Jules Joseph d'Anethan
Jules Joseph Baron d'Anethan (23. April 1803 in Brüssel; ? 8. Oktober 1888 ebenda) war ein belgischer Staatsmann.D'Anethan studierte die Rechte trat in den Staatsjustizdienst, wurde 1831 königlicher Prokurator, 1836 Generaladvokat am Appellhof in Brüssel, 1843 im klerikalen Ministerium Nothomb Justizminister und blieb dies auch unter van_de_Weyer und de_Theux, bis 1847 die Liberalen ans Ruder kamen. Seit 1844 vertrat er Löwen in der Deputiertenkammer, wo er zur klerikalen Partei gehörte. Als diese bei den Wahlen im Juni 1870 wieder siegte, wurde d'Anethan mit der Bildung des klerikalen Ministeriums betraut, dessen Seele indes nicht er, sondern Jules Malou war. Als der Bankrott André Langrand-Dumonceaus die klerikale Partei und besonders einige Schützlinge d'Anethans, wie den Gouverneur von Limburg, Pieter de Decker, arg kompromittierte, musste d'Anethan mit seinem Ministerium im Dezember 1871 zurücktreten und wurde zum Gesandten beim päpstlichen Stuhl ernannt. Diesen Posten verlor er 1880, als die belgische Regierung die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abbrach. 1884 wurde er zum Präsidenten des Senats erwählt.

