Kulturapfel
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Malus domestica
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| class="Person" | Borkh.
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Symbolik
Der Apfel spielt in allen eurasischen Kulturen eine Rolle, und zwar als Symbol der Liebe, Sexualität, der Fruchtbarkeit und des Lebens, der Erkenntnis und Entscheidung, des Reichtums. Aufgrund seiner Verbreitung taucht der Apfel in zahllosen Märchen auf und spielt in Mythologien und Ritualen eine Rolle. In der Kunst dient ein dargestellter Apfel dann als Emblem für die symbolischen Bedeutungen und hängt in seiner Ikonografie stark vom Kontext ab, in dem er dargestellt ist.
Der Liebesapfel
Als uraltes Symbol der Erde und der Offenbarung des weiblichen_Prinzips wurde der Apfel schon von Anfang an Göttinnen der Liebe, Sexualität, der Fruchtbarkeit zugeordnet.
* Bei den Babyloniern war es Ischtar, die mit dem Emblem des Apfels verehrt wurde, bei den Griechen Aphrodite und bei den Germanen Iduna.
* Im Hohelied Salomos (2, 3) um 1000 v. Chr. heißt es:
*: Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Liebster unter allen andren Männern! In seinem Schatten möchte ich ausruhn und seine Früchte genießen.
Der Apfel ist eine gängige alte Umschreibung für die weibliche Brust.
:Bei Johann Wolfgang von Goethe sagt Faustus in der Walpurgisnacht:
:: Einst hatte ich einen schönen Traum: Da sah ich einen Apfelbaum, Zwei schöne Äpfel glänzten dran; Sie reizten mich, ich stieg hinan.
:Und die Schöne antwortet:
:: Der Äpfelchen begehrt Ihr sehr, Und schon vom Paradiese her. Von Freuden fühl ich mich bewegt, Daß auch mein Garten solche trägt.
Der Apfel steht auch für die Frucht an sich und die Fruchtbarkeit:
* Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm heißt soviel wie ?das Kind ähnelt seinen Eltern?; siehe Genotyp und Phänotyp
* Wenn bei Darstellungen der Heiligen_Familie oder Sippe auch der Apfelbaum bzw. ein Behälter mit geernteten Früchten hinzutreten, so wird auf die wunderbare Fruchtbarkeit Mariens bzw. Annas hingewiesen. Eine barocke Darstellung dafür ist beispielsweise Rubens Heilige Familie unter dem Apfelbaum (Kunsthistorisches Museum Wien).
Der Lebensapfel
Eine alte Legende, die in den unterschiedlichsten Kulturen immer wieder auftauchte, ist die Geschichte vom Apfelbaum als Baum des ewigen Lebens.
* In der nordischen Sage schenkte die Göttin Iduna goldene Äpfel an das Göttergeschlecht der Asen, die dadurch ewige Jugend erhielten.
*In der griechischen Mythologie wird auch von den goldenen Äpfeln der Hesperiden erzählt, die ewiges Leben gewährleisteten, die schließlich von Herakles geraubt wurden, von Athene aber wieder zurückgegeben.
Martin Luther wird das Zitat zugeschrieben: Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
Der Apfel trägt das Leben in sich, aber auch den Tod:
* Schneewittchen: Mit einem vergifteten Apfel wird die Heldin in den Verderb geführt.
* Bis in das 18. Jahrhundert trug man bei _Prozessionen auch Apfelbäumchen mit einem Totenkopf und einer künstlichen Schlange, die einen Apfel im Maul trug, mit.
Der Apfel der Prüfung
(1472-1533)]]
Der Apfel steht allgemein für etwas Begehrenswertes, und insbesondere der Prüfung, der Versuchung des Diebstahls zu widerstehen:
* Der bekannteste Mythos ist wohl der von Adam und Eva im Garten Eden und ihre Vertreibung daraus, die in der Bibel erzählt wird. Eine Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gute und Böse, die Adam und Eva verbotenerweise essen, um wie Gott zu werden, ist der Auslöser. Obwohl in der Bibel nur allgemein von ?Frucht? die Rede ist, hat sich in der westlichen Welt der Gedanke festgesetzt, es sei ein Apfel gewesen. Andere Früchte, die mit dem Mythos in Verbindung gebracht werden, sind Feige, Granatapfel, Apfelsine, nicht aber der ? erst in der Neuzeit nach Europa eingeführte ? ?Paradiesapfel? (Paradeiser, Tomate).
Daher dient der Apfel als Emblem der ganzen Thematik vom Paradies, der Unschuld und deren Verlust für den Menschen. Dieser Kontext wird in vielen Märchen, auch im arabischen_Raum, verarbeitet. In der christlichen_Ikonographie repräsentiert er dabei den gesamten Themenkomplex von Sünde und der Erlösung davon:
** An Baum hängend, in Zusammenhang mit Schlange, ist er das Sinnbild der Versuchung.
** In den Händen des Menschen das der Sünde, den Sündenfall.
** In den Händen Christi steht er für die Erlösung von der durch den Sündenfall bedingten Erbsünde.
** Auf Bildern, die das Jüngste_Gericht darstellen, halten Erlöste Äpfel als Symbol des wiedereroberten Paradieses in der Hand.
