Anschlag (Klavier)
Der Anschlag beim Klavier bezeichnet die Art und Weise, mit der ein Finger auf die Klaviertaste schlägt oder schlagen soll, um einen bestimmten Effekt über einen einzelnen Ton zu erzielen. Mit dem Anschlag regelt man also alles am Ton außer der eigentlichen Tonhöhe.Der Anschlag wird vom entsprechenden Klavierhammer in einen entsprechenden Anschlag auf die Klaviersaite umgesetzt.
Der Anschlag lässt sich in Stärke (Umsetzung in Lautstärke), Dauer und vor allem der eigentlichen Anschlagsart unterscheiden. Dabei unterscheidet man traditionell vier Anschlagsarten: legato, non legato, portato und staccato. Den traditionellen Anschlagsarten ist gemeinsam, dass der Finger fast im 90-Grad-Winkel auf der Taste steht und die Taste nur mit der Fingerkuppe berühren soll.
Abweichungen von der traditionellen Anschlagsweise (wie z.B. in der Jazzmusik) haben entsprechende Effekte. Auch Mozart hat schon als Sechsjähriger in seinem Stück "Das Butterbrot" einen alternativen Anschlag kreiert: Mit der Rückseite aller Finger einer Hand, also der Fingernagel-Seite, streicht der Pianist hier mehrmals im Stück über eine ganze Oktave von Tasten. Dieser Effekt soll natürlich optisch an das Streichen eines Butterbrotes erinnern.
Der Anschlag, genauer gesagt, die Möglichkeit, durch Anschlag bestimmte Effekte auf der Saite zu erzielen, ist auch einer der Hauptunterschiede zwischen dem Klavier und anderen, optisch ähnlichen Tasteninstrumenten wie der Orgel oder dem Synthesizer.
Gute Digitalpianos zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich bemühen, den Anschlag möglichst genau zu erfassen und ihn möglichst exakt auf die virtuelle Saite umzusetzen. Die großen japanischen Hersteller von Digitalpianos wie Yamaha, Casio, Roland oder Kawai haben dabei alle eigene Techniken entwickelt, die bis zur vollständigen Simulation des ganzen Ablaufs von Finger über Hammer bis zur Saite gehen (bei Yamahas Silent Piano).
Weblinks
• Tastenwiki - Portal zum Thema historischer Klavierbau

