Andrei Pawlowitsch Kirilenko
Andrei Pawlowitsch Kirilenko (russisch ;* 26. August/8. September 1906 in Alexejewka, Oblast Belgorod, ? 12. Mai 1990) war ein sowjetischer Politiker und langjähriges Mitglied des Politbüros der KPdSU.Leben
Kirilenko, in den dreißiger Jahren als Flugzeugingenieur in einem Institut für Luftfahrt tätig, wurde 1931 Mitglied der Kommunistischen_Partei_der_Sowjetunion (KPdSU). Sein steiler Aufstieg als Funktionär führte über folgende Stationen: 1938 bis 1941 war er Rajkomsekretär, 1943 bis 1947 Zweiter Obkomsekretär in Saporoschje, 1947 bis 1950 Erster Obkomsekretär von Nikolajew und schließlich 1955 bis 1962 Erster Obkomsekretär von Swerdlowsk.
Er wurde schon zu seiner Zeit in der Ukraine von Chruschtschow stark gefördert, und so folgte sein Aufstieg in die Machtzentren der Partei: Ab 1956 Mitglied im Zentralkomitee (ZK) der KPdSU, 1957 bis 1962 Kandidat_des_Politbüros der Partei und dann ? für einige überraschend - vom 25. April 1962 bis zum 22. November 1982 Vollmitglied im höchsten politischen Gremium der UdSSR, dem Politbüro (von 1952 bis 1966 Präsidium genannt) der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Von 1962 bis 1966 war er ? wie das Politbüromitglied Woronow - auch Erster Stellvertretender Vorsitzender des Büros des ZK für die Russische SFSR. Von 1966 bis 1982 nahm er in der Schaltzentrale der Partei die Funktion eines Sekretärs_des_Zentralkomitees_der_KPdSU war.
Im Politbüro war er u.a. für den Maschinenbau und für Industriebelange zuständig. Er unterstützte Chruschtschow in seiner antistalinistischen Politik und er stärkte (1963) zunehmen seine Position gegen Woronow, einen Konkurrenten im Politbüro. In dem Machtkampf von 1964, bei dem Chruschtschow sein Amt als Erster Sekretär des Politbüro verlor und Breschnew sein Nachfolger wurde, hatten sich die Positionen anderer Politbüromitglieder wie Suslow, Podgorny und Kossygin gestärkt. Kirilenko musste sich anpassen, behielt jedoch seine Funktion im Politbüro und wurde in enger Zusammenarbeit mit Breschnew einer der Mächtigsten in einer ansonsten jedoch nicht veränderungsfähigen Führungsspitze der UdSSR.
Alters- und Krankheitsbedingt schied er 1982 aus seinen politischen Ämtern aus.
Literatur
* Michel Tatu: Macht und Ohnmacht im Kreml, Ullstein, 1967
* Merle Fainsod: Wie Russland regiert wird; Kiepenheuer & Witsch, 1965
* Michail Gorbatschow: Erinnerungen; 1995, Siedler-Verlag

