Aquilinae
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Aquilinae
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| class="Person" | Gadow 1893
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Die Aquilinae sind eine Unterfamilie der Familie der Habichtartigen innerhalb der Greifvögel. Ein deutscher Name ist bisher nicht etabliert. Gemeinsames Merkmal aller Vertreter der Aquilinae sind die bis zu den Zehen befiederten Beine, im Englischen wird das Taxon daher als ?Booted Eagles? (übersetzt etwa: "Behoste Adler") bezeichnet. Zu dieser Unterfamilie gehören mit den Echten_Adlern, dem Kronenadler und dem Kampfadler die meisten jener großen Greifvögel, die auch Wirbeltiere von beträchtlicher Größe schlagen können.
Die Systematik der Gattungen und Arten innerhalb der Aquilinae ist seit längerem umstritten und befindet sich in den letzten Jahren im Umbruch.
Beschreibung
Die Aquilinae sind mittelgroße bis sehr große Greifvögel. Die kleinste Art, der Zwergadler, hat eine Spannweite von 113-138 cm, wiegt maximal 1,25 kg und ist damit etwa so groß wie ein Mäusebussard. Die größten Arten der Gattungen Aquila, Stephanoaetus und Polemaetus zählen zu den größten Greifvögeln. Größte Art der Unterfamilie ist der Steinadler mit einer Spannweite von 180-234 cm und einem Maximalgewicht von 6,7 kg.
Die Vertreter dieser Unterfamilie haben nur ein gemeinsames morphologisches Merkmal, dies sind die bis zu den Zehen befiederten Beine.R. N. Holdaway: An exploratory phylogenetic analysis of the genera of the Accipitridae, with notes on the biogeography of the family. In: B.-U. Meyburg, R. D. Chancellor (Hrsg.): Raptor conservation Today. Berlin, London, Paris: S. 610 Ein großer Teil der Arten hat außerdem eine Federhaube (Gattungen Spizaetus, Oraetus, Spizastur, Stephanoaetus, Lophaetus).
Verbreitung
Die Unterfamilie ist weltweit verbreitet, unter den größeren Landmassen ist nur Antarktika nicht besiedelt. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in den Tropen Afrikas, Asiens und Australiens; in den Tropen Südamerikas kommen nur 4 Arten vor. Nur wenige Arten der Echten_Adler (Gattung Aquila) besiedeln die kühleren, gemäßigten bis arktischen Klimazonen.
Lebensweise
Alle Arten der Aquilinae leben in erster Linie von kleinen bis mittelgroßen Wirbeltieren, die meist selbst erbeutet werden. Im Beutespektrum dominieren dabei Säuger und Vögel. Darüberhinaus wird auch ein breites Spektrum der übrigen Landwirbeltiere und von größeren Insekten genutzt. Aas wird von fast allen Arten der Echten_Adler (Gattung Aquila) regelmäßig, von den anderen Vertretern des Taxons jedoch nur gelegentlich gefressen.
Alle näher untersuchten Arten sind monogam und streng territorial. Sie bauen große Nester auf Bäumen oder in Felswänden. Das Gelege besteht aus einem bis vier Eiern. Bei vielen Arten sind die Nestgeschwister untereinander aggressiv, die jüngsten Geschwister überleben daher oft nicht. Eine Reihe von Arten (zum Beispiel Schreiadler, Schelladler, Kaffernadler und Kronenadler) zeigt obligatorischen Kainismus, so dass immer nur ein Jungvogel flügge wird.
Externe Systematik
Eine Unterfamilie Aquilinae wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund morphologischer Merkmale vorgeschlagen. Ob die Aquilinae tatsächlich monophyletisch sind, war in der Folgezeit umstritten, bei Untersuchungen anhand morphologischer Merkmale wurde die Monophylie sowohl bestätigtM. Jollie: A contribution to the morphology and phylogeny of the Falconiformes, Part 2. Evol. Theory 2; 1977: S: 209-300. als auch abgelehntR. N. Holdaway: An exploratory phylogenetic analysis of the genera of the Accipitridae, with notes on the biogeography of the family. In: B.-U. Meyburg, R. D. Chancellor (Hrsg.): Raptor conservation Today. Berlin, London, Paris: S. 601-649.. Auch die Zugehörigkeit verschiedener Gattungen wurde immer wieder diskutiert. Neuere Untersuchungen der mitochondrialen DNA und der DNA des Zellkerns haben die Monophylie des Taxons innerhalb der Accipitridae bestätigt.Wink & Sauer-Gürth, 2004 Lerner & Mindell, 2005 Das Schwestertaxon der Aquilinae bildet nach Lerner & Mindell eine artenreiche Gruppe mit den Unterfamilien Melieraxinae, Accipitrinae, Circinae, Milvinae, Haliaeetinae und Buteoninae.Lerner & Mindell, 2005; vgl. auch Accipitridae
Interne Systematik
