Anlage 1391
Anlage 1391 bzw. "Facility 1391" ist ein Geheimgefängnis unbekannter Lage in Israel.Es soll ein in Zentralisrael, in der Nähe der Grünen_Linie befindlicher, ehemaliger Polizeiposten aus der britischen_Mandatszeit sein. Sie ist unter Kontrolle der israelischen_Armee und löste in ihrer Funktion vermutlich in den 70er Jahren den alten Militärposten in Gedera bei Tel Aviv ab. Die Geheimhaltung wird damit begründet "Schaden von der Sicherheit des Landes abzuwenden". Hinweise auf Landkarten und Luftaufnahmen wurden entfernt.[http://www.eurozine.com/articles/2003-11-21-cook-de.html LeMonde diplomatique, 21. November 2003] Einige Inhaftierte wurden zu Verwandtenbesuchen nach Haifa gefahren, was demnach in der Nähe liegt.
Inhaftierte
Nach Aussagen ehemaliger Inhaftierter wie Mustafa Dirani (Amal-Miliz) handelt es sich überwiegend um Gefangene aus der 18jährigen Besetzungszeit des Südlibanon (Operation Litani). Bis zur Operation Schutzwall (israelischer Einmarsch ins Westjordanland, April 2002) befanden sich in dem Verhörzentrum vermutlich überwiegend Ausländer wie Jordanier, Libanesen, Syrer, Ägypter und Iraner, darunter Abdel Karim Obeid (Hisbollah). Später waren es Palästinenser wie Marwan Barguti, Generalsekretär der Fatah. Vorübergehend Verhaftete unterlagen der Schin Bet, der auch die Verhöre in normalen Gefangenenzentren unterliegen; Ausländer wurden von der Einheit 504 des Aman (Militärgeheimdienst) befragt.
Haftbedingungen
Die schwedische Sektion der International Commission of Jurists brachte den Fall 2003 wegen Verstosses gegen Beschlüsse der UN-Generalversammlung (Resolution 43/173 von 1988 http://www.un.org/documents/ga/res/43/a43r173.htm) und die Genfer_Konvention_III vor den Obersten Gerichtshof in Jerusalem. Danach ist den Inhaftierten, die zu 68 % der Folter unterzogen werden, der Zugang zu Anwälten und das Wissen um den Ort des Aufenthalts verwehrt, Familienkontakt nur selten möglich. [http://www.hamoked.org.il/items/6082.pdf "FACILITY 1391" ? a secret prison] Hamoked 2005 Es gibt fensterlose Isolationshaft in kleinen Zellen mit Dauerbeleuchtung, was als mentale Folter gilt und zum DDD-Syndrom führt.
Bekanntwerden
Die Verhaftungen im Zuge der Operation Schutzwall veranlassten HaMoked im Oktober 2002 per Gericht die Behörden zu zwingen ihre Klienten Haftrichtern vorzuführen und deren Aufenthalt bekanntzugeben. Amtlich bestätigt wurde dabei auch eine Anlage Barak; vermutet wird eine Weitere bei Tel Aviv namens Sarafend. Im Folgejahr erschienen Artikel in The Guardian [http://www.guardian.co.uk/print/0,3858,4797004-103552,00.html The Guardian 14. November 2003] und Le Monde diplomatique.

