Anstellwinkel
thumb|Beziehung_zwischen_Anstellwinkel_und_Auftrieb
In der Luftfahrt ist der Anstellwinkel (engl. angle of attack, AOA) der Winkel zwischen der Richtung der anströmenden Luft v und der Profilsehne einer Tragfläche oder eines Rotorblatts. Je geringer der Anstellwinkel ist, desto höher muss die Geschwindigkeit sein, um einen bestimmten Auftrieb zu erhalten, zum Beispiel um ein Flugzeug ohne Höhenverlust in der Luft zu halten.
Vergrößerungen des Anstellwinkels erhöhen den Auftrieb bis zu einem kritischen Punkt, bei dem die Strömung_abreißt und der Auftrieb zusammenbricht (siehe Diagramm ?Beziehung zwischen Anstellwinkel und Auftrieb?).
Der Anstellwinkel eines Flugzeugs kann durch Betätigung des Höhenruders beeinflusst werden. Eine Erhöhung des Anstellwinkels wird zum Beispiel bei der Landung vorgenommen, um auch bei der geringen Geschwindigkeit noch genügend Auftrieb zu erhalten.
Bei einigen wenigen Flugzeugen wird der Anstellwinkel ohne Fluglagenänderung über Veränderungen des Einstellwinkels gesteuert, z.B. bei der Vought F-8. Der Anstellwinkel ändert sich auch, wenn das Profil durch Ausfahren von Vorflügeln oder Landeklappen verändert wird, oder wenn es sich durch Auf- oder Abwinde bewegt.
Bei Hubschraubern wird der Einstellwinkel der Rotorblätter des Hauptrotors gleichförmig oder winkelabhängig über die Taumelscheibe gesteuert, wodurch sich auch der Anstellwinkel ändert. Bei Verstellpropellern wird auf gleiche Weise mit der Änderung des Einstellwinkels auch der Anstellwinkel und damit der Schub verändert.
Für moderne Windenergieanlagen gilt dies ebenso. Sie nutzen die Veränderung des Einstellwinkels der Rotorblätter zur Leistungsregelung. Dabei wird der aerodynamische Wirkungsgrad des Rotors durch Verringerung des Auftriebes so eingestellt, dass die Nennleistung des Generators nicht überschritten wird.
Literatur
* Götsch, Ernst - Luftfahrzeugtechnik, Motorbuchverlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8si:???????? ????

