Windrichtungsgeber
Ein Windrichtungsgeber, auch Windfahne, Wetterfahne oder eingeschränkt Anemoskop genannt, ist ein Anzeigeinstrument zur Ermittlung der Windrichtung. Es basiert darauf, dass sich ein bewegliches Messelement am dynamischen_Druck des Windes ausrichtet.
Sehr stark sind in Europa optisch als Hähne gestaltete Windrichtungsgeber, sogenannte Wetterhähne, verbreitet. Diese findet man noch heute auf sehr vielen Kirchen. Grund ist wohl die Bibelstelle in der Christus dem Petrus prophezeit: "Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen." (Matth. 26, 75) Was Petrus nach dem Bericht des Evangeliums nach der Verhaftung von Jesu aus Angst vor Verfolgung auch dreimal tat. Als der Hahn krähte, erinnerte er sich an diese Prophezeiung, schämte sich sehr und verkündete dann bis zu seinem Märtyrertod den neuen Glauben. Der Hahn war also eine Mahnung sich nicht nach dem Wind zu drehen, sondern wie Petrus in seinem weiteren Leben dem christlichen Glauben treu zu folgen.
Die erste bekannte Erwähnung eines Wetterhahns stammt aus dem 9. Jahrhundert. Bischof Rampertus von Brescia hat demnach im Jahre 820 einen aus Bronze gießen und auf dem Turm der Kirche San Faustino Maggiore anbringen lassen.
Neben dieser Bedeutung wurde der Hahn auch als Christussymbol verwendet. Der erste Beleg für diese Verwendung ist das Tagesliederbuch "Cathemerinon" von Aurelius P. Clemens Prudentius (348 bis nach 405). So wie der Hahn mit seinem Ruf das Ende der Nacht und den Beginn des Tages verkündet und die Menschen aufweckt, so besiegt Christus nach diesen Interpretationen die Nacht der Sünde und des Todes und erweckt den Menschen zum christlichen Glauben und zum ewigen Leben.

