Angriffsstufen
thumb|230px|Die_drei_AngriffsstufenUnter Angriffsstufe, manchmal auch Körperzone genannt, versteht man in den japanischen Kampfkünsten wie Aikid? oder Karate, und dem davon abstammenden Taekwondo, die Körperbereiche beim Menschen, an denen eine Angriffstechnik trifft, also ihre Wirkung erzielt. Man unterscheidet in der japanischen Sprache grundsätzlich drei Angriffsstufen: j?dan, ch?dan, gedan. Die Begriffe j?dan, ch?dan und gedan allein beschreiben jedoch nur den Körperbereich. Bei dem Gebrauch von Waffen in den japanischen Kampfkünsten (wie Iaid?, Kend?, Aikid? u.s.w.) werden die Begriffe j?dan no kamae, ch?dan no kamae und gedan no kamae verwendet, um die Haltung der Waffen in einer Grundposition zu beschreiben. Zusätzlich findet sich bei diesen Kampfkünsten noch die Bezeichnung Dai-j?dan, für das hoch über dem Kopf gehaltene Schwert.
Bei Angriffen in der Kampfkunstpraxis ist eine genaue Unterscheidung der Angriffsstufen wichtig, da einzelne Techniken wie Fauststöße (z.B. ch?dan tsuki) oder Fußtritte auf verschiedene Körperbereiche ausgeführt werden können. In einem Karate-Training ist beispielsweise von den Schülern genau darauf zu achten, welche Angriffsstufe vom Lehrer laut angesagt wurde, um Verletzungen zu vermeiden.
Angriffsstufen in den japanischen Kampfkünsten
J?dan
Der J?dan-Bereich ist die obere Angriffsstufe und umfasst Hals und Kopf. Dementsprechend nennt man einen geraden Fauststoß (Oi-tsuki) zum Kopfbereich Oi-tsuki j?dan. Ein Halbkreisfußtritt (Mawashi-geri) zum Kopf heißt Mawashi-geri j?dan. Die Gruppe der oben geführten Abwehrtechniken nennt sich J?dan-uke. Diese umfasst beispielsweise Age-uke (nach oben gezogene Abwehr mit dem Unterarm), Haishu-uke (Handrückenabwehr im Kopfbereich) oder Morote-uke (obere Blockabwehr mit unterstützendem zweiten Arm).
Ch?dan
Der Ch?dan-Bereich ist die mittlere Angriffsstufe und reicht vom Hals abwärts bis zur Gürtellinie. Ein verkehrter Fauststoß (Gyaku-tsuki) zum Solarplexus heißt daher Gyaku-tsuki ch?dan. Einen geraden Fußtritt (Mae-geri) zum Bauch nennt man Mae-geri ch?dan. Die Gruppe der in der Mitte geführten Abwehrtechniken nennt sich Ch?dan-uke. Diese umfasst beispielsweise Uchi-ude-uke (von innen nach außen gezogene Abwehr mit dem Unterarm), Soto-ude-uke (von außen nach innen gezogene Abwehr mit dem Unterarm), Shut?-uke (Schwerthandabwehr).
Gedan
Der Gedan-Bereich ist die untere Angriffsstufe und reicht von der Gürtellinie abwärts bis zu den Knien. Die Stufe gedan ist in den meisten Stilrichtungen weitgehend eine Tabuzone, allein schon daher, weil sie den Genitalbereich umfasst. Daher ist auch die Zahl der Angriffsstechniken im Gedan-Bereich eher gering. Armtechniken kommen lediglich als Abwehrtechniken (Gedan-uke) in Frage, zum Beispiel bei Gedan-barai (Armabwehr im Gedan-Bereich gegen Fußangriff Mae-geri). Angriffe werden speziell in der Selbstverteidigung beispielsweise als Yoko-geri kekomi gedan (Yoko-geri = seitlicher Fußstoß) zum Oberschenkel-Knie-Bereich ausgeführt.
Weitere Angriffsstufen
Eine vierte, für Stoß- und Schlagtechniken jedoch ungeeignete Angriffsstufe nennt sich Hiza shita und reicht von den Knien abwärts bis zum Boden. In diesem Bereich werden meist nur Fußfegetechniken ausgeführt, die das Ziel haben, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Literatur
* Okazaki Teruyuki, Stricevic Milorad: Modernes Karate, Falken Verlag, 1987, ISBN 3806842809
Morihei Ueshiba: Bud?. Das Lehrbuch des Gründers des Aikid?. ISBN 3921508576

