Apostrophe
Eine literarische Apostrophe [] ist die direkte Hinwendung des Dichters oder einer Figur an das Publikum beziehungsweise an Dinge oder abwesende Personen.Der Sprecher wendet sich in ihr vom Publikum ab, um sich einem zweiten, imaginären, Publikum zuzuwenden. Dieses kann sowohl aus abwesenden Personen, als auch aus toten Dingen bestehen, welche durch eine sehr emphatische Ansprache personifiziert werden. Weiterhin können Götter oder Musen angerufen, oder der Dichter führt einen Monolog.
Die Apostrophe macht einen Text lebendiger. Sie will dem Gesagten eine eindringlichere Wirkung verschaffen. Als rhetorische Figur erscheint sie meist in der Dramatik als Abwendung des Redner.
:Beispiele:
::Cicero: Denn Euch, ihr Höhen und Haine von Alba, ja euch flehe ich jetzt an und bitte um Zeugenschaft...
::Bertolt Brecht: Wo ehedem ein Gras war, da sitzest jetzt du, Öltank!
Möglichkeiten der Apostrophe sind etwa Ausrufe (Exclamatio) oder Einwürfe (Interiectio).

