Annenfriedhof
Mit Annenfriedhof bezeichnet man vier verschiedene Friedhöfe in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden.Erster Annenfriedhof (Annenkirche) und Alter Annenfriedhof (Sternplatz)
Der erste Annenfriedhof, der sich neben der Annenkirche befand, wurde bis 1717 genutzt. Sein Nachfolger war der Alte Annenfriedhof genannte Friedhof am Sternplatz in der Wilsdruffer Vorstadt, in Benutzung bis 1914.
Alter Annenfriedhof (Südvorstadt)
Der Alte Annenfriedhof an der Chemnitzer Straße in der Südvorstadt wurde 1848 errichtet. Er beherbergt die vom Künslter Robert Henze 1869 entstandene überlebensgroße Bronzeplastik der Kurfürstin Anna (gegossen in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling), die sich bis 1945 am Denkmalbrunnen vor der Annenkirche befand.
Auf dem Friedhof ruhen mehrere bedeutende Dresdner Persönlichkeiten, u.A.:
*der Maler Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) mit seinem Sohn, dem Tenor Ludwig
*der Historienmaler Hermann Freihold Plüddemann
*die Schauspieler Emil Devrient (1803-1872) und Bogumil Dawison (1818-1872)
*der Dresdner Oberbürgermeister Alfred Stübel (1827-1895)
*der Geologe Bruno Geinitz (1814-1900)
*einer der Erbauer der bekannten Göltzschtalbrücke, Robert Wilke (1804-1889),
*die Schauspielerin und Frau Richard_Wagners, Minna Wagner-Planer (1809-1866)
*die Hofschauspielerin Pauline Ulrich
*die Baroness Bertha von Marenholtz-Bülow, die sich für die Kindergärten engagierte,
*der Maler Ernst Ferdinand Oehme,
*der Begründer der Dresdner Fotoindustrie, Friedrich Wilhelm Enzmann,
*das Mitglied der provisorischen Regierung von 1849, Otto Leonhard Heubner,
*der Universitätsprofessor und Ingenieur Gustav Anton Zeuner (1828-1907)
In der Mitte des Friedhofs findet sich ein Obelisk, der an die Opfer des Maiaufstandes von 1849 erinnert.
Außerdem gibt es ein Denkmal für die Opfer des 13. Februar 1945, des Angriffs auf Dresden.
Die Inschrift lautet:
Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war. Alle ihre Tore stehen öde / Wie liegen die Steine des Heiligtums vorn auf allen Gassen verstreut. Er hat ein Feuer aus der Höhe in meine Gebeine gesandt und es lassen walten.
Neuer Annenfriedhof (Löbtau)
Der an der Kesselsdorfer Straße, im Stadtteil Löbtau gelegene Neue Annenfriedhof besteht seit 1875 und diente vor allem der Entlastung des Alten Annenfriedhofs. Die vom Gartenarchitekten Max Bertram entworfene regelmäßig gestaltete Anlage war mit 14,3 Hektar bei ihrer Eröffnung am 8. Juli 1875 der größte einheitlich gestaltete Friedhof in Deutschland.
Offiziell eingeweiht wurde der Friedhof allerdings erst am 23. Juni 1878. Im Jahre 1897 entstand, in unmittelbarer Nachbarschaft, der Friedhof "Friede und Hoffnung" der Löbtauer Kirchgemeinde.
Im Südbereich des Friedhofs finden sich 400 Gräber von Opfern der Luftangriffe der letzten Kriegstage im April 1945.
An der Nordseite befindet sich ein Gedenkstein des bekannten Geologen Abraham Gottlob Werner, der der Begründer der wissenschaftlichen Geologie und Professor an der Bergakademie Freiberg war.
Weblinks
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• Alter Annenfriedhof
• Neuer Annenfriedhof

