Andy Goldsworthy
(2003)]]Andy Goldsworthy (1956 in Cheshire, England) ist ein Künstler, der in der Natur vorkommende Materialien zur Erstellung seiner meist schnell vergänglichen Werke einsetzt und diese mit Hilfe der Fotografie dokumentiert. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Natur-Kunst, einer Variante der Land Art.
Leben und Werk
, Baum im Stein (2006)]]
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Andy Goldsworthy ist der Sohn von F. Allin Goldsworthy (1929-2001), einem Professor für angewandte_Mathematik an der University of Leeds. Seine Kindheit verbrachte er in der ländlichen Grafschaft Yorkshire. Von 1974 bis 1975 studierte er in Bradford am College of Art und von 1975 bis 1978 am Preston Polytechnic, seit 1992 integriert in die University of Central Lancashire. Dort nahm er immer weniger am Seminarbetrieb teil, stattdessen zog es ihn an die nahe Küste der Irischen_See, wo er seine ersten Versuche in und mit Naturmaterialien machte.
Goldsworthys Arbeiten zeichnen sich durch ihre Vergänglichkeit aus. Er arbeitet ausschließlich mit Naturmaterialien, die er an Ort und Stelle vorfindet, wie beispielsweise Steine, Blütenblätter oder Holz - stets ohne künstliche ?vom Menschen erschaffene? Hilfsmittel. Zum Befestigen von Blättern und Ästen benutzt er nur Dornen und Stöckchen oder Grasfasern und dokumentiert seine teils gewagt fragilen Kunstwerke mit künstlerisch hochwertigen Fotografien; so streut er beispielsweise Blütenblätter in einen Fluss und bildet sie kurz vor dem endgültigen Zerrinnen mit seiner Hasselblad-Kamera ab.
Bei einer anderen Arbeit überlässt er aufwendig am Strand arrangierte Muschelspiralen der Flut und gibt sie somit dem Meer zurück. Es ist nicht seine Absicht, Spuren in der Natur zu hinterlassen, vielmehr gibt er die Artefakte der Natur wieder zurück. Er demonstriert ihre Schönheit, indem er ihre Formen und Farben für wenige Stunden zu harmonisch komponierten Objekten vereint, sie dann aber der natürlichen Zerstörung überlässt. Für Goldsworthy spielen auch eine verborgene Mystik des Ortes und seine spirituell beeinflusste Wahrnehmung eine große Rolle, er lässt sich von seiner Umgebung beeinflussen und will auch den Ort selbst als Kunstwerk erleben (lassen).
Die für ihn bislang spektakulärste Demonstration seiner Kunst fand in London statt, als er 2001 zum Tag der Sommersonnenwende dreizehn große Schneebälle mit Kühlautos in die Stadt transportierte und diese auf den Londoner Straßen verteilte. Er beobachtete die Reaktionen der Menschen und den vergehenden Schnee, seine tagelange Arbeit ist in dem Fotoband ?Sommerschnee? dokumentiert.
Es waren seine Kunstbücher und weniger seine Ausstellungen, die Goldsworthy zu einem stillen Star der internationalen Kunstszene machten. In seinem Atelier archiviert er alle Aufnahmen seiner Arbeiten, die er schon in Schottland, USA, Frankreich, Japan, am Nordpol und in Australien gemacht hat.
Goldsworthy ist verheiratet, lebte lange Zeit in Schottland (Penpont, Dumfries and Galloway) und hat mehrere Kinder.
Auszeichnungen
*1993: Ehrendoktorwürde der University of Bradford
*2000: Order of the British Empire (OBE)
Monographien (Auswahl)
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* Andy Goldsworthy: A collaboration with nature, New York, Abrams 1990, ca. 120 S., überw. Ill., Gebunden, ISBN 0-8109-3351-9
* Andy Goldsworthy: Andy Goldsworthy, Frankfurt a.M., Preis der deutschen Filmkritik 2001. Die kongeniale, einfühlsame Filmmusik wurde von Fred Frith beigesteuert. ISBN 3-89848-731-8 ([http://www.piffl-medien.de/rivers_and_tides/rivers_and_tides.php Filminfos])
Weblinks
;Bilder und Filme
• Filmausschnitte von Rivers and Tides, Andy Goldsworthy, morning-earth.org
• Bilder und Ausstellungsliste, auf artnet.com (engl.)
• Cass Sculpture Foundation page on Goldsworthy ? mit Bildern (engl.)
;Texte zu Goldsworthys Kunst
• Roland Halfen: Die stille Kraft des Zerbrechlichen
• Stefan Beyst: Andy Goldsworthy. The beauty of creation (engl.)
• ?Die Zeit ist der größte Zaubermeister?, 17. Oktober 1998 und [http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/20.07.2001/ak-ku-ku-559829.html ?Andy Goldsworthy: Lehm und Lehm lassen?], Tagesspiegel, 20. Juli 2001

