Araber-Berber
Der Araber-Berber ist eine Pferderasse. Diese ist vor ca. 1000 Jahren durch Kreuzung von Arabern oder Vollblutarabern und Berbern entstanden. Das Zuchtbuch des Araber-Berbers ist offen, d.h. auch heute ist sowohl die Reinzucht als auch die Kombinationszucht zugelassen. Für die Kombinationszucht ist sowohl die Rasse der Berber als auch die der Vollblutaraber zugelassen.[http://www.vfzb.de/ZBOSatzung2006.pdf Zuchtbuchordnung des Vereins der Freunde und Züchter des Berberpferdes]
Allgemein
Berber sind eine aus Nordafrika stammende eher kleine Pferderasse. Sie gehören zu den Vorfahren der Iberischen Pferde und gleichen diesen stark im Typ. Die Araber-Berber sind in südlichen Regionen (vor allem Tunesien, Algerien, Marokko) sehr beliebt, weil sie die guten Eigenschaften zweier Rassen vereinen. Sie sind schnell und wendig, werden deshalb auch gerne bei Fantasia eingesetzt, dabei aber weniger grazil als die Vollblutaraber. Ihr Temperament gilt als ausgeglichener als beim Vollblutaraber.
Araber-Berber haben häufig auch eine Veranlagung zum Tölt oder Walk. Bei ihnen kommen alle Fellfarben vor. Auch in Mitteleuropa werden sie immer beliebter. Es gibt jedoch noch sehr wenige Züchter in diesem Gebiet.
Exterieur
Der Araber-Berber soll das beste seiner beiden Ursprungsrassen in sich vereinen. Gewünscht wird das Erscheinungsbild eines im Quadrattyp stehenden, abgerundeten und harmonischen Pferdes. Der Kopf soll schmal und trocken sein und einen edlen Ausdruck haben. Das Profil wünscht man sich leicht gewölbt, Ramsnasen können ebenso vorkommen wie die typischen Hechtköpfe der Araber. Das Genick soll lang mit einer eleganten Kopfhaltung sein. Den Hals wünscht man sich lang mit einer deutlich längeren, muskulöseren und imposant geschwungenen Oberlinie, wie wir es auch vom Andalusier her kennen. Der Winkel der Schulter sollte ebenso wie der der Kruppe harmonisch sein, die Brustmuskulatur wünscht man sich ausgeprägt und die Brust selbst nicht zu schmal. Der Übergang zwischen Hals und dem hohen Widerrist soll fließend und harmonisch sein. Der Araber-Berber verfügt über eine starke Gurtentiefe und sein Rücken ist kurz und stark. Die Hufe sind mittelgroß und hart. Der Sehnen- und Bänderapparat ist recht hoch belastbar. Das Langhaar ist etwas spärlicher als das des Berbers, dennoch reicht die dicke, füllige Mähne mitunter bis zur Schulter. Der Schweif reicht manchmal bis zum Boden. Es kommen alle Farben vor, oft haben die Pferde sogar einen Metallschimmer im Fell. Das Stockmaß liegt bei 150-160 cm.
Charakter
Die Araber-Berber gelten als besonders nervenstark. Besonders hervorzuheben ist die Bereitschaft eine enge Mensch-Pferd-Beziehung einzugehen. Sie sind sehr sanfmütig und ausgesprochen lern- und arbeitswillig.
Zuchtgeschichte
Die Geschichte der Araber-Berber begann im Maghreb, einem Landstrich, der das Königreich Marokko und die es umgebenden nordafrikanischen Länder bezeichnet. Hier lebten die Berber, deren Pferde zwar sanftmütig, aber von schwererem Körperbau waren. Mit dem Ziel vor Augen, ein ebenso wendiges wie schnelles und mutiges, aber auch robustes und rittiges Pferd zu züchten, begannen die Berber vor rund 1000 Jahren damit, ihre Pferde mit den edlen, schnellen und genügsamen Arabern der nordafrikanischen Moslems zu kreuzen. Geschaffen haben sie damit eine Rasse, die die Vorzüge des klassischen Wüstenarabers mit denen des Berbers aufs Beste in sich vereint. Als die Franzosen Marokko unter ihre Herrschaft brachten, erkannten sie schnell den Wert der vielseitigen Araber-Berber und importierten diese in großem Stil als Kavalleriepferde. Unter der Bezeichnung «Barb» wurden viele Pferde aus Marokko, Algerien, Libyen und Tunesien eingeführt.
Siehe auch
Liste der Pferderassen
Quellen
Literatur
* Christiane Slawik, Susanne Geipert. Legendäre Pferde der Berber. Araber, Araber-Berber und Berber. Cadmos Verlag. ISBN 3-86127-432-9
Weblinks
* http://www.araber-berber.de/
• Verein der Freunde und Züchter des Berberpferdes e.V.
• Kurzportrait der Araber-Berber
• Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland

