Anna Stainer-Knittel
Anna Stainer-Knittel (28. Juli 1841 in Elbigenalp (Tirol); ? 28. Februar 1915 in Wattens (Tirol)) war eine Porträt- und Blumenmalerin und wurde bekannt unter dem Beinamen "Geierwally". Sie galt als ein frühes Beispiel weiblicher Emanzipation. Ihr Leben diente als Grundlage für den Heimatroman Die_Geierwally von Wilhelmine von Hillern.Bekannt wurde Anna Stainer-Knittel vorerst durch zwei Mutproben: sie seilte sich zweimal eine fast senkrechte Felswand hinab und nahm die jungen Adler aus ihrem Horst. 1880 schrieb Wilhelmine von Hillern über diese kühne Tat den Roman Die Geierwally, der unter anderem 1940 mit Heidemarie Hatheyer und Eduard Köck in den Hauptrollen verfilmt wurde.
Anna Stainer-Knittel war eine Großnichte des berühmten Malers Joseph Anton Koch und wurde am 28. Juli 1841 in Elbigenalp (Lechtal - Tirol) geboren. Ihr zeichnerisches Talent zeigte sich in oft boshaften, aber treffenden Karikaturen ihrer Mitschüler.
Der Lithograph Anton Falger wurde auf ihr Talent aufmerksam und gab ihr in seiner Zeichenschule den ersten künstlerischen Unterricht. 1859 konnte sie in die Vorschule der Kunstakademie in München eintreten, wo sie dann bei Maler Muhr vor allem Porträtieren und Kopieren studierte. Nach drei erfolgreichen Lehrjahren kehrte sie in die Heimat zurück.
Nachdem 1863 ihr erstes Selbstbildnis in Lechtaler Tracht vom Tiroler Landesmuseum angekauft wurde, ließ sie sich ständig in Innsbruck nieder, wo sie eine Zeichenschule für Mädchen eröffnete. Hier war sie vor allem als Porträtistin und Blumenmalerin tätig. 1867 heiratete sie den Gipsformer Engelbert Stainer. Zwischen 1870 und 1883 malte sie nach ihren eigenen Aufzeichnungen 130 Porträts, darunter von Erzherzog Karl Ludwig, Feldmarschall Radetzky und Kaiser Josef I., und 105 Landschafts- und Blumenbilder. Infolge des Aufkommens der Fotografie schuf sie bis ins hohe Alter hauptsächlich nur noch Blumengemälde, die sehr beliebt waren.
In Innsbruck machten mehrere Ausstellungen ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 1873 war sie mit dem Ölbild "Alpenblumenkranz" auf der Wiener Weltausstellung vertreten, das um um 40 Pfund Sterling nach England verkauft wurde. Fast siebzigjährig schrieb sie 1910 ihre Lebenserinnerungen nieder. Am 28. Februar 1915 starb sie im Hause ihres Sohnes Dr. Karl Steiner in Wattens als Folge einer nicht ganz ausgeheilten Lungenentzündung.
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