Angola
Angola (dt. Aussprache: [], port.: []) ist ein Staat in Südwest-Afrika. Nationalfeiertag ist der 11. November, Tag der Unabhängigkeit (1975). Angola grenzt an Namibia, Sambia, die Demokratische Republik Kongo und den Atlantischen_Ozean. Die von Angola annektierte Exklave Cabinda (ehemals Portugiesisch Kongo) liegt ganz im Norden zwischen der Demokratischen_Republik_Kongo und der Republik Kongo am Atlantik.Der Name Angola leitet sich von dem Titel Ngola der Könige von Ndongo, einem Vasallenstaat des Kongoreiches ab. Die Region erhielt ihren Namen durch die ersten portugiesischen Seefahrer, die dort an der schwarzafrikanischen Küste anlandeten und ein Padrão (plural: Padrões), ein steinernes Kreuz der Inbesitznahme für den portugiesischen König, errichteten. Weitere Padrões finden sich weiter südlich bei Walfischbucht und an der südafrikanischen Küste. (Deren Originale sind im Museum für Geschichte in Kapstadt erhalten geblieben.)
Geographie
Hauptartikel: Geographie AngolasDie Republik Angola liegt zwischen 4° 22' und 18° 02' südlicher Breite sowie 11° 41' und 24° 05' östlicher Länge. Das Land gliedert sich grob in eine schmale Niederung entlang der Atlantikküste, die in Richtung Osten, zum Landesinneren hin, zum Hochland von Bie ansteigt: Es macht den größten Teil Angolas aus, ist im Süden flach und in der Landesmitte bergig. Der höchste Berg ist der in diesem Hochland liegende Môco mit 2619 m.
Der Osten Angolas wird vom Sambesi durchflossen.
Klima
Angola teilt sich in drei Klimazonen ein:
An der Küste und im Norden des Landes ist es tropisch, das heißt es gibt eine das ganze Jahr hohe Tagestemperaturen zwischen 25 und 30°C, nachts ist es nur unwesentlich kühler. Von November bis März ist Regenzeit. Das Klima wird sehr durch den kühlen Benguelastrom (17-26°C) beeinflusst, was bedeutet, dass Nebel häufig ist. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 500 mm, im Süden kaum bei 100 mm jährlich.
Das Hochland im Zentrum und Süden des Landes ist gemäßigt-tropisch, es gibt vor allem im Winter deutlich Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. So liegen z. B. in Huambo die Temperaturen im Juli zwischen 25°C tagsüber und 7-8°C nachts, dazu kommt noch eine enorme Trockenheit. Ähnlich wie an der Küste ist die Regenzeit von Oktober bis April. Es fallen im Schnitt rund 1000 mm Regen pro Jahr
Im Südosten des Landes ist es überwiegend heiß und trocken, mit kühlen Nächten im Winter und Hitze und gelegentlichen Niederschlägen im Sommer. Die Jahresniederschläge schwanken um 250 mm.
Flora und Fauna
Die Vegetation reicht klimabedingt von tropischem Regenwald im Norden und in Cabinda, über Baumsavannen im Zentrum, bis zur trockenen Grassavanne, die durchsetzt ist mit Euphorbien (Wolfsmilchgewächse), Akazien und Affenbrotbäumen. Von Namibia ausgehend zieht sich entlang der Südwestküste ein Wüstenstreifen. Die Fauna Angolas ist reich an Wildtieren, es finden sich Elefanten, Flusspferde, Geparden, Gnus, Krokodile, Strauße, Nashörner und Zebras. Die Ausweitung der Landwirtschaft, aber auch die Zerstörungen durch die Bürgerkriege und der Handel mit Elfenbein gefährden das Überleben vieler Arten.
