Annie Clemmer Funk
Annie Clemmer Funk (12. April 1874 in Bally, Pennsylvania, USA; ? 15. April 1912 auf der Titanic) war eine US-amerikanische Missionarin.Leben
Annie Funk war die Tochter von James B. Funk, eines Diakons der Mennoniten-Gemeinde von Bally und seiner Frau Susan Funk; ihre Vorfahren selbst waren Emigranten aus Deutschland, die sich Ende des 18. Jahrhunderts in Bally ansiedelten.
Nach dem Besuch der Schule in West_Chester, Pennsylvania absolvierte Funk die Mennonitenschule in Northfield (Massachusetts). Nach ihrem Abschluss begann Funk in den Ghettos von Chattanooga (Tennessee) und Paterson (New Jersey) zu arbeiten, träumte jedoch stets davon, als Missionarin tätig zu sein.
Dies wurde im Dezember 1906 Realität, als sie als erste weibliche Mennoniten-Missionarin nach Indien entsandt wurde. In Janjgir-Champa sollte sie in den kommenden Jahren arbeiten, wo sie im Juli 1907 eine Schule für 17 Mädchen eröffnete, die sie auch unterrichtete. Auch lernte sie Hindi.
Ein Telegramm, das sie Ende März 1912 erhielt, und in dem stand, dass ihre Mutter schwer erkrankt sei, veranlasste Funk die Heimreise nach Bally anzutreten. Mit dem Zug fuhr sie bis nach Bombay, buchte die Persian und erreichte auf ihr Marseille in Frankreich. Mit Zug und Schiff erreichte sie Liverpool. Ursprünglich sollte sie an Bord der Haverford nach Amerika reisen, doch auf Grund des Kohlestreiks war sie gezwungen, auf die Titanic umzubuchen. Auf der Haverford ursprünglich Erste-Klasse-Passagierin war Funk auf der Titanic nun Fahrgast der Zweiten Klasse.
Die Reise sollte für Funk zunächst etwas ganz Besonderes werden, feierte sie doch auf der Titanic ihren 38. Geburtstag. In der Nacht auf den 15. April 1912 lag sie gerade im Bett, als die Kollision mit dem Eisberg erfolgte. Zunächst ging alles gut; sie war bereits auf dem Bootsdeck, und gerade dabei, ein Rettungsboot zu besteigen, als eine verzweifelte Mutter mit ihren Kindern daher gelaufen kam. Annie Funk trat zur Seite und überließ dieser die letzten freien Plätze im Boot. Ihr mitfühlendes Verhalten kostete ihr dennoch in jener Nacht das Leben, als eine von wenigen Frauen der Zweiten Klasse. Ihr Leichnam, wenn geborgen, wurde nie identifiziert.
In Gedenken an sie wurde die Schule in Indien, die sie gegründet hatte, in Annie Funk Memorial School umbenannt. Sie existiert noch heute.

