Königswasser
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Königswasser (teilweise auch als Königssäure bekannt, lat.: aqua regis) ist ein Gemisch aus drei Teilen konzentrierter Salzsäure und einem Teil konzentrierter Salpetersäure.
Namensgebung
Der Name Königswasser (lateinisch: aqua regis) stammt von der Fähigkeit dieses Gemisches, die ?königlichen? Edelmetalle Gold und Platin zu lösen. Im Falle von Gold entsteht dabei Tetrachloridogold(III)-säure.
Chemische Wirkung auf andere Materialien
Die Mischung aus einer oxidierenden Säure (Salpetersäure) und der nicht-oxidierenden Säure (Salzsäure) ist für die Aggressivität von Königswasser verantwortlich.
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Es entsteht nascierendes (in_statu_nascendi) Chlor sowie Nitrosylchlorid (NOCl), die Gold und auch andere Edelmetalle wie Platin, Palladium und Ruthenium zu oxidieren vermögen (nicht aber Silber, da dieses durch Bildung einer unlöslichen Silberchloridschicht vor weiterem Angriff geschützt wird). Die hohe Konzentration von Chloridionen steigert die Löslichkeit der Edelmetalle, diese werden in Form von anionischen Chloro-Komplexen gelöst.
Zirconium, Hafnium, Niob, Tantal, Titan und Wolfram widerstehen hingegen aufgrund ihrer Passivität dem Angriff von Königswasser zumindest bei Raumtemperatur.
Königswasser zerfällt von selbst, wobei Chlor als Radikal, Nitrosylchlorid und Nitrose-Gase frei werden.
Anwendung
* Mit Hilfe von Königswasser werden u. a. Edelmetallpräparate für die Porzellan-_und_Glasmalerei hergestellt.
* In der analytischen_Chemie findet Königswasser Anwendung beim Aufschluss schwerlöslicher Stoffproben. (siehe auch Königswasseraufschluss)
* In verschiedenen Konzentrationen dient es heutzutage noch dazu, die Karätigkeit (ein alter Begriff für Feingehalt) von Gold zu überprüfen. Dabei wird die Löslichkeit einer Abriebprobe in den verschiedenen Lösungen geprüft.
Früher wurde Königswasser (in starker Verdünnung) äußerlich angewandt:
{{Zitat/'>Im Winter von 1857 -- 58 hatte ich einen
Kranken auf meiner Abtheilung, welcher von einer Erfrierung der
Füsse eine Anästhesie zurückbehielt, wogegen ich unter Anderem
locale Bäder mit Königswasser anwendete.|Kopenhagen im April 1940 besetzten, hat der im Labor von Niels Bohr arbeitende ungarische Chemiker George de Hevesy die goldenen Nobelpreis-Medaillen der deutschen Physiker Max von Laue und James Franck in Königswasser aufgelöst, um sie so vor dem Zugriff durch die deutschen Besatzer zu schützen. Von Laue und Franck waren in Opposition zum Nationalsozialismus in Deutschland und hatten deshalb ihre Medaillen Niels Bohr anvertraut, um so eine Konfiszierung in Deutschland zu verhindern. Nach Kriegsende extrahierte de Hevesy das im Königswasser versteckte Gold und übergab es der Königlichen_Schwedischen_Akademie_der_Wissenschaften, die daraus neue Medaillen herstellte und wieder an von Laue und Franck übergab.

