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150px|thumb|David_Lloyd_George
Premierminister_Führer_der_britischen_Delegation

150px|thumb|Winston_Churchill
Staatssekretär_der_Kolonien,_Mitglied_der_britischen_Delegation

Der Inhalt des Vertrags teilte die irisch republikanische Führerschaft und führte dazu, dass der Präsident der irischen Republik Eamon de Valera die Minderheit der Vertragsgegner anführte. Hauptstreitpunkt des Vertrags war die nicht vorhandene Eigenständigkeit der Republik (gekennzeichnet durch den Treueeid auf die englische Krone). Die Teilung der Insel war zwar ebenfalls ein Streitpunkt, aber nicht der wichtigste; beide Seiten gingen davon aus, dass die Boundary Commission große Teile der abgespaltenen Grafschaften dem Freistaat zusprechen und Nordirland dadurch zu klein würde, um als eigentständige politische Einheit lange neben der irischen Einheit bestehen zu können. Tatsächlich änderte die Kommission nichts an den Grenzen; entgegen den Wünschen hunderttausender Bewohner, die so noch heute unter britischer Herrschaft leben.

Das Second_Dáil (2. gewählte irische Parlament) ratifizierte den Vertrag formal im Dezember 1921. Das House_of_Commons_of_Southern_Ireland (Unterhaus von Südirland), das aus nahezu den gleichen Personen bestand, aber aus Sicht der Briten das Parlament war, das dem Vertrag in erster Linie zustimmen musste, ratifizierte ihn im Januar 1922. De Valera trat als Präsident daraufhin zurück. Sein Nachfolger wurde Arthur Griffith. Michael Collins gründete, wie im Vertrag festgelegt, eine provisorische irische Regierung (Provisional Government of Ireland), die dem Unterhaus von Südirland unterstellt war. Im Dezember 1922 erlangte die neue irische Verfassung durch das Third_Dáil Gesetzeskraft.

Vertragsgegner, allen voran Eamon de Valera, starteten während dieses Prozesses eine Kampagne gegen das Inkrafttreten, die zum irischen_Bürgerkrieg führte. 1922 starben zwei der unterzeichnenden Hauptpersonen: Präsident Griffith starb - vermutlich aufgrund nicht endender Streitereien - an Herzversagen; Michael Collins wurde im August ermordet. Bei der Unterzeichnung des Vertrages mutmaßte Collins bereits, dass er neben dem Vertrag auch sein Todesurteil unterzeichnet. William_T._Cosgrave war der Nachfolger beider Männer.

Der Bezug im Vertrag auf die Monarchie, die Befehlsgewalt sowie den übergeordneten gesetzlichen Status des Vertrags wurde erst 1932 aufgrund des Statuts_von_Westminster aus der irischen Konstitution gestrichen.

Knapp 30 Jahre vorher hatte Michael Collins vorhergesagt, dass der Vertrag "die Freiheit schaffen würde, Freiheit in Irland zu erlangen" ("give the freedom to achieve freedom"). Selbst Eamon de Valera erkannte später die Wahrheit in diesen Worten, was sowohl durch seine Taten in den 1930er Jahren als auch in seinen Beschreibungen über die Erhaltung der Unabhängigkeit in den 1920er Jahren durch seine damaligen Gegner deutlich wurde. "Sie waren großartig" ("They were magnificent") sagte er seinem Sohn 1932 kurz nach dem Beitritt zur Regierung und nachdem er die hinterlassene Texte von Cosgraves Parteisitzungen der Cumann na nGaedhael gelesen hatte.

Heute stimmen die meisten Iren, einschließlich de Valeras Partei Fianna Fáil, darin überein, dass es ein Fehler war, gegen den Vertrag zu kämpfen, da er unter den damaligen Umständen wohl das beste erreichte.

Obwohl die britische Regierung dieser Zeit bereits seit 1914 Home Rule, d.h. autonome Selbstverwaltung für die ganze irische Insel angestrebt hatte, glaubte das britische_Parlament, dass eine komplette Unabhängigkeit Irlands 1921 zu einem Massaker an Katholiken in Ulster durch ihre stark bewaffneten protestantischen "Nachbarn" geführt hätte. Obwohl Unionisten im ganzen Land lebten, konzentrierten sie sich doch sehr stark im Nordosten. Ein Aufstand von ihnen gegen die "Home Rule" wäre einer Revolte gegen das "Mutterland", und somit quasi einem Bürgerkrieg, gleichgekommen. Den Status eines Herrschaftsgebietes für 26, mit der Abspaltung der übrigen 6 Grafschaften schien zur damaligen Zeit der beste Weg zu sein.

Faktisch war der Herrschaftsstatus, den auch Kanada, Neuseeland und Australien erhielten, weit mehr als die Zugeständnisse des ersten "Home Rule"-Vertrages aus dem Jahr 1914 und mit Sicherheit auch besser als die "Home Rule", die im 19. Jahrhundert Charles Stewart Parnell angeboten wurde.

Noch beachtlicher sind die Zugeständnisse, wenn man sich den Zustand der IRA zum Zeitpunkt des Waffenstillstandes ansieht. Die IRA hatte nur noch wenige Waffen und Munition. Als Collins erstmals vom vorgeschlagenen Waffenstillstand Mitte 1921 (siehe auch: Anglo-Irischer Krieg) erfuhr, dachte er, dass die Briten verrückt seien. Die Briten waren, obwohl sie niemals auf die Idee kamen, nur Wochen oder Tage von der Zerschlagung der IRA entfernt.

Eamon de Valera wurde einst gefragt, was sein größter Fehler war. Er antwortete: "Den Vertrag nicht zu akzeptieren".

Literaturangaben (sämtlich in englischer Sprache)


*Tim Pat Coogan, Michael Collins (ISBN 0091741068)
*Tim Pat Coogan, DeValera (ISBN 009175030X)
*J.J. Lee, Ireland 1912 - 1985. Politics and Society

Siehe auch


Geschichte Irlands
Geschichte Dublins

Weitere Verträge zwischen Großbritannien und Irland:
Vertrag von Limerick (1691)
Abkommen von Sunningdale (1973)
Anglo-Irisches Abkommen (1985)
Belfast-Abkommen (1998)

Weblinks


kompletter Text des anglo-irischen Vertrags (englisch)
Aufzeichnung der Debatte über den Vertrag (englisch)

Dieser Text basiert auf einer Übersetzung des Artikels Anglo-Irish Treaty aus der englischen Wikipedia, Version vom 9. Juli 2005.

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