Arabisch-andalusischer Tanz
Der Arabisch-andalusischer Tanz hat die Bezeichnung Muwaschahat (= Strophengedicht).Der arabisch-andalusiche Tanz gehört zu den höfischen Tänzen. Er war ursprünglich kein Solotanz sondern ein Gruppentanz und wurde in der Zeit des arabischen Spaniens (etwa zw. 711 und 1492) an den Höfen von Córdoba und Granada vorgeführt.
Die der verwendeten Musik Rhythmen variieren von 4/4 und 8/4 bis 10/8. Aber auch andere Rhythmen sind üblich wie z.B. 2/4, 3/4 oder 6/8. Bei den Gesangsstücken werden auch 32/8 Rhythmen verwendet. Für Ägypten wurde die arabisch-andalusische Musik in diesem Stil von Fuad Abd el Magid in den 70er Jahren in Kairo rekonstruiert. Eine andere Art des Muwaschahat hat sich in Marokko und Tunesien erhalten. Die alte Tradition dieser Tanzform ist in Syrien erhalten geblieben (Rückkehr der Umayyaden nach der Reconquista Spaniens). Hier wird diese Musikform (sowohl mit Gesang und auch als reine Tanzmusik) weiterhin gepflegt (z.B. vom bekannten Omeija-Gruppe).
Es gibt leider fast keine überlieferten Abbildungen der Kleidung der Tänzer. Sicher sahen die Tänzer/innen ähnlich aus, wie es heute in Syrien noch üblich ist. Auch die Rekonstruktionen der Muwaschahat-Kostüme der bekannten ägyptischen Reda-Gruppe liegen im Bereich des Möglichen. Es können halbenge lange Hosen getragen worden sein, hüftlange Blusen oder Jacken, mit oder auch ohne Hüftbetonung. Als Kopfbedeckung sind Hütchen bekannt (ähnlich der Pillbox).
Der arabisch-andalusische Tanz wird mit vielen Arabesken getanzt, insgesamt ist der Stil stark vom Bellett beeinflusst. Ein bewegliches Rückgrat, kleine Schritte, sehr ausgefeilte und graziöse Arm-und Handbewegungen, sind typische Bestandteile des Tanzes. Es werden weniger Hüftbewegung eingesetzt als im orientalischen Tanz sonst üblich ist, und wenn dann eher weich. Der Einbau von Bodenteilen ist im begrenztem Umfang möglich. Den Einsatz von Tambourinen oder zwei Tüchern, kann man ebenfalls oft sehen.

