Annemarie Moser-Pröll
Annemarie Moser-Pröll (27. März 1953 in Kleinarl/Salzburg als Annemarie Pröll) ist eine ehemalige österreichische Skirennläuferin. Sie war die überragende Läuferin der 1970er Jahre, entschied sechs Mal den Gesamtweltcup für sich, wurde vier Mal Weltmeisterin sowie 1980 Olympiasiegerin in der Abfahrt. Darüber hinaus gewann sie im Skiweltcup 62 Rennen, so viele wie keine andere Läuferin vor oder nach ihr. 1999 wurde sie zu Österreichs Sportlerin des Jahrhunderts gewählt.Biographie
Annemarie Pröll wurde als sechstes von acht Kindern von Maria und Josef Pröll geboren; ihre jüngste Schwester ist Cornelia Pröll. Ihre Kindheit verbrachte sie auf dem elterlichen Bergbauernhof oberhalb von Kleinarl. Im Alter von vier Jahren stand sie erstmals auf Skiern. Entdeckt wurde ihr Talent vom Dorfpfarrer, der sie beim ÖSV weiterempfahl. Bereits als 12-jährige gewann sie die Bezirksmeisterschaft und wurde ins Landeskader aufgenommen. Nach acht Jahren Volksschule absolvierte sie die einjährige Polytechnische Schule.
Ihr erstes Weltcuprennen bestritt Annemarie Pröll als 14-jährige, die Abfahrt im Januar 1968 in Bad Gastein beendete sie auf Platz 79. Im Januar 1969, sie war noch nicht einmal 16 Jahre alt, fuhr sie in der Abfahrt von Saint-Gervais-les-Bains hinter der Französin Isabelle Mir sensationell auf Platz 2. Dieses Ergebnis bestätigte einen Monat später im Slalom von Squaw_Valley mit dem vierten Platz. Ihr erster Weltcupsieg folgte im Januar 1970, als sie in Maribor den Riesenslalom gewann. Obwohl sie das jüngste Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft war, kam Annemarie Pröll an der Ski-WM_1970 in Gröden gleich in allen vier Disziplinen zum Einsatz; sie erreichte in der Kombination den sechsten Platz und gewann in der Abfahrt die Bronzemedaille. Der endgültige Durchbruch gelang ihr in der Saison 1970/71 mit sieben Siegen in Weltcuprennen und dem erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups.
Auch im nächsten Winter setzte ?La Pröll? (wie sie vor allem in Frankreich genannt wurde) ihre Siegesserie fort. Vor den Olympischen_Winterspielen_1972 in Sapporo galt sie als haushohe Favoritin. Doch sie konnte die von den Medien aufgebaute Erwartungshaltung nicht erfüllen; im ÖSV-Team war nach dem Ausschluss von Karl Schranz durch das IOC erhebliche Unruhe entstanden, was sich negativ auf die Leistung auswirkte. Sowohl in der Abfahrt als auch im Riesenslalom wurde Annemarie Pröll von der Schweizerin Marie-Therese Nadig auf den zweiten Platz verwiesen. Lediglich in der Kombination, in der jedoch nur Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben wurden konnte sie siegreich bleiben. Als Siegerin des Gesamtweltcups stand sie am Ende des Winters dennoch als beste Skiläuferin der Welt fest.
In der Saison 1972/73 erwies sie Annemarie Pröll als haushoch überlegen und gewann den Gesamtweltcup mit großem Vorsprung; sie gewann elf Rennen, darunter alle acht Abfahrten. In der Saison 1973/74 war sie mit vier Siegen nicht mehr ganz so dominant, gewann aber dennoch den Gesamtweltcup. An der Ski-WM_1974 in St. Moritz wurde sie Weltmeisterin in der Abfahrt. Bereits im Oktober 1973 hatte sie standesamtlich Herbert Moser, einen Angestellten ihrer Skifirma Atomic, geheiratet; die kirchliche Trauung folgte im Mai 1974. Die Saison 1974/75 war mit insgesamt zehn Siegen ihre erfolgreichste; zum fünften Mal hintereinander war sie im Gesamtweltcup an erster Stelle.
Kurz vor Beginn der Saison 1975/76 erklärte Annemarie Moser-Pröll überraschend ihren Rücktritt. Sie pflegte während mehreren Monaten ihren an Lungenkrebs erkrankten Vater, der im Juni 1976 starb. Dadurch verpasste sie die Olympischen_Winterspiele_1976 in Innsbruck. Im Dezember 1976 gab sie ihr Comeback und konnte sich sogleich wieder an der Weltspitze etablieren, musste sich aber im Gesamtweltcup zweimal hintereinander geschlagen geben. An der Ski-WM_1978 in Garmisch-Partenkirchen gewann sie in der Abfahrt und in der Kombination die Goldmedaille, im Riesenslalom kam Bronze hinzu.
