Anselm von Laon
Anselm von Laon (Anselme de Laon) (* um 1050; † 15. Juli 1117)Anselm war der Sohn eines Bauern. Er studierte in Le Bec und war ein Schüler Anselm von Canterburys, lehrte dann (ab etwa 1090) an der bischöflichen Schule in Laon, wo er viele Schüler um sich versammelte, darunter vor allem Wilhelm von Champeaux und Petrus Abaelardus. Da sein Unterricht jedoch nur die traditionelle Lehre reflektierte und mehr auf der strikten Auslegung der Texte als auf eigenen Überlegungen gründete, wandte sich eine Denker wie Abälard rasch von ihm ab. Anselm lehnte im Besonderen jede Fragestellung ab, die nicht durch autorisierte Texte geklärt werden konnte.
Er lehnte es mehrfach ab, Bischof zu werden, und befasste sich in seinen letzten Jahren ausschließlich damit, seine Lehre zu verdeutlichen. Seine Werke, vor allem die Sentenzen und die Interlinearglosse, die nur eine akribische Auflistung der Schrift ist, wurden in der Gunst der Lehrer und Schüler bald von denen der folgenden Generation verdrängt, wie zum Beispiel den Sentenzen des Petrus Lombardus. Anselm hat jedoch viel dazu beigetragen, Regeln für eine Scholastik zu finden, die der Argumentation zugänglich ist und nicht nur aus Zitaten besteht, und das intellektuelle Erbe zu erhellen, auf das sich die mittelalterliche Theologie gründete.
Weblink
• Abälards Kontroverse mit Anselm

