Andreas Molau
Andreas Molau (* 23. 02. 1968 in Braunschweig) ist ein nationalistischer deutscher Publizist. Er ist seit 2005 Vorsitzender der rechtsextremen Gesellschaft für Freie Publizistik und seit 2006 Mitglied im Bundesvorstand der NPD, zuständig für "Bildung". Er ist Stellvertreter im Landesvorstand Niedersachsen der NPD und stv. Chefredakteur der Deutsche Stimme. Für seine Spitzenposition als Kandidat für die Landtagswahlen im Januar 2008 plädierte im April 2007 Udo Voigt.Leben
Molau studierte Deutsch und Geschichte auf Lehramt in Göttingen und schloss sein Studium mit einer Staatsexamensarbeit über Alfred Rosenberg. Der Ideologe des Nationalsozialismus ab. Diese Arbeit wurde 1993 bei dem extrem rechten Verlag Siegfried Bublies veröffentlicht.
Schon während seines Studiums arbeitete Molau als verantwortlicher Kulturredakteur bei der Jungen_Freiheit und schrieb seit Anfang der 1990er Jahre als Mitglied der Deutschen Hochschulgilde Trutzburg Jena zu Göttingen auch für den Göttinger Zirkel, ein Organ schlagender Burschenschafter, und andere rechtsextreme Blätter wie Nation und Europa. Aufgrund fehlender Distanz zu Positionen von Holocaustleugnern in einem Beitrag aus seinem Ressort und wegen eines Richtungsstreits in der Redaktion musste er 1994 die Junge Freiheit verlassen und arbeitete daraufhin als verantwortlicher Redakteur bei der Zeitschrift Deutsche Geschichte des mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilten Verlegers Gert Sudholt. Ende 1996 verschwand Molau als Autor dieser Blätter, zumindest unter seinem eigenen Namen.
1995 hatte Molau den bei der Verlagsgesellschaft Berg erschienenen geschichtsrevisionistischen Sammelband Opposition für Deutschland herausgegeben und damit wohl den Grundstein für seine weitere Karriere gelegt. Neben Molau selbst sind in dem Band unter anderem auch sein späterer Kollege im sächsischen Landtag Karl_Richter sowie Huwald Fröhlich, Hartmut Hesse, Ansgar Hofacker, Winfried Knörzer, Hans-Ulrich Kopp, Klaus Kunze, Carl Meyerson, Harald Neubauer, Germar Rudolf, Hans B. von Sothen, Franz Uhle-Wettler und Claus-M._Wolfschlag mit Beiträgen vertreten. Hier äußerte er auch die Grunddevise seines politischen Handelns, ?alle Rechten, Konservativen, Nationalen, Nationalkonservativen usw. gedanklich an einen Tisch zu bringen?.
Von 1996 bis 2004 war Molau als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Waldorfschule in Braunschweig angestellt, ohne dass seine politische Einstellung der Schulleitung bekannt war. Nachdem er einen Antrag auf Beurlaubung eingereicht hatte, um seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der kurz zuvor, am 19. September 2004, in den sächsischen Landtag eingezogenen Fraktion der NPD antreten zu können, wurde ihm von der Schulleitung die Lehrgenehmigung entzogen und ihm ein Hausverbot für das Schulgelände erteilt. Dabei wurde im November 2004 auch seiner elfjährigen Tochter und dem achtjährigen Sohn der Schulbesuch an der Braunschweiger Waldorfschule untersagt. Sowohl die Kündigung als auch die neue Anstellung Molaus, insbesondere aber die Entlassung der beiden Kinder etwa zwei Wochen später sorgten für bundesweites Aufsehen. Vor allem in nationalen Medien wie der Jungen Freiheit (JF), Deutschen Stimme (DS) und der National Zeitung (NZ) wurde übereinstimmend von ?Sippenhaft? ? so die Formulierung Molaus ? gesprochen.