Wichtige Städte
Die fünf größten Städte sind:Luanda (2.819.000 Einwohner)
Huambo (203.000 Einwohner)
Benguela (155.000 Einwohner)
Lobito (150.000 Einwohner)
Lubango (105.000 Einwohner)
:Siehe auch: Liste der Städte in Angola
Bevölkerung
Die Bevölkerung Angolas setzt sich mehrheitlich aus drei Bantu-Volksgruppen zusammen, von denen jede ihre eigene Sprache spricht. 30 % der Bevölkerung sind Ovimbundu, 21 % Kimbundu und 12 % Ganguela. Zahlenmäßig weniger stark vertretene Volksgruppen sind z. B. mit 7 % die Nhaneca-Humbe, 5 % Xindunga, 3 % Bakongo, Ovambo (Ambo), Herero und Tshokwe (einschließlich Lunda). Etwa 2 % der Bevölkerung sind von gemischter Ethnizität, Europäer, überwiegend mit portugiesischen Vorfahren, machen ungefähr 2 % der Bevölkerung aus. Portugiesen sind, mit knapp 30.000 Menschen, auch die größte nicht-angolanische Volksgruppe im Land¹. Bis 1974/75 lebten auch ca. 130 deutsche Familien (sog. Angola-Deutsche) als Siedler oder Unternehmer im Land, vor allem in den Regionen um Huambo und Benguela; in der Stadt Benguela gab es seinerzeit sogar eine deutsche Schule. Die meisten haben seither aber das Land verlassen.
Sprachen
Portugiesisch ist zwar Amtssprache in Angola; am weitesten verbreitet sind jedoch Umbundu (37%, durch Ovimbundu gesprochen), Kimbundu oder Mbundu (25%) und Kikongo (13% durch Bakongo gesprochen) sowie dessen Kreolvariante Kituba),http://www.inwent.org/v-ez/lis/angola/seite4.htm und andere Sprachen wie Chilunga, Lingala, Ngangela, Oshiwambo (Kwanyama, Ndonga), Otjiherero, und Chokwe.
Gesundheitsversorgung
Die Ernährungs- und Gesundheitssituation der angolanischen Bevölkerung ist größtenteils katastrophal. Nur ca. 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung und nur 40 % haben Zugang zu ausreichend reinem Trinkwasser. Jährlich sterben tausende Menschen an eigentlich leicht heilbaren Krankheiten wie Durchfallerkrankungen oder Atemwegsentzündungen. Daneben sind Malaria, Meningitis, Tuberkulose und Erkrankungen durch Wurmbefall verbreitet. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist teilweise oder vollständig von ausländischen Nahrungsmittelhilfen abhängig.
Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren ist die zweithöchste der Welt, statistisch stirbt alle drei Minuten ein Kind in Angola. Aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung ist auch die Zahl der Frauen, die während der Geburt sterben, extrem hoch. Nach UN-Angaben liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Angola bei 44,6 Jahren.
Religion
Rund 55 % der Bevölkerung sind Katholiken, rund 10 % Protestanten, 35 % hängen Naturreligionen an. Es gibt eine kleine, bislang zahlenmäßig aber nicht erfasste, musliminische_Gemeinde.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Angolas
verhandelt mit portugiesischen Kolonisatoren.]]
Die ersten Bewohner des heutigen Angola waren Khoisan, die später weitgehend von Bantu-Volksgruppen verdrängt wurden. 1483 begann die Errichtung von portugiesischen Handelsposten an der Küste, die schließlich zur Kolonialisierung überging. 1975 erlangte Angola die Unabhängigkeit, der Bürgerkrieg zwischen den früheren Unabhängigkeitsbewegungen MPLA (die die Regierung stellte) und UNITA hielt jedoch bis 2002 an. Unterdessen ist der Wiederaufbau des Landes in Gang.
