Schulmassaker von Bath
thumb|Gedenkstein_mit_Namen_der_OpferDas Schulmassaker von Bath war eine Serie von Bombenanschlägen in und um Bath im US-Bundesstaat Michigan am 18. Mai 1927. Bei den Anschlägen starben 45 Personen, weitere 58 wurden zum Teil schwer verletzt. Bei den Opfern handelte es sich zumeist um Schüler der ersten bis sechsten Klasse der Bath-Gesamtschule. Die Bombenanschläge gingen mit mehr als dreimal so vielen Opfern wie das Columbine-Attentat als der größte Massenmord an einer Schule in die US-Geschichte ein.
Der Täter Andrew Kehoe war ein Mitglied des Schulkomitees. Kehoe war aufgebracht über die Grundsteuern, die erhoben worden waren, um den Bau des Schulgebäudes zu finanzieren. Er gab den Steuern die Schuld an seinen finanziellen Schwierigkeiten, die zu einem gerichtlichen Vollstreckungsbescheid gegen seine Farm führten. Dieses Ereignis hatte Kehoe wahrscheinlich zu seinem Anschlag provoziert.
Am Morgen des 18. Mai 1927 tötete Kehoe zunächst seine Frau und steckte daraufhin seine Farm in Brand. Als die ersten Feuerwehrkräfte vor Ort eintrafen, erschütterte eine Explosion das Schulgebäude und tötete die meisten Personen innerhalb des Gebäudes. Kehoe benutzte einen Zeitzünder, um das Dynamit zu zünden. Als die Rettungsarbeiten anliefen, fuhr Kehoe vor und sprengte seinen mit Metallteilen gefüllten Wagen in die Luft, wobei er sich selbst, den Schulinspektor und weitere Personen tötete. Während der Rettungsarbeiten wurden weitere 230 kg nicht explodiertes Dynamit im unzerstörten Südteil der Schule gefunden.
Hintergrund
Die Gemeinde Bath
Die Gemeinde_Bath ist eine kleine Gemeinde 16 km nordöstlich von Lansing, Michigan, zu der auch die gleichnamige Ortschaft Bath gehört. In den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Gegend hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt. 1922 stimmten die Bewohner für die Errichtung eines Fonds zur Gründung und Errichtung einer Gesamtschule, zu deren Eröffnung 236 Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse in der Schule eingeschrieben waren.
In der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts verschwanden viele der kleinen Schulen, in denen bisher verschiedene Klassenstufen denselben Klassenraum und Lehrer teilten. Pädagogen glaubten, dass die Kinder von einer einheitlichen Schule für alle Schüler der Region weit mehr profitieren würden. Die Kinder könnten dort in nach dem Alter gestuften Klassen zielgerichteter unterrichtet werden. Nach einigen Jahren der Diskussion, während denen auch die Gemeinde Bath entstand, wurden die Grundsteuern für diesen Zweck angehoben. In der Folge stieg die Steuerlast besonders für die Farmer wie Andrew Kehoe.