Danach arbeitete Molau bis Anfang als parlamentarischer Berater der sächsischen NPD-Fraktion (bis Anfang 2006) und stellvertretender Chefredakteur der NPD-Parteizeitung Deutsche Stimme (bis April 2007). Er ist Pressesprecher des Unterbezirks Braunschweig und verantwortlich als Sprecher in Wolfenbüttel. Zur Bundestagswahl 2005 trat er für die NPD als Direktkandidat im Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel an. In einem Artikel in der ?Wolfenbütteler Zeitung? vom 2. Februar 2006 teilt Molau als Sprecher der örtlichen NPD mit, dass eine flächendeckende Kandidatur bei den Kommunalwahlen im Stadt und Landkreis Wolfenbüttel vorgesehen sei (die allerdings mangels Kandidaten und Unerstützungsunterschriften aber nicht zustande kam) und er Vorträge organisieren wolle, ?wie dies in Wolfenbüttel noch üblich war, als ich zu Abiturzeiten zur JN stieß?. Zu den Kommunalwahlen am 10. September 2006 kandidiert Andreas Molau auf der Liste der NPD für den Wolfenbütteler Kreistag im Wahlbereich IV (Samtgemeinden Asse, Oderwald, Schöppenstedt). Andreas Molau wurde bei der Wahl nicht in den Kreistag gewählt, die NPD erhielt aber einen Sitz.
Ab Mai 2007 ist Andreas Molau hauptberuflich als Leiter des "Amtes Bildung" beim NPD-Parteivorstand und als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Parteivorsitzenden Udo Voigt tätig.
Querfront zum Islamismus
Molau sucht für seine Partei den Kontakt zum Islamismus.
Er begrüßt wie dieser autoritäre Auffassungen der Gesellschaft ("Formenzwang der Kultur" in seiner Herder-Interpretation der "Volksgeister"). Im Interview mit dem Muslim-Markt äußert er "etwas mehr Kopftuch, als Frage einer züchtigen Kleiderordnung, stünde manch deutschem Mädel schon gut zu Gesicht." Beide Ideologien propagieren einen nationalen Kapitalismus gegen die Globalisierung, der angeblich eine andere Form der Wertschöpfung hat. Bei beiden gibt es den "alle Kultur zerstörenden Amerikanismus", die Juden sind die Herrscher des Kapitals. Beide sind gegen den Gleichheitsgrundsatz der Aufklärung, er markiere Dekadenz, Kulturzerfall. Dagegen stellt die NPD eine "deutsche Freiheit". Die Feindschaft zum Staat Israel ist bei beiden zentral. Die Anknüpfung Molaus an Alfred Rosenberg ist nicht zufällig, damit wird dieser Früh-"Theoretiker" der NSDAP im rechtsextrem-islamischen Dialog wieder wichtig.
Er nahm 2006 mit einer Zeichnung am Teheraner Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb teil.
Veröffentlichungen
*Andreas Molau: Alfred Rosenberg. Der Ideologe des Nationalsozialismus. Eine politische Biografie Bublies, Koblenz 1993 ISBN 3926584270
*Andreas Molau (Hrsg.): Opposition für Deutschland. Widerspruch und Erneuerung. Verlagsgesellschaft Berg, Berg am Starnberger See 1995 ISBN 3861180464
Literatur
*Raimund Hethey: NPD instrumentalisiert sächsischen Landtag, in: Der rechte Rand, Nr. 92 Jan./Febr. 2005, S. 8 f.
*Andreas Speit: Widersprüche, in: Der rechte Rand, Nr. 92 Jan./Febr. 2005, S. 14
*Siegfried Jäger: Die Debatte um den Kulturbegriff in der Jungen Freiheit. Eiertanz zum den heißen Brei. In: Helmut Kellershohn (Hrsg.): Das Plagiat. Der Völkische Nationalismus der Jungen Freiheit Duisburg 1994, ISBN 3927388440 (Ausführlich zur Rolle Molaus bei der Öffnung der Jungen Freiheit für die Neue Rechte)
Weblinks
*
• ?Heimlicher Rechtsextremist - Ex-Waldorflehrer arbeitet künftig für die NPD? Spiegel-Online 29. September 2005
• ?Waldorfschule: Auch die Kinder des rechten Tarnkappenlehres sollen gehen.? Spiegel-Online 2004
• Fernsehbericht bei ARD Panorama / [http://www.ndrtv.de/panorama/data/panorama_schulverbot_fuer_kinder.pdf Skript (PDF)] zur Panorama-Sendung
• "Einig im Hass. Brüder im Ungeist", Frankfurter Rundschau vom 26.04.07 über Andreas Molau
• Molaus Zeichnung beim Teheraner Cartoon Wettbewerb

