Anklamer Bahn
Die Anklamer Bahn ist aus der Kleinbahngesellschaft Anklam?Lassan hervorgegangen. Diese wurde am 30. März 1895 als Aktiengesellschaft gegründet, an der der Preußische Staat, die Provinz Pommern, der Kreis Greifswald und die Städte Greifswald und Lassan ? in den ersten Jahren auch die Firma Lenz & Co GmbH - beteiligt waren.Sie erschloss mit zwei Kleinbahnstrecken die Umgebung der Stadt Anklam in Vorpommern nördlich der Peene, den ?Lassaner Winkel?. Ausgangspunkt war die Stadt Anklam, wo einerseits Anschluss zur Staatsbahnstrecke Stralsund ? Pasewalk, andererseits zum Netz der _Mecklenburg-Pommerschen_Schmalspurbahn_AG bestand.
Der wesentliche Teil der Strecken, die in der ?Feldspur? von 600 mm durch die Firma Lenz & Co GmbH errichtet worden waren, wurde am 17. April 1896 eröffnet. Von Anklam Peenebahnhof führte die eine nach Norden bis Crenzow und bog dann nach Westen zur Hafenstadt Lassan (19 km) an der Ostseeküste ab, wo zeitweise auch der Hafen bedient wurde. Von Crenzow ging die zweite Strecke in nördlicher Richtung über Wahlendow weiter bis Buddenhagen (11 km) an der Staatsbahnlinie Züssow ? Wolgast. Von Wahlendow zweigte seit dem 5. Oktober 1899 noch eine nur einen Kilometer lange Zweigbahn nach Pamitz ab. Damit war eine Gesamtlänge der Strecken von 31 km erreicht worden.
Im Sommer 1914 verkehrten zwei bis drei Zugpaare täglich zwischen Anklam und Lassan, die eine Fahrzeit von fast eineinhalb Stunden benötigten. Von Anklam nach Buddenhagen und zurück fuhr nur sonntags im Sommer ein einziger Zug.
1910 wurde die Betriebsführung von Lenz & Co an die Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes Pommern in Stettin abgegeben. Nach ihrer Auflösung trat 1920 an deren Stelle die Vereinigung vorpommerscher Kleinbahnen und 1937/1938 die Landesbahndirektion Pommern. Als die Pommerschen_Landesbahnen als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet wurden, übernahmen diese die Bahn mit Wirkung vom 1. Januar 1940 unter der Bezeichnung ?Anklamer Bahn? mit einer Streckenlänge von 19 km. Teilweise wird auch in der Literatur angegeben, diese Bahn sei den Greifswalder Bahnen unterstellt worden.
Der spärliche Personenverkehr kam schon in der Krisenzeit nach dem Ersten Weltkrieg mehr und mehr zum Erliegen und wurde 1927 ganz durch Omnibusse ersetzt. Im Sommer 1945 soll es jedoch noch einmal Personenbeförderung auf der Schiene gegeben haben.
Aber auch der Güterverkehr, dem die Bahn hauptsächlich dienen sollte, blieb hinter den Erwartungen zurück, so dass in den dreißiger Jahren nur noch die Strecke Anklam ? Lassan nebst einem Abzweig von Crenzow nach Rubkow befahren wurde. Was an Gleisen noch nicht in den zwanziger Jahren abgebaut worden war, wurde im Herbst 1945 für Reparationszwecke demontiert.
Literatur
Wolfram Bäumer, Siegfried Bufe: Eisenbahnen in Pommern. Bufe-Fachbuchverlag, Egglham und München 1988, S. 150ff. ISBN 3-922138-34-9

