragon und Kastilien-León. Nach seinem Tod wurden die beiden Kronen wieder separiert. Sein Bruder Ramiro_II. (1075 ? 1147) erhielt die aragonesische Krone von 1134 bis 1137. Im Jahr 1137 verlobte Ramiro seine Tochter Petronila (1136 ? 1173) im zarten Alter von einem Jahr mit dem Grafen Raimund_Berengar_IV. von Barcelona (1113 ? 1162). Die Hochzeit wurde 1150 vollzogen. Wenig später wurde Petronila Königin, während Raimund Berengar IV. als Graf von Barcelona und Prinz von Aragonien regierte, was die Vereinigung Aragoniens mit Katalonien vorbereitete. Im Jahr 1164 erreichte Petronila für ihren Sohn Alfons_II (1157 ? 1196) die dauerhafte politische Vereinigung von Aragón und Katalonien. In der Folge entstand aus dem eigentlichen Königreich Aragonien und Katalonien eine Staatengemeinschaft, die Krone Aragonien, die sich später auf das Königreich Valencia und weitere Gebiete ausdehnte. Innerhalb dieser Staatsgemeinschaft behielten die einzelnen Teilgebiete ihre innere Selbständigkeit, lediglich auf außenpolitischem Gebiet waren sie unter einem gemeinsamen Monarchen vereint. Dieses Reich hatte sein Zentrum in Katalonien, so dass es manchmal von Historikern als Katalonien-Aragonien bezeichnet wird. Barcelona war somit das tatsächliche Zentrum eines mediterranen Reiches, das das Mittelmeer kontrollierte und bedeutende Auswirkungen auf das Seerecht hatte (zum Beispiel die katalanischen Llibre del Consolat del Mar).
= Ausdehnung
=
1172 wurde die Grafschaft Roussillon ererbt. Im 12. Jahrhundert, besonders unter der Regentschaft von Jakob_I. (1208 ? 1276), der als Fünf-Jähriger zum König gekürt wurde, dehnte sich dieses Reich im westlichen Mittelmeer stark aus. 1229 bis 1232 wurde Mallorca, 1231 Menorca, 1235 Ibiza und von 1238 bis 1253 Valencia erobert. Mit der Vertreibung der Anjou aus Palermo 1282 (?Sizilianische Vesper?) konnte von Peter_III. (1240 ? 1285) Sizilien gewonnen werden. Unter Jakob_II. (1267 ? 1327), Alfons_IV. (1299 ? 1336) und Peter_IV. (1319 ? 1387) wurde die katalanische Stellung im Mittelmeerraum vor allem durch die Eroberung des Herzogtums_Neopatria in Griechenland 1319 und Sardiniens durch Jakob II. 1323 gefestigt. Die aragonesische Königsfamilie starb mit dem Tod Martins_I. (1356 ? 1410) aus. Nach heftigen Auseinandersetzungen um die Thronfolge einigten sich Vertreter der Cortes (der Ständeversammlungen der aragonesischen Einzelreiche) darauf, Ferdinand_I., den Bruder des kastilischen Königs Heinrich_III. (1380 ? 1416), zum König von Aragonien zu berufen (Kompromiss von Caspe). Im Gegensatz zu Sizilien hielten sich die Anjou im Königreich_Neapel länger an der Macht, bis im Jahre 1442 Alfons_V. (1396 ? 1458) das Königreich für Aragon eroberte. Allerdings beschwor dies Konflikte mit Frankreich herauf, da die französischen Könige sich als rechtmäßige Erben der Anjou verstanden.
Vereinigung von Kastilien und Aragonien
Die dynastische Vereinigung von Kastilien und Aragonien 1479, als Ferdinand_II._von_Aragonien Isabella_von_Kastilien heiratete, führte zu der Schaffung eines einheitlichen Spaniens als eigenständiges Völkerrechtssubjekt 1516. Auch nach der Vereinigung mit Kastilien (1516) behielt Aragonien - nunmehr als Kronland Spaniens - seine alten Freiheiten und verlor sie erst nach der standhaften Parteinahme für die österreichischen Habsburger im spanischen_Erbfolgekrieg (1701-1714).
Napoleonische und Carlistenkriege
In den Carlistenkriegen des 19. Jahrhunderts zeigten die Aragonier denselben hartnäckigen Mut, den ihre Hauptstadt Saragossa 1808/09 bei der Belagerung durch napoleonische Truppen bewiesen hatte. Während Oberaragonien (in etwa das Gebiet der heutigen Provinz_Huesca) entschieden der Königin Maria Christina von Sizilien anhing, hielt Niederaragonien (in etwa die heutige Provinz_Teruel) zum Prätendenten Don_Carlos.
20. Jahrhundert
= Spanischer Bürgerkrieg
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Im spanischen Bürgerkrieg war vor allem das südliche Aragonien Schauplatz erbitterter Kämpfe, von denen die Schlacht von Belchite in Folge einer republikanischen Offensive auf Saragossa im September und Oktober 1937 und die Schlacht von Teruel zwischen Dezember 1937 und Februar 1938 die bekanntesten sind.
= Autonomie
=
Am 10. August 1982 unterzeichneten König Juan Carlos I. und Ministerpräsident Leopoldo_Calvo-Sotelo das Gesetz, das die spanischen Cortes Generales verabschiedet hatten und in dem das Autonomiestatut für Aragonien enthalten war. Am 7. Mai 1992 stellte eine Sonderkommission des aragonesischen Parlaments, der Cortes de Aragón, eine neue Fassung des Statuts vor, die vom aragonesischen und spanischen Parlament verabschiedet wurden, und mit denen die traditionellen Institutionen der Cortes, der Diputación General, des Justicia, usw. wieder eingerichtet wurden.
Wirtschaft
2003 lag das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner bei 19.841 Euro. Im Vergleich mit dem BIP pro Kopf der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Aragonien im Jahr 2005 einen Index von 104 (EU25=100). http://www.ine.es/prensa/np440.pdf Instituto Nacional de Estadistica
Legenden
Zahlreiche Legenden spielen in Aragonien oder stehen mit ihnen in Verbindung. Die berühmteste ist sicherliche die Gralslegende, nach der der Heilige_Gral im Kloster San Juan de la Peña aufbewahrt worden ist. Eine weitere die der Liebenden_von_Teruel.
Siehe auch
• von_Aragón],_erste_Königin_[[Heinrich_VIII._(England)/'>Heinrichs_VIII.
• de Goya]
• in Spanien]
• al Chilindron]
Weblinks
• Regierung Aragoniens (spanisch)
• Allgemeine Daten über Aragonien (spanisch)
• Informationen über Aragonien auf der offiziellen Website für den Tourismus in Spanien (deutsch)
Quellen
frp:Comunôtât ôtonoma d?Aragonlad:Aragon
mi:Aragón

