Anna Anderson
Anastasia Manahan (* um 1900; ? 4. Februar 1984), besser bekannt unter dem Namen Anna Anderson, wurde berühmt durch die bis zum Lebensende aufrecht gehaltene Behauptung, mit Anastasia_Romanowa (1901?1918) identisch zu sein, der Tochter des letzten russischen Zaren Nikolaus_II. Sie gab an, am 17. Juli 1918 als einzige die Ermordung der Zarenfamilie durch die Bolschewiki im Zuge der Russischen_Revolution überlebt zu haben. Weitere Namen, unter denen sie bekannt wurde, waren Anna Tschaikowsky, so nannte sie sich zunächst selbst, und Franziska Schanzkowska (auch Schanskowski oder Tschanskowski transkribiert), ihr mutmaßlich richtiger Name.[http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,2010238,00.html ZDF-Sendung, 9. September 2004: Die Akte Romanow]Ihr Leben wurde mehrfach verfilmt. Am bekanntesten ist die Hollywood-Verfilmung Anastasia von 1956 mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle.[http://german.imdb.com/title/tt0048947/ IMDB-Eintrag zum Film 1956]
Der Fall Anna Anderson
Die bei Posen geborene Bauerntochter Franziska Tschanskowski war zunächst Fabrikarbeiterin. Durch eine inszenierte Verwechslung schlüpfte sie Anfang der 1920er Jahre in die Rolle der russischen Zarentochter Anastasia, die einige Jahre zuvor mit ihrer Familie unter staatlicher Geheimhaltung in Jekaterinburg ermordet und in einem unzugänglichen Waldgebiet verscharrt worden war. In der Weltöffentlichkeit herrschte damals weitgehende Unkenntnis zum tatsächlichen Geschehensablauf um das Verschwinden der russischen Zarenfamilie. Die Boulevardpresse interpretierte daher das Schicksal der jungen unbekannten Frau, die nach einem Selbstmordversuch aus dem Berliner Landwehrkanal gezogen worden war, als das Auftauchen der dem blutigen Massaker vermutlich entronnenen Großfürstin. In der historischen Aufarbeitung konnte nie zweifelsfrei geklärt werden, ob Franziska Schanzkowska die Öffentlichkeit bewusst täuschte, oder sie durch ein Nervenleiden tatsächlich glaubte, die verschollene Zarentochter zu sein. Spätere Untersuchungen ergaben, dass Schanzkowska von den behandelnden Ärzten geradezu gedrängt wurde, in die Rolle der Anastasia zu schlüpfen. Sie legte sich das Pseudonym Anna Anderson zu und spielte Zeit ihres Lebens die Rolle der verkannten Prinzessin. Erst nach ihrem Tode klärte eine DNA-Untersuchung zweifelsfrei, dass sie nicht mit dem russischen Zarengeschlecht Romanow verwandt gewesen sein konnte.Rüdiger Schmitt (Universität Regensburg, Lehrstuhl für Genetik, 2003): Gene und Geheimtext im menschlichen Genom; auch erreichbar unter [http://209.85.135.104/search?q=cache:PV-36latIasJ:www.mnu.de/download.php%3Fdatei%3D207%26myaction%3Dsave+Anna+Anderson&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de&client=firefox-a]
Quellen
Literatur
*Hugh Brewster: Anastasias Album. Die jüngste Tochter des letzten Zaren erzählt ihre Geschichte. Langen-Müller, München 1996, ISBN 3-7844-2596-8
*Peter Kurth: Anastasia, die letzte Zarentochter. Das Geheimnis der Anna Anderson. Lübbe, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3-404-11511-2
Weblinks
• Webseite von Peter Kurth Erzähler und Verfechter der Zarentochtergeschichte
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