Ara Pacis
auf der Ara Pacis in Rom, (Campus Martius)]]Die Ara Pacis Augustae (lateinisch ?Altar des Friedens_des_Augustus? zur Übersetzung s. K. E. Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 11. Aufl., Bd. 1 (Hannover 1962) Sp. 730 s. v. Augustus 3) wurde 13 v. Chr. vom römischen Senat in Auftrag gegeben und dem siegreichen Kaiser Augustus gewidmet.
Baugeschichte
Der Altar wurde am 30. Januar im Jahr 9 v. Chr. von dem ersten römischen Kaiser Augustus dem Frieden gewidmet, der nach Augustus' Sieg über Spanien und Gallien im Mittelmeerraum eingekehrt war. Der Altar versucht Frieden und Wohlstand als Ergebnis der Pax Romana (lateinisch ?Römischer Frieden?) darzustellen. Die Ara Pacis ist zugleich das erste Denkmal einer öffentlichen politischen Selbstdarstellung eines römischen Herrschers. Da sich die Julisch-Claudische Dynastie auf Aeneas bezieht, konnte man sich zur Legitimation des Machtanspruchs auf göttliche Abstammung berufen, da in der Mythologie Aeneas Sohn des Anchises und der Göttin Aphrodite war.
Ursprünglich befand sich der Altar an der Via Flaminia (heute Via del Corso) in der Nähe der heutigen Kirche San Lorenzo in Lucina im Marsfeld und bildete dort mit dem Augustusmausoleum und dem Solarium Augusti eine Einheit. Dabei war der Bau so platziert, dass der Schatten der Obelisk
Nahe am Tiber gelegen, wurde der Ara Pacis im Laufe der Zeit von Hochwässern heimgesucht und geriet ? verfallen, unter Schlamm begraben und später überbaut ? schließlich in Vergessenheit.
Ikonographie
Tatsächlich wird auf der Ara Pacis auch darauf Bezug genommen. Rechts an der Eingangstür zum Tempel steht der alte bärtige Aeneas im typisch griechischer Haar- und Barttracht als Togatus ohne Tunika vor dem lorbeerbekränzten Augustus mit einer kleinen Kanne und sitzenden Caesar in Tunika, die in den Kreis der Götter aufgenommen werden.
Der Altar ist ausführlich und fein aus Carrara-Marmor geformt. Die hohe Genauigkeit lässt auf griechische_Künstler schließen. An der Nord- und Südseite des Altars erkennt man Szenen entsprechend der traditionellen römischen Frömmigkeit, wobei der Kaiser und seine Familie beim Opfer an die Götter dargestellt werden. Männer, Frauen und Kinder nähern sich den Göttern. Manche bringen Opfertiere, einige haben als traditionelle Geste des Respekts vor den Göttern bei einem Tieropfer ihre Toga wie eine Kapuze über den Kopf gezogen. Andere tragen Lorbeer
Bild:RomaAraPacis ProcessioneNordParticolare.jpg/'>Relief an der Nordseite
Bild:RomaAraPacis ProcessioneSudParticolare.jpg|Relief an der Südseite
Bild:RomaAraPacisDeaRoma.jpg|Relief mit der Göttin Roma
Bild:RomaAraPacisRilievoSacrificioEnea.jpg|Relief mit dem bärtigen Äneas
Bild:RomaAraPacisDecorazioneVegetale.jpg|pflanzliches Augustusmausoleum, beide prägen nun ? mit weiteren Bauten der Mussolini-Zeit ? den Piazza Augusto Imperatore.
Im Frühjahr 2006 eröffnete am selben Ort das Museo dell' Ara Pacis in einem Glasbau des Architektenbüros Richard Meier & Partners, der den Altar nun besser vor Überhitzung und Umweltverschmutzung schützen soll.
Siehe auch: Solarium Augusti, Augustusmausoleum
Quellen
Literatur
Edmund Buchner: Die Sonnenuhr des Augustus. Nachdruck aus RM 1976 und 1980 und Nachtrag über die Ausgrabung 1980/1981. Zabern, Mainz 1982, ISBN 3-8053-0430-7
Paul Zanker: Augustus und die Macht der Bilder. C.H. Beck, München 1987, ISBN 3-406-32067-8
Weblinks
• Museo dell'Ara Pacis ? Offizielle Website des städtischen Museums (italienisch)
• Welcome to the ARA PACIS Tour ? Fotoreihe auf ket.org
• ?An Oracle of Modernism in Ancient Rome?, New York Times, 25. September 2006
• Fotos der Ara Pacis

