Anna Göldi
]]Anna Göldi (oder Göldin, • in Sennwald], ? 13. [[Juni 1782 in Glarus (Schweiz) hingerichtet) gilt als die ?letzte Hexe Europas?.
Göldi stammte aus armen Verhältnissen und arbeitete als Dienstmagd. Sie gebar zwei Kinder, das erste starb kurz nach der Geburt und sie wurde darauf wegen Kindsmord verurteilt und bestraft.
Später arbeitete sie als Magd bei dem Glarner Arzt, Ratsherrn, Richter und Regierungsrat Johann Jakob Tschudi aus einer der reichsten und einflussreichsten Familien des protestantischen Kantons Glarus. Hier soll sie dann mehrmals in die Milch einer der Töchter Tschudis Stecknadeln gezaubert haben. Außerdem soll die Tochter nach Aussagen von Angehörigen der Familie Tschudi mehrfach Nägel gespuckt haben. Wegen Verzauberung der Tschudi-Tochter wurde Anna Göldi daraufhin der Hexerei beschuldigt und angeklagt. In dem anschließenden Gerichtsprozess gab Göldi unter Folter zu, die Kräfte des Teufels zu nutzen. Der Glarner Rat verurteilte sie am 13. Juni 1782 zum Tod durch das Schwert. Das Urteil wurde umgehend vollstreckt. Es sorgte trotz Pressezensur in der Schweiz und in Deutschland für Aufruhr und wurde als Justizmord bezeichnet. In der Urteilssprechung wurde der Vorwurf der Hexerei vermieden und die Gerichtsakten vernichtet, sie wurde als Giftmörderin hingerichtet.
Nach Auswertung bisher unbekannter Quellen kommt der Journalist Walther Hauser zu dem Schluss, dass Anna Göldi vermutlich ein Verhältnis mit ihrem Dienstherren Johann Jakob Tschudi hatte und von diesem möglicherweise auch vergewaltigt wurde. Da überführte Ehebrecher als unfähig galten, ein politisches Amt zu bekleiden, beschloss Tschudi wahrscheinlich, die Anna Göldi zu beseitigen und initiierte den Hexenprozeß, der mit Göldis Hinrichtung endete.
Für den 225. Todestag von Anna Göldi im Sommer 2007 ist im Kanton Glarus die Eröffnung eines Museums für die "letzte Hexe Europas" geplant.
In der Zürcher Zeitung, der heutigen Neuen_Zürcher_Zeitung_(NZZ), erschien am 9. Februar 1782 ein vom Kanton Glarus als Inserat aufgegebener Steckbrief, mit dem die angebliche Hexe gesucht wurde.
:?Löblicher Stand Glarus, evangelischer Religion, anerbietet sich hiermit demjenigen, welcher nachbeschriebene Anna Göldin entdecken, und der Justitz einbringen wird, Einhundert Kronenthaler Belohnung zu bezahlen; womit auch alle Hohe und Höhere Obrigkeiten und Dero nachgesezte Amtsleuth ersucht werden, zu Gefangennehmung dieser Person all mögliche Hülfe zu leisten; zumahlen solche in hier eine ungeheure That, vermittelst geheimer und fast unbegreiflicher Beibringung einer Menge Guffen [Nadeln] und anderen Gezeug gegen ein unschuldiges acht Jahr altes Kind verübet hat.
:Anna Göldin, aus der Gemeind Sennwald, der Landvogthey hohen Sax und Forstek zugehörig, Zürchergebiets, ohngefähr 40. Jahr alt, dicker und grosser Leibsstatur, vollkommnen und rothlechten Angesichts, schwarzer Haaren und Augbraunen, hat graue etwas ungesunde Augen, welche meistens rothlecht aussehen, ihr Anschauen ist niedergeschlagen, und redet ihre Sennwälder Aussprach, tragt eine modenfarbne Jüppen, eine blaue und eine gestrichelte Schos, darunter eine blaue Schlingen- oder Schnäbeli-Gestalt, ein Damastenen grauen Tschopen, weis castorin Strümpf, ein schwarze Kappen, darunter ein weisses Häubli, und tragt ein schwarzes Seidenbettli.
:Datum, den 25. Jenner St. v. 1782.
:Kanzley Glarus evangelischer Religion.?Siehe auch: Hexenverfolgung
Literatur
* August Ludwig von Schlözer: Abermaliger JustizMord in der Schweiz. In: Stats-Anzeigen. Band 2. Göttingen, 1782. S. 273?277.
Eveline Hasler: Anna Göldin, letzte Hexe. Roman. Benziger, Zürich und Köln 1982 ISBN 3-545-36356-2 (Taschenbuchausgabe: dtv, München 1985 ISBN 3-423-10457-0)
* Kaspar Freuler: Anna Göldi. Roman. Verlag Buchhandlung Baeschlin Glarus
Weblinks
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*http://www.annagoeldin.ch/ (Homepage der Anna Göldi-Stiftung, Mollis)
*http://www.nzz.ch/timeline/indexFlash.htm (Klick auf Jahr 1782, NZZ-Inserat im Original und Kommentar)
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