Appaloosa
Appaloosa ist eine Pferd abstammt, das im 18. Jahrhundert nach Nordamerika importiert wurde. Ihre Entwicklung soll von den Nez Percé in Nordamerika ausgehen. Sie sind Arbeits- wie auch Freizeitpferde, die sich vor allem im Westernbereich großer Beliebtheit erfreuen.
Exterieur
Appaloosa haben einen für Westernpferde typischen Körperbau im meist quadratischen Rahmen. Dazu gehört ein kleiner zum Pferd passender Kopf mit großen, wachen Augen und einer geraden Nasenlinie, dann eine schräge, gut bemuskelte Schulter, anschließend ein kurzer, kräftiger Rücken und eine schräg abfallende Kruppe, ebenfalls stark bemuskelt. Diese Qualitäten befähigen die Pferde besonders auf kurzer Strecke schnell zu werden und wendig zu sein, wie das früher auf der Rancharbeit in Amerika besonders gebraucht wurde. Heutzutage werden aber auch spezialisierte Typen gezüchtet, je nachdem für welchen Zweck man sie einsetzen möchte.
Ansonsten fallen die Pferde durch ihr charakteristisches Farbfleckenmuster auf. Aus Anpaarungen zweier "bunter" Appaloosas fallen nicht zwangsläufig "bunte" Fohlen, sondern auch Fohlen ohne Merkmale und ohne typische Fellzeichnung. Die Farbvererbung der Appaloosas ist weitestgehend noch nicht erforscht. Momentan arbeitet ein kanadisches Forscherteam intensiv daran.
Die charakteristischen Merkmale, an denen man auch viele einfarbige Appaloosa erkennen kann, sind das "Menschenauge" und die gefleckte Haut, überall zu erkennen wo sie nicht von Fell überdeckt wird, z.B. an den Nüstern, um die Augen oder an den Geschlechtsteilen. Auch die gestreiften Hufe bei dunklem Kronenrand werden so verursacht.
Diese Merkmale werden auch als Kriterium für die reguläre Eintragung der Pferde herangezogen.
Die Muster der Tigerzeichung sind:
# Schabracktiger / engl. Blanket with spots: Weiße Decke über Rücken und Hüften mit dunklen Flecken.
# Schabracktiger / engl. Blanket without spots: Weiße Decke über Rücken und Hüften ohne dunkle Flecken.
# Schneeflocke / engl. snowflake. Der snowflake ist Teil der Roan Zeichnung des Tigerschecken.
# Roan / (Varnish) Roan:
# Frost: Dunkle Grundfarbe mit vereinzelten weißen Haaren.
# Leopard / Volltiger
# Near Leopard
# Few Spot / Weißgeborener
# Snowcap
Die Tigerschecken können im Laufe ihres Lebens einen starken Farbwechsel durchlaufen, d.h. die Grundfarbe kann aufhellen, also mit weißen Haaren vermehrt durchsetzt werden ("aufroanen") oder sie bekommen weiße Flecken. Die Farbe eines Pferdes kann sich im Laufe der Zeit mehr oder weniger stark verändern.
Alle Basisfarben sind zugelassen mit Ausnahme der Plattenschecken (Merkmal der Paint Horses = unerwünscht) und des Schimmels. Der Schimmel hat die Eigenschaft, die Zeichnung des Appaloosa zu überdecken und zu reinem Weiß zu vernichten. Früher wurden Schimmel eingekreuzt, jedoch ist heute die Schimmelfarbe ausgeschlossen.
Die Zucht des Appaloosa Horses ist zwar eine Farbzucht, die aber mindestens ebenso viel Wert auf eine Korrektheit des Gebäudes und Interieur des Pferdes legt.
Interieur
Der Appaloosa verfügt über Ausdauer und Leistungsbereitschaft. Doch vor allem qualifiziert ihn seine Ruhe und Gelassenheit zum besonders liebenswerten Freizeitpferd.
Als Vertreter der Westernpferde besitzt der Appaloosa manchmal auch einen ausgeprägten Cow Sense, der ihn für den Einsatz bei den Rinderdisziplinen in der Western-Turnierszene befähigt. Durch Einkreuzen von Quarter Horses hat man diese Eigenschaft verstärkt.
Zuchtgeschichte
Durch Abbildungen ist bekannt, dass getupfte Pferde schon seit langer Zeit in der Alten_Welt bekannt waren. Es ist davon auszugehen, dass diese Pferde durch die spanischen Eroberer in die Neue Welt gelangten, wo sie durch Verwilderung ihre Spuren bei den Mustangs Nordamerikas hinterließen.
Zunächst wurde angenommen, daß sich der Appaloosa aus der Zucht der Nez-Perce-Indianer entwickelt hat. Mittlerweile wurde wissenschaftlich erwiesen, daß diese Farbrasse durch Verschmelzung der auf dem amerikanischen Kontinent befindllichen Pferde im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Somit kann man eigentlich gar nicht von "dem" Appaloosa sprechen, sondern die Rasse bietet durch die Historie eine Vielfalt an Pferdetypen, die sich durch die Spezialisierung für die verschiedenen Reitdisziplinen teilweise noch vertieft hat. Zur Erreichung eines gesetzten Zuchtzieles wurden und werden Quarter Horses, aber auch Englisches Vollblut oder Vollblut-Araber eingekreuzt.
Im Jahr 1975 kamen die ersten Pferde dieser Rasse nach Deutschland.
Ihre Spur verlor sich, da es nur vereinzelte Pferde waren, die man
nicht richtig einordnen konnte.
1978 fasste eine kleine Gruppe von Bewunderern reinrassiger Appaloosa-Pferde den Entschluss zur Vereinsgründung des Appaloosa-Pferdestammbuch Deutschland e.V., der sich zur Aufgabe machte :
* die in der Bundesrepublik vorhandenen Appaloosa-Pferde zu erfassen,
* Appaloosa-Freunde und -Züchter zu informieren und ihre Interessen zu vertreten,
* die Appaloosa-Rasse bekannt zu machen,
* eine möglichst baldige Anerkennung eines eigenständigen Zuchtverbandes in Deutschland zu erlangen.
1994 wurde der Appaloosa Horse Club Germany gegründet, der diese Rasse heute in Deutschland betreut.
Die Verwaltung des Zuchtbuches in Nordamerika liegt in den Händen des Appaloosa Horse Clubs mit Sitz in Moscow/Idaho, wo auch ein Informationszentrum von beeindruckendem Ausmaß entstanden ist.
In den Niederlanden gibt es mit dem Nederland Appaloosa weiterhin eine Farbzucht, die auf Einkreuzung von Appaloosas basiert.
Siehe auch:
Liste der Pferderassen
Weblinks
• Appaloosa Horse Club (englisch)
• Rasse Charakteristika (englisch)

