Anreizsystem
Anreizsysteme bezeichnen die Gesamtheit der einem Individuum gewährten materiellen und immateriellen Anreize, die für den Empfänger einen subjektiven Wert (Anreizwert, Befriedigungswert, Valenz, Nutzen) besitzen.Charakteristika von betrieblichen Anreizsystemen sind unter anderem die bewusste Gestaltung und ihr Zielcharakter. Mit Anreizsystemen werden im betrieblichen Kontext im Wesentlichen drei parallele Ziele verfolgt: Verhaltenssteuerung, Motivation und Risikotransfer. Zwischen den Zielen der Organisation und des Individuums soll durch den bewussten Einsatz von Anreizen eine Übereinstimmung erzielt werden.
Die verhaltenswissenschaftliche Grundlage von Anreizsystemen ist in der Organisations- und Motivationspsychologie sowie in der Anreiz-Beitrags-Theorie zu sehen.
Aus ökonomischer Sicht lassen sich Anreizsysteme auf die Prinzipal-Agent-Theorie zurückführen. Ein wesentlicher Kritikpunkt an dieser Sichtweise ist die Annahme, dass sich das Individuum prinzipiell opportunistisch verhält und nur durch Anreize und Sanktionen zu einem Verhalten im Sinne der Organisation bewegt werden kann.
Literatur
* Ackermann, Karl Friedrich: Anreizsysteme. In: Grochla, Erwin/ Wittmann, Waldemar (Hrsg.): Handwörterbuch der Betriebswirtschaft. 4., völlig neugestaltete Aufl. Stuttgart 1974. (Enzyklopädie der Betriebswirtschaft, Band I/I) Sp. 156 163.
* Becker, Fred G.: Anreizsysteme für Führungskräfte. Stuttgart 1990.
* Schanz, Günther (Hrsg.): Handbuch Anreizsysteme. Stuttgart 1991. S. 753 776.
* Schulz, Volker: Nichtmaterielle Anreize als Instrument der Unternehmensführung: Gestaltungsansätze und Wirkungen. Wiesbaden 2000.
* Sprenger, Reinhard K.: Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse, ISBN 3593357828
* Gunther Wolf: Variable Vergütung - Genial einfach Unternehmen steuern, Führungskräfte entlasten und Mitarbeiter begeistern. Hamburg 2005. ISBN 3931832678.