** Typisch für das Spätmittelalter sind Darstellungen, auf denen die Muttergottes dem Kind den Apfel überreicht. Dies steht in der Bedeutung: Christus nimmt die Sünden der Welt auf sich und erlöst dadurch die Menschheit. Insbesondere in der Marienverehrung umfasst der Kontext auch, dass ihm durch Maria die Macht überreicht wird, den Menschen von der Sünde freizusprechen. Hierbei steht es in Zusammenhang mit dem unten erläuterten Symbol des Reichsapfels. Dabei wird die Vorstellung von Maria als ?der neuen Eva? weiter ausgestaltet, etwa in der Darstellung Evas, die Äpfel an die Sünder verteilt und der Maria, die Hostien an die Gläubigen verteilt (Missale des Berthold Furtmeyr, 1481, München) oder die Schlange mit dem Apfel im Maul zu Füßen Marias als Hinweis auf die Überwindung der Erbsünde.
Der Apfel stellt den Menschen vor die Entscheidung zwischen einem geliebten Menschen und persönlichem Vorteil:
* In einigen Versionen der Sagen wird Wieland der Schmied von einem seiner Brüder unterstützt. Dieser ist ein berühmter Bogenschütze und Jäger. Um ihn zu testen, lässt ihn König Nidung einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen. Dieser Apfelschuss ist auch von Wilhelm Tell bekannt.
Der goldene Apfel ist ein Preis, den es zu zahlen gilt, um einen Ehepartner zu gewinnen:
*Beispiele sind die Werbung Hippomenes um Atalante, oder in den Grimmschen_Märchen Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein, Der goldene Vogel oder Eisenhans.
Der Apfel als Ernte
Der Apfel ? insbesondere der, der vom Baum fällt ? symbolisiert den Kontext von Ernte und daraus entstehendem Reichtum und Macht, auch im geistigen Sinne von Erkenntnis:
* Frau Holle: Die Protagonistinnen dieses Märchens begegnen unter anderem einem Apfelbaum, der voller Äpfel hing. Diese riefen ihnen zu: ?Ach schüttel mich, ach schüttel mich, wir Äpfel sind alle reif.? Während die positive Heldin den Wunsch des Baumes erfüllte und für ihren Fleiß belohnt wurde, ging die negative Heldin achtlos an ihm vorüber und wurde dafür bestraft.
* Es wird die Geschichte erzählt, dass Isaac Newton, der grübelnd unter einem Apfelbaum saß, ein Apfel auf den Kopf fiel, was ihn auf die Idee brachte, die Himmelsmechanik beruhe auf derselben Gravitation wie der Fall von Äpfeln auf die Erde. Dies ist ein Gegenmythos zur biblischen Symbolik, der dem Zeitalter der Aufklärung zuzuweisen ist.
* Als Reichsapfel ist der Apfel im mitteleuropäischen Kaisertum das Symbol des Besitzanspruches und das Szepter das Zeichen der Verfügungsgewalt. Aber dieser Apfel war ? gelegentlich - mit Sand oder Asche gefüllt als Memento Mori, zum Zeichen der Vergänglichkeit aller irdischen Macht. Gefasst ist er in ein christliches_Kreuz, zum Zeichen der Herleitung des Machtanspruchs von einer höheren_Macht, aber auch der Unterordnung unter diese.
Der Zankapfel
von Peter Paul Rubens 1636]]
Als ?Zankapfel? bezeichnet man einen Gegenstand oder eine Tatsache, die zu einer Auseinandersetzung führt.
* In der griechischen Mythologie gibt es den goldenen Apfel der Eris, der Göttin des Streits und der Zwietracht. Zu der Hochzeit des Peleus und der Thetis waren alle olympischen Götter bis auf Eris eingeladen. Aus Rache wirft sie einen Apfel mit der Aufschrift ?der Schönsten? unter die Göttinnen, um Zank und Streit hervorzurufen. Paris, ein trojanischer Königssohn, soll die Entscheidung fällen (Urteil des Paris) und wählt Aphrodite, die Liebesgöttin als Schönste, was dann zum _Trojanischen_Krieg führt. Im Trojanischen Krieg stand Hera auf der Seite der Achäer (Griechen), da Paris nicht ihr, sondern Aphrodite den goldenen Apfel der Eris zuerkannte.
* Im Mittelalter trug Konstantinopel die Bezeichnung Der goldene Apfel, später Wien und Rom - sie waren das Machtzentrum ihrer Zeit und teilweise auch umkämpft.
Siehe auch
Nutzpflanzen: Obst
Obstbau: Obstbäume, Pomologie ? die Lehre der Obstsorten
Literatur
* Eckart Brandt: Brandts Apfellust. München, Mosaik-Verlag, 2000 ISBN 3-576-11441-6
* Eckart Brandt: Mein großes Apfelbuch. München, Bassermann, 2003 ISBN 3-8094-1533-2
* Pierre-Marie Valat; Pascale de Bourgoing: Der Apfel und andere Früchte, Mannheim, 1992, ISBN 341108541X
* Udo Becker: Lexikon der Symbole., o.A. ISBN 3-89836-219-1
Weblinks
• Geschichte, Anbau, Sortenkunde
Bilder, Medien, Gesprochene Wikipedia
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3D-Brille
Einzelnachweise
mg:Paoma
sw:Tofaa
ta:???????

