Anna Moffo
Anna Moffo (27. Juni 1932 in Wayne, Pennsylvania, USA; ? 9. März 2006 in New York City) war eine US-amerikanische Opernsängerin (lyrischer Sopran).Biografie und künstlerischer Werdegang
Anna Moffo war erfolgreich ? vor allem in den 60er Jahren ? als die Schönheit ihrer Stimme und ihres Äußeren miteinander konkurrierten, bevor ihr früher stimmlicher Ruin Ende der sechziger Jahre einsetzte. In den 70ern machte sie mehrere Comeback-Versuche. In Italien hatte sie die Anna Moffo Show von 1960 bis 1973 und galt als eine der zehn schönsten Frauen Italiens.
Die Tochter eines Schuhmachers studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia. 1955 gewann sie die Young Artists Audition und damit ein Fulbright-Stipendium für ein Studium an der Accademia di Santa Cecilia in Rom.
Ihr Bühnendebüt war in Spoleto, ebenfalls 1955, als Norina in Donizettis Don Pasquale. 1956 trat sie in einer Fernsehproduktion der Madame Butterfly des Regisseurs Mario Lanfranchi, den sie 1957 heiratete, auf. 1956 machte sie auch erste bedeutende Aufnahmen mit der RAI (Madame Butterfly, Sonnambula, La Figlia del Reggimento und Falstaff).
1957 debütierte sie an der Mailänder Scala, am 10. August 1957 bei den Salzburger Festspielen sowie am 15. September 1957 an der Wiener Staatsoper (Dirigent Herbert von Karajan) als Nanetta in Giuseppe Verdis Falstaff. An der Staatsoper trat sie zudem als Gilda in Rigoletto, in der Titelrolle von Jules Massenets Manon, als Marguerite in Charles Gounods Faust, als Micaela in Georges Bizets Carmen, als Mimi in Giacomo Puccinis La Bohème sowie als Violetta in La Traviata auf.
Ihr US-Debüt absolvierte Moffo ebenfalls 1957 in La Bohème an der Lyric Opera of Chicago. 1959 erfolgte ihr erstes Engagement an der Metropolitan Opera in New York (La Traviata). Ihren letzten regulären Auftritt an der Metropolitan Opera hatte Moffo 1976. Zuletzt sang sie 1983 bei einer Gala in dem Opernhaus.
Besonderer Hervorhebung bedarf ihre Rolle als Violetta Valery in La Traviata, über die Michael Parouty (1998, S. 96) treffsicher resümierte: "Eine Zeit lang gehörte es zum guten Ton, eine Anna Moffo mit Herablassung zu betrachten: Starfigur und Kinokarriere, sinnlicher, glamouröser Gesang und eine Theatralik, die ihre Nähe zu Hollywood veriet. Doch unleugbar ist sie eine gewandte und intelligente Darstellerin der Violetta, ihr hintertriebener Charme ist nicht ohne Reiz, und ihre Stimme hat etwas wahrhaft Strahlendes."
1972 wurde sie von Lanfranchi geschieden und heiratete 1974 den früheren RCA-Präsidenten Robert Sarnoff, der 1997 starb.
Die Operndiva, die zuletzt in Manhattan lebte, starb nach Angaben ihrer Stieftochter Rosita Sarnoff an einem Schlaganfall.
Filme
* Die Schöne Helena (1974)
* Lucia di Lammermoor (1971)
* Die Czardasfürstin (1971)
* Il Divorzio (1970)
* Concerto per pistola solista (1970)
* La Ragazza di nome Giulio (1970)
* The Adventurers (1970)
* Una Storia d'amore (1969)
* La Traviata (1967)
* Menage all'italiana (1965)
* Austerlitz (1960)
* La Sonnambula (1956)
Literatur
* Michel Parouty: verdis Meisterwerk La Traviata,Bern/München/Wien 1998
* Jürgen Kesting: Die großen Sänger. 3 Bände. Claassen, Düsseldorf 1986, ISBN 3-546-45387-5
* Mario Genesi: Anna Moffo: una carriera italo-americana. Litografica Orione, Piacenza 2002
Weblinks
*
* http://www.rondomagazin.de/klassik/m/mozart/wam32.htm
* http://sopranos.freeservers.com/moffo.htm
* http://www.geocities.com/Vienna/Choir/4261/moffopage.htm
* http://www.operagloves.com/Classicstars/AnnaMoffo/annamoffo.html (Fotos)
* http://www.cs.princeton.edu/~san/sopranos.html#moffo (Fotos)
* http://matsumo-web.hp.infoseek.co.jp/player/e-page6pb.htm (Fotos)

