Anna Stiegler
Anna Stiegler (1881 in Penzlin, Mecklenburg; ? 1963 in Bremen) war eine deutsche Landespolitikerin (SPD).Anna Stiegler wurde als Tochter eines Landarbeiters geboren. Ihr Berufswunsch war Lehrerin, dies war wegen ihrer bescheidenen Herkunft finanziell aber nich möglich. Die SPD-Politikerin Anna Stiegler wurde deshalb in jungen Jahren zunächst Hausgehilfin und Kinderfräulein in Schwerin. Durch ihre Heirat mit Karl Stiegler kam sie nach Blumenthal, damals noch bei Bremen.
Ihre politische Karriere entwickelte sich, als sie in die Hansestadt Bremen zog und dort an der sozialdemokratischen Frauenkonferenz 1904 teilnahm, wodurch sie motiviert wurde 1905 der SPD, beizutreten. 1917 trat sie zur USPD über.
Nach der Einführung des Frauenwahlrechts wurde Anna Stiegler 1918 in die Bremische Bürgerschaft gewählt, der sie als Abgeordnete bis einschließlich 1933 angehörte.
Sie gehörte zu einer der ersten Politiker, die aktiven Widerstand gegen die Nationalsozialisten leisteten. Aufgrund ihrer Teilnahme an einer Widerstandsgruppe gegen das Nazi-Regime, wurde sie 1934 verhaftet und zu einer zehnjährigen Haft verurteilt, die sich aus einer fünfjährigen Haft im Zuchthaus, im Frauengefängnis Lübeck, von 1935 bis 1940 und aus einer ?Schutzhaft? im Frauen-KZ in Ravensbrück zusammensetzte.
Neuanfang nach 1945
Der ?Engel von Ravensbrück?, wie ihre Mithäftlinge sie nannten, überlebte 1945 den Todesmarsch und kehrte ein Jahr später nach Bremen zurück, um sich neuen politischen Herausforderungen zu stellen. Auf dem Rückweg erfuhr sie, dass ihr Mann 1945 im KZ Bergen-Belsen umgekommen war.
Von 1946 bis zu ihrem Tod 1963 gehörte sie als SPD-Abgeordnete der Bremischen_Bürgerschaft an. 1948 war sie Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft.
Sie war eine überzeugte Sozialpolitikerin und setzte sich vor allem für die Rechte von Frauen ein.
1946 initiierte sie die Gründung des Bremer Frauenausschusses und leitet später die SPD-Frauengruppe.
Als Sprecherin der Deputation für Wohlfahrt war sie eine der Mitbegründerinnen der Arbeiterwohlfahrt_(AWO) Bremen.
Literatur
* Horst Adamietz, Das erste Kapitel. Bremer Parlamentarier 1945-1950, herausgegeben von der Bremischen Bürgerschaft, Bremen 1975