Im Winter 1978/79 entschied sie zum sechsten und letzten Mal den Gesamtweltcup für sich, dies jedoch mit nur drei Punkten Vorsprung auf die Liechtensteinerin Hanni Wenzel. Den Grundstein zu diesem Erfolg hatte sie vor allem in den Abfahrten gelegt (sie gewann sechs der sieben ausgetragenen Rennen). Bei den Olympischen_Winterspielen_1980 erfüllte sie sich ihren größten Traum und gewann die Goldmedaille in der Abfahrt, womit auch die leise Enttäuschung von Sapporo vergessen war. Nach dem Weltcup-Riesenslalom von Saint-Gervais-les-Bains am 11. März 1980, in dem sie auf Platz 6 fuhr, erklärte sie ihren endgültigen Rücktritt vom Spitzensport.
Angebote, bei Profirennen teilzunehmen, lehnte Annemarie Moser-Pröll kategorisch ab, ebenso Werbeverträge. Seit ihrem Rücktritt ist sie in der Gastronomie tätig. Ihre umfangreiche Pokal- und Trophäen-Sammlung ziert das eigene Lokal, das 1976 während der Wettkampfpause gegründete ?Café Annemarie? in Kleinarl. In ihrer Freizeit widmet sie sich der Jagd. 1982 kam Tochter Marion zur Welt, die aber nicht in die sportlichen Fußstapfen der berühmten Mutter trat. 1999 wurde Annemarie Moser-Pröll als Österreichs Sportlerin des Jahrhunderts geehrt.
Erfolge
Olympische Spiele
Weltmeisterschaften
Alpine Skiweltmeisterschaft 1970: 3. Abfahrt, 6. Kombination
Alpine_Skiweltmeisterschaft_1972: 1. Kombination, 2. Abfahrt, 2. Riesentorlauf
Alpine Skiweltmeisterschaft 1974: 1. Abfahrt, 4. Riesenslalom
Alpine Skiweltmeisterschaft 1978: 1. Abfahrt, 1. Kombination, 3. Riesenslalom
Alpine_Skiweltmeisterschaft_1980: 1. Abfahrt, 6. Riesenslalom
Anzumerken ist, dass bis einschließlich 1980 die Olympia-Ergebnisse auch als Weltmeisterschaft zählten. Die Alpine Kombination wiederum wurde von 1952 bis 1984 zwar während der Olympischen Spiele ausgetragen, zählte jedoch nur zur Alpinen Skiweltmeisterschaft, weshalb für diesen Wettbewerb natürlich keine Olympiamedaillen vergeben wurden.
Weltcup
Annemarie Moser-Pröll hat sechs Mal den Gesamtweltcup gewonnen (1971-1975 sowie 1979), dazu kommen zehn weitere Siege in Disziplinenwertungen (sieben Mal Abfahrt und drei Mal Riesenslalom).
* 1970: 3. Slalomweltcup
* 1971: 1. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup, 1. Riesenslalom-Weltcup, 3. Slalom-Weltcup
* 1972: 1. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup, 1. Riesenslalom-Weltcup
* 1973: 1. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup, 2. Riesenslalom-Weltcup
* 1974: 1. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup
* 1975: 1. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup, 1. Riesenslalom-Weltcup
* 1977: 2. Gesamtweltcup, 2. Abfahrts-Weltcup, 3. Riesenslalom-Weltcup
* 1978: 2. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup
* 1979: 1. Gesamtweltcup, 1. Abfahrts-Weltcup, 2. Slalom-Weltcup
* 1980: 2. Gesamtweltcup, 2. Abfahrts-Weltcup, 3. Slalom-Weltcup, 2. Kombinations-Weltcup
Insgesamt hat Annemarie Moser-Pröll 62 Weltcuprennen gewonnen (36 Abfahrten, 16 Riesenslaloms, 3 Slaloms, 7 Kombinationen). Diese Leistung ist bis heute unübertroffen. Darüber hinaus wurde 33 Mal Zweite und 20 Mal Dritte.
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Riesenslalom
Slalom
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! Datum
! Ort
! Land
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| 4. Januar 1971 || Maribor || Jugoslawien
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| 29. Januar 1971 || Saint-Gervais-les-Bains || Frankreich
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| 15. Dezember 1979 || Website von Annemarie Moser-Pröll

