Anno von Sangershausen
Anno von Sangershausen (? 8. Juli 1273 in Deutschland) war von 1256 bis 1273 der 10. Hochmeister des Deutschen_Ordens.Wie viele maßgebliche Personen aus der Anfangszeit des Deutschen Ordens in Preußen stammt auch von Sangershausen aus dem thüringischen Raum. Sein Familienname ist möglicherweise von der Stadt Sangerhausen abgeleitet. Von seinem Werdegang vor der 1254 erfolgten Berufung zum Landmeister des Ordens ist nichts bekannt. Zu seinen ersten Aktivitäten im Orden zählte die Mitwirkung beim Bau der Ordensburg von Memel. Mit der Stadt Riga schloss 1255 er ein Schutzbündnis ab und gewährte den Einwohnern Nutzungsrechte am nahegelegenen Kranjersee. Anschließend nahm er 1256 an der Eroberung des Samlandes teil. Im gleichen Jahr wurde von Sangershausen an Stelle des abgedankten Poppo von Osterna zum Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. Während seiner Amtszeit wurde Königsberg angelegt und 1272 der Prussenaufstand niedergeschlagen. Von Sangershausen richtete neue Komtureien ein und veranlasste die Besiedelung der eroberten Gebiete. Er unternahm mehrfach Reisen durch Europa und zu den Päpsten. Er suchte Klöster auf, um sie zur Unterstützung des Deutschen Ordens zu bewegen, und bei Papst Urban IV. erreichte er den Ablass für die Kreuzzugritter. Auch bei Urbans Nachfolger Papst Clemens IV. wurde von Sangershausen vorstellig und warb für weitere Unterstützung der Kreuzzüge. Da sich zu von Sangershausens Zeiten der Ordensitz noch in Akkon befand, musste sich der Hochmeister auch noch um die Belange im östlichen Mittelmeerraum kümmern. So schloss Anno von Sangershausen 1271 mit Armenien einen Vertrag über Wegzölle. Er starb 1273 auf einer Reise, die ihn in den deutschen Raum führte.