Politik
Zur Zeit ist die politische Macht auf die Präsidentschaft konzentriert. Die Exekutive besteht aus dem Präsidenten, dem Premierminister (zur Zeit Fernando da Piedade Dias dos Santos) und dem Ministerrat. Der Ministerrat, bestehend aus allen Regierungsministern und Vizeministern, trifft sich regelmäßig, um über politische Themen zu diskutieren. Die Gouverneure der 18 Provinzen werden vom Präsidenten ernannt und handeln nach seinen Vorstellungen. Das Verfassungsrecht von 1992 begründet die wesentlichen Merkmale der Regierungsstruktur und nennt die Rechte und Pflichten der Bürger. Das Rechtssystem, welches auf dem portugiesischen Recht und dem Gewohnheitsrecht basiert, ist schwach und bruchstückhaft. Gerichte sind nur in zwölf von mehr als 140 Stadtverwaltungen tätig. Das oberste Gericht dient als Rechtsmittelinstanz. Ein Verfassungsgericht ? mit der Fähigkeit einer unparteiischen Bewertung ? wurde niemals ernannt, obwohl es das Gesetz vorsieht.
Der 26 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Angola hat die politischen und gesellschaftlichen Einrichtungen des Landes zerstört. Die UN vermutet, dass es in Angola 1,8 Millionen Flüchtlinge gibt. Ungefähr vier Millionen Menschen sind vom Krieg betroffen. Täglich spiegeln die Lebensbedingungen im ganzen Land, besonders in Luanda (ungefähr 2,7 Million Menschen leben in Luanda), den Zusammenbruch der Verwaltungsinfrastruktur und der vielen gesellschaftlichen Einrichtungen wider. Krankenhäuser haben weder Medikamente noch eine Grundausstattung. Schulen haben keine Bücher und Angestellte im öffentlichen Dienst besitzen keine Ausstattung, um ihrer täglichen Arbeit nachzugehen.
Der Präsident hat verkündet, dass die Regierung vorhat, im Jahre 2007 Wahlen durchzuführen. Diese Wahlen wären die ersten seit 1992. Durch diese Wahlen könnte ein neuer Präsident und eine neue Nationalversammlung gewählt werden.
Regierungsparteien:
FDA ? Foro Democrático Angolano
FNLA ? Frente Nacional da Libertação de Angola
MPLA ? Movimento Popular de Libertação de Angola (unter Führung von José Eduardo dos Santos, Mehrheit in der Nationalversammlung seit 1975, bis 1991 Einheitspartei mit marxistischer Prägung)
PAJOCA ? Partido Angolano da Juventude Operária
PRD ? Partido Renovador Democrático
PRS ? Partido de Renovação Social
TRD ? Tendência de Reflexão Democrática
UNITA ? União Nacional para a Independência Total (Übergangsleitung: Paulo Lukamba ?Gato?, ist die stärkste Oppositionspartei und verfügt nach dem Protokoll von Lusaka von 1994 über vier Minister und sieben Vizeminister in der Regierung)
UNITA-Renovada ? (Generalsekretär: Jorge Valentim, seit Oktober 2002 wieder Teil der UNITA)
Anmerkung: Über ein Dutzend weitere kleine Parteien stellten bei den Wahlen 1992 Kandidaten auf. Diese bekamen aber nur wenige Sitze in der Nationalversammlung und haben somit nur geringen Einfluss auf die Politik des Landes.
Gewerkschaften:
UNTA (União Nacional dos Trabalhadores Angolanos)
CGSILA (Confederação Geral dos Sindicatos Independentes e Livres de Angola)
Verwaltungsgliederung
Angola gliedert sich in 18 Provinzen (portugiesisch: províncias, Singular - província); die Hauptstädte der Provinzen stehen in Klammern.
Militär
Angola unterhält ein etwa 110.000 Mann starkes Grundschulen wiederholen 54% der Kinder eine oder mehrere Klassen. Wenn die Kinder die 5. Klasse erreichen, gehen nur noch 6% der Kinder ihrer Altersgruppe in die Schule. Diese hohe Schulabbrecherquote entspricht dem Mangel an Schulen mit 5. und 6. Klasse.