Mit insgesamt 35 bis 36 Arten zählen die Aquilinae zu den artenreichsten Unterfamilien innerhalb der Habichtartigen (Accipitridae). Die folgende Zuordnung der bisher 9 Gattungen zur Unterfamilie Aquilinae folgt Lerner & Mindell.Lerner & Mindell; 2005 Die taxonomische Einstufung als Arten folgt im wesentlichen Ferguson-Lees & ChristieFerguson-Lees and Christie; 2001; abweichend wird der morphologisch und genetisch gut differenzierte Spanische Kaiseradler als eigene Art geführt.vgl. I. Seibold, A. J. Helbig, B.-U. Meyburg, J. J. Negro & M. Wink: Genetic Differentiation and Molecular Phylogeny of European Aquila Eagles according to cytochrome b Nucleotide Sequences. In: B.-U. Meyburg & R. D. Chancellor: Eagle Studies. WWGBP; Paris, London, Berlin; 1996. ISBN 3-9801961-1-9: S. 1-16
Haubenadler (Spizaetus): 10 Arten in den Tropen und Subtropen von Asien, Afrika und Amerika
*Nepalhaubenadler (S. nipalensis)
*Traueradler (S. alboniger)
*Zwerghaubenadler (S. nanus)
*Haubenadler (S. cirrhatus)
*Javahaubenadler (S. bartelsi)
*Celebeshaubenadler (S. lanceolatus)
*Philippinenhaubenadler (S. philippensis)
*Afrikanischer Haubenadler (S. africanus)
*Tyrannenhaubenadler (S. tyrannus)
*Prachthaubenadler (S. ornatus)
* Spizastur: Monotypische Gattung; eine Art in den Tropen von Mittel- und Südamerika
*Elsteradler (S. melanoleucus)
* Oroaetus: Monotypische Gattung; eine Art in den tropischen Bergwäldern von Südamerika
*Isidoradler (O. isidori)
* Stephanoaetus: Monotypische Gattung; eine Art im tropischen Afrika
*Kronenadler (S. coronatus)
* Polemaetus: Monotypische Gattung; eine Art im tropischen Afrika
*Kampfadler (P. bellicosus)
Echte Adler (Aquila): 11 Arten in allen Klimazonen, nur der holarktisch verbreitete Steinadler auch in Amerika
*Molukkenadler (A. gurneyi)
*Keilschwanzadler (A. audax)
*Steinadler (A. chrysaetos)
*Kaffernadler (A. verreauxii)
*Östlicher Kaiseradler (A. heliaca)
*Spanischer Kaiseradler (A. adalberti)
*Raubadler (A. rapax)
*Steppenadler (A. nipalensis)
*Wahlbergsadler (A. wahlbergi)
*Schelladler (A. clanga)
*Schreiadler (A. pomarina)
* Lophaetus: Monotypische Gattung; eine Art im tropischen Afrika
*Schopfadler (L. occipitalis)
* Ictinaetus: Monotypische Gattung; eine Art in den Tropen Südostasiens
*Malaienadler (I. malayensis)
• (Gattung)/'>Habichtsadler] (Hieraaetus): 6 Arten in den mediterranen bis tropischen Zonen in Europa, Asien, Afrika und Australien
*Neuen_Welt abgrenzt. Das Taxon der neuweltlichen Haubenadler schließt auch die bisher als jeweils monotypische Gattungen betrachteten Spizastur und Oroaetus ein. Bestätigt wurden von Lerner & Mindell die systematischen Sonderstellungen von Kronenadler und Kampfadler als jeweils monotypische Gattung.
Nach den molekulargenetischen Untersuchungen von Wink & Sauer-Gürth wie auch von Lerner & Mindell ist die Monophylie der bisherigen Gattungen Aquila und Hieraaetus nicht gegeben. Nach Wink & Sauer-Gürth unterstützen die Ergebnisse der genetischen Untersuchung die bereits vorgeschlagene Vereinigung der Gattungen Echte Adler und Habichtsadler (Aquila und Hieraaetus) zu einer Gattung Aquila, in dieses Taxon wäre nach Wink & Sauer-Gürth auch der Schopfadler (Lophaetus occipitalis) zu integrieren.Wink & Sauer-Gürth, 2004: S. 491 Nach den hier dargestellten Befunden von Lerner & Mindell wären zu dieser Gattung jedoch außerdem die monotypische Gattung Malaienadler (Ictinaetus) sowie Spizaetus africanus zu stellen.Lerner & Mindell, 2005: S. 341
Der Rotbauchadler (Hieraaetus kienerii) ist nach Lerner & Mindell nicht näher mit den anderen Vertretern der Gattung Hieraaetus verwandt und weicht auch morphologisch von dieser Gattung stark ab. Demnach wäre die Aufstellung einer monotypischen Gattung mit dem Rotbauchadler als einziger Art gerechtfertigt.
Insgesamt ist die Benennung der einzelnen Arten und Gattungen innerhalb der Aquilinae also stark revisionsbedürftig. Als erste Konsequenz wurde in einigen neueren Artenlisten und Fachbüchern bereits die Gattung Hieraaetus aufgelöst und deren Vertreter zu Aquila gestellt.P. H. Barthel & A. J. Helbig: Artenliste der Vögel Deutschlands. Limicola 19; 2005: S. 89-111. Theodor Mebs & Daniel Schmidt: Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2006. ISBN 3-440-09585-1
Quellen
Einzelnachweise
Literatur
*J. Ferguson-Lees, D. A. Christie: Raptors of the World. Christopher Helm, London 2001. ISBN 0-7136-8026-1.
*H. R. L. Lerner, D. P. Mindell: Phylogeny of eagles, Old World vultures and other Accipitridae based on nuclear and mitochondrial DNA. Molecular Phylogenetics and Evolution 37; 2005: S. 327-346.
*M. Wink, H. Sauer-Gürth: Phylogenetic Relationships in Diurnal Raptors based on nucleotide sequences of mitochondrial and nuclear marker genes. In: R. D. Chancellor, B.-U. Meyburg (Hrsg.): Raptors Worldwide. Berlin, Budapest, 2004: S. 483-498.

