Gröde
Die Hallig Gröde (dänisch Grøde, friesisch Groue) im nordfriesischen Wattenmeer vor Schleswig-Holstein ist mit 13 Einwohnern (30. Juni 2005) eine der kleinsten selbständigen Gemeinden Deutschlands . Die Gemeinde hat eine Fläche von 2,52 km² und umfasst neben der Hallig Gröde auch die Hallig Habel. Sie ist Teil des zum Kreis Nordfriesland gehörenden Amtes_Pellworm. Auf den Seekarten wird die Hallig Gröde Appelland genannt.An Einwohnerzahl wird die Gemeinde Gröde nur durch die Gemeinde Wiedenborstel, an Fläche durch die Stadt Arnis unterboten.
Gröde ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der nördlich gelegenen, kleineren Hallig Appelland zusammengewachsen, nachdem man aus Küstenschutzgründen einen zwischen den beiden Halligen liegenden Priel mit einem Damm unterbrochen hatte. Seitdem ist Gröde mit einer Größe von 277 Hektar die drittgrößte Hallig.
Auf Gröde befinden sich zwei Warften. Auf der Knudtswarft leben sechs Familien in vier Häusern, und auf der Kirchwarft befinden sich eine denkmalgeschützte Kirche mit einem Altar von 1592, eine Grund- und Hauptschule und eine Lehrerwohnung. Die Kirchwarft ist mit 4,3m über NN die höchste Erhebung auf der Hallig. Eine dritte Warft wurde bei einer Sturmflut im Jahre 1825 zerstört. Auch wenn Gröde durch einen Sommerdeich geschützt ist, wird die Hallig bis zu 100-mal im Jahr überflutet.
In alten Zeiten gehörte Gröde wie auch die anderen Halligen Appeland und Habel zum alten Nordfriesland. Die Halligen wurden aber durch eine Flut vom Festland getrennt und nach und nach verkleinert. In der Flut von 1634 ertrank nur ein Mensch. Vor der Sturmflut von 1825 gab es auf den damals noch drei Halligen 23 auf Warften erbaute Wohnungen. Bei der Flut wurden 8 zerstört. 2 Fach vom Dach der Kirche stürzten nieder. 1825 gab es noch 90, 1874 nur noch 45 Einwohner. Heute sind es nur noch 13 Einwohner.
Tabelle der Warften, von Ost nach West:
1 Wohnplatz-Nr. 1 ist für die unbewohnte Hallig Gemeindeordnung keine Gemeindevertretung, sondern eine Gemeindeversammlung, an der alle wahlberechtigten Einwohner teilnehmen.
Die Gemeinde Gröde bildet den kleinsten Wahlbezirk Deutschlands.
Literatur
* Nommen Hansen: Eine Beschreibung der Hallig Gröde aus dem Jahre 1814. Veröffentlicht von Jens Lorenzen. Bredstedt/Bräist: Verlag Nordfriisk Institut, 1979, 24 S., ISBN 3-88007-080-6
* Jens Lorenzen: Drei Hallig-Beschreibungen aus der Zeit um 1800 - Hooge 1794, Nordmarsch 1807, Gröde 1814. Nordfriisk Institut, Bräist/Bredstedt, NF. Bräist/Bredstedt, NF: Nordfriisk Institut, 1990, 82 S., ISBN 3-88007-164-0 (Nordfriisk Instituut; Nr. 99)
* U. Hahne: Die Halligen Hooge und Gröde. Eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung. Institut für Regionale Forschung und Information im Deutschen Grenzverein e.V. Flensburg: Forschungsstelle für Regionale Landeskunde an der Pädagogischen Hochschule Flensburg, 1990, 226 S., ISBN 3-923444-33-8 (Flensburger regionale Studien; Band 1)
Weblinks
• Hallig Gröde

