Roter Apollo
Der Rote Apollo oder Apollofalter (Parnassius apollo) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Ritterfalter (Papilionidae).
Merkmale
Die Männchen erreichen eine Flügelspannweite von 65 bis 75 Millimetern. Auf der Flügeloberseite dominiert ein weißlicher Grundton und auf dem Vorderflügel und es sind ein oder mehrere schwarze Flecke erkennbar. Der Hinterflügel wird durch rote, zuweilen gelbliche Augenflecke dominiert, die beim Weibchen besonders groß ausfallen. Auch im Postdiskalfeld der Vorderflügel lassen sich zuweilen rote Flecke ausmachen sowie auf dem Innenwinkel der Hinterflügel.
Unterarten
Der Falter ist in seinem Erscheinungsbild außerordentlich variabel, weshalb mehrere Unterarten beschrieben wurden.
*Parnassius apollo nevadensis Oberthür, Sierra Nevada
*Parnassius apollo filabricus de Sagarra, Sierra de los Filabres
*Parnassius apollo gadorensis Rougeot & Capdeville, Sierra de Gádor
*Parnassius apollo hispanicus Oberthür, Spanien
*Parnassius apollo rhodopensis Markovic, Griechenland und südlicher Balkan
*Parnassius apollo vinningensis (Moselapollo) Stichel 1899, Mosel, Deutschland
Flugzeit
Die Flugzeit der einzigen Jahresgeneration ist ab Ende Mai bis etwa Ende August. Die Lebensdauer der Falter beträgt nur etwa zwei bis drei Wochen.
Lebensweise
Fraßpflanzen der Raupen sind Weiße Fetthenne (Sedum album) und Purpur-Fetthenne (Sedum telephium), seltener auch Sedum reflexum. Als Falter besuchen die Tiere nicht nur die weißen Blüten von Sedum album, sondern vorzugsweise die roten und violetten Blüten von Disteln (bspw. Carduus nutans), Flockenblumen (Centaurea jacea u. a.) und Dost (Origanum vulgare). Die Überwinterung erfolgt als Ei.
Lebensraum
Zu den Lebensräumen des Rote Apollos zählen sonnige, trockene Standorte mit steinigem Untergrund, vor allem felsige Hänge, Geröllhalden und Felsabbruchkanten, auch Bahn- und Straßenböschungen sowie Abraumhalden von Steinbrüchen. Die Art ist insgesamt stark abhängig vom Vorkommen der Raupennahrungspflanzen (s. o.), an welchen auch die Eiablage erfolgt.
Verbreitung
Seine Verbreitung reicht von der Iberischen_Halbinsel über alle europäische Bergregionen, die Karpaten, den Kaukasus und den Ural bis zum Baikalsees im Osten. Die nördliche Verbreitung reicht bis nach Fennoskandinavien, südliche Grenze ist die Sierra Nevada, Sizilien, Südtürkei. Auf den Britischen_Inseln fehlt er ganz. In Deutschland sind die größten Bestände in den steilen Schieferweinberghängen an der Mosel zwischen den Ortsgemeinden Valwig und Bruttig-Fankel zu finden. Dort wurde auch der sogenannte Apolloweg Valwig eingerichtet. Die vertikale Verbreitung beginnt bei etwa 500 Metern von der kollinen_Stufe bis in das hochmontane und subalpine Gebiet.
Gefährdung
Seit 1936 steht der Rote Apollo unter Naturschutz. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen gilt er als weltweit geschützt und ist die einzige weltweit geschützte nichttropische Schmetterlingsart (Stand 1990). Der Apollofalter ist akut vom Aussterben bedroht, allein in Baden-Württemberg hat er von über 60 Fundstellen um 1900 alle bis auf eine im Jahr 1988 eingebüßt.
Rote_Liste BRD: 1
Literatur
*Tom Tolman, Richard Lewington: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07573-7
*Hans-Josef Weidemann: Tagfalter: beobachten, bestimmen, Naturbuch-Verlag Augsburg 1995, ISBN 3-894-40115-X
*Günter Ebert (Hrsg.), Erwin Rennwald: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 1, Tagfalter I (Ritterfalter (Papilionidae), Weißlinge (Pieridae), Edelfalter (Nymphalidae)), Ulmer Verlag Stuttgart 1993. ISBN 3-800-13451-9
*Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 3-89624-110-9
Weblinks
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• www.lepiforum.de: Taxonomie und Fotos
• www.schmetterling-raupe.de
• www.eurobutterflies.com
• Moths and Butterflies of Europe and North Africa
• Naturkundliches Informationssystem: Parnassius apollo brittingeri Rebel & Rogenhofer, 1893
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