Mehr als die Hälfte der Schulen, die im Zeitpunkt der Unabhängigkeit 1975 existierten, wurden im Bürgerkrieg zerstört. Seit dem Frieden 2002 wurden große Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern. Es wurden mehr als 18.000 Klassenräume gebaut und 70.000 Lehrer haben ihre Arbeit an den Grundschulen aufgenommen. Die Mehrheit der neuen Lehrer hat keine pädagogische Ausbildung. Die Anzahl der Schüler in den Grundschulen stieg seit 2002 von 1,9 Millionen auf 4,9 Millionen. In der gleichen Zeit begann in Angola eine Schulreform mit der Absicht, die Inhalte der Schule für die Kinder relevanter zu machen und bessere Ergebnisse als früher zu erzielen.
In Zusammenarbeit mit dem angolanischen Bildungsministerium betreibt die Hilfsorganisation "Ajuda de desenvolvimento de Povo para Povo em Angola" 7 Lehrerausbildungsstätten in Huambo, Caxito, Cabinda, Benguela, Luanda, Zaire und Bié, die so genannten "Escolas do Professores do Futuro", an denen bis Ende 2006 mehr als 1000 Lehrer für den Einsatz in den ländlichen Gebieten ausgebildet wurden. Bis 2015 sollen 8 weitere dieser Lehrerausbildungsstätten eingerichtet und 8000 Lehrer ausgebildet werden.Ajuda de Desenvolvimento de Povo para Povo em Angola (ADPP, eine NGO); [http://www.humanapeopletopeople.de/Angola-TheExpansionPlan.pdf Expansionsplan des Ministeriums mit ADPP]
Literatur
Einige bekannte angolanische Schriftsteller:
Mário Pinto de Andrade
Arlindo Barbeitos
Alda Lara
Agostinho Neto
Pepetela
José Eduardo Agualusa
Musik
Das berühmteste angolanische Volkslied ist Kumbaya (Come by here, my Lord). Der Ursprung des Volksliedes ist jedoch umstritten. Einige Sprachforscher glauben, dass dieses Lied in Gullah, einer Kreolsprache von der Küste Georgias bzw. South Carolinas, entstand. Falls diese These stimmt, muss das Lied nach Angola gebracht worden sein. Demnach könnten es höchstwahrscheinlich amerikanische Missionare gewesen sein, die das Lied nach Angola brachten, wo es zu einer späteren Zeit wiederentdeckt wurde.
Pop-Musiker:
Waldemar Bastos
Bonga
Sport
Fußball
Am 8. Oktober 2005 gelang es der WM_2006 in Deutschland zu qualifizieren. Ein knappes 1:0 beim Gruppenletzten in Ruanda reichte aus, um das Ticket zu lösen und Nigeria, das seit 1994 an jeder WM-Endrunde teilnahm, aus dem Wettbewerb zu werfen. Das angolanische Team nahm damit zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil. Star der Mannschaft ist Pedro Manuel Torras (Pedro Mantorras). Folgende Spiele bestritt die angolanische Mannschaft (Gruppe D) in der Vorrunde: am 11. Juni 2006 in Köln gegen Portugal (0:1 Niederlage), am 16. Juni 2006 in Hannover gegen Mexiko (0:0 Unentschieden und damit erster Punktgewinn überhaupt bei einer WM) und am 21. Juni 2006 gegen Iran (1:1). Offizieller Gastgeber der angolanischen Fußballnationalmannschaft während der WM war die Stadt Celle. Trotz des Ausscheidens in der Vorrunde der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sorgten die Mannschaft und ihre Fans für eine Volksfeststimmung innerhalb und außerhalb der Stadien.
Basketball
WM-Vorrunden Ergebnisse Gruppe B: Angola 83/'>70 Panama; Japan 62|87 Angola; Neuseeland 73|95 Angola; Spanien 93|83 Angola; Angola 103|108 Deutschland. Tabellenplatz 3.''
Die angolanische Basketballnationalmannschaft nahm an der CIA World Fact Book
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