Andreas Mand
Andreas Mand (14. Dezember 1959 in Duisburg) ist ein deutscher Schriftsteller.Andreas Mand veröffentlichte 1982 sein erstes Buch "Haut ab. Ein Schulaufsatz". Seine späteren Werke sind größtenteils Romane, wobei die Gattungsbezeichnung stets locker interpretiert ist. Der (Anti-)Held des Debüts, Paul Schade, steht auch im Mittelpunkt weiterer Bücher, in Reihenfolge der Handlungszeit etwa: "Kleinstadthelden" (1996), "Das rote Schiff" (1994), "Paul und die Beatmaschine" (2006) und "Vaterkind" (2001).Berühmt wurde Mand mit seinem detailreichen Kindheits-Bewußtseinsstrom "Grovers Erfindung" (1990), der wie der Nachfolger "Grover am See" (1992) auch komische Qualitäten hat. "Der Traum des Konditors" (1992) ist eine aus historischem Quellenmaterial montierte, dennoch romanhafte Studie über einen Rezitator. "Innere Unruhen" (1984), "Peng. Filmerzählung" (1994) und "Schlechtenachtgeschichte" (2005) sind experimentelle Bücher. Anfang 2007 erschien unter dem Titel "Eine kleine Feile. Demos 1984-89" eine CD mit Archivmaterial aus seiner Arbeit mit Rockbands.
Die Hauptpersonen in den zentralen Romanen sind Jugendliche und unangepasste, junge Erwachsene. Sie gehören oft zur undogmatischen Linken. Während der Entstehung des Frühwerks zählte Mand selbst noch zur Altersgruppe und vermied auch später jede pädagogische Note. Er ist kein Jugendbuchautor.
Ein wiederkehrendes Thema seiner Bücher sind Zensur-Erfahrungen. Vom Verhör einer Schülerzeitungs-Redaktion durch die Schulkonferenz ("Haut ab"), von der Selbstbehauptung als junger Autor gegen die Glättungsversuche einer Jugendbuchredaktion ("Kleinstadthelden") über die Auseinandersetzung mit vermeintlich erfolgsorientierten Musikproduzenten ("Das rote Schiff") bis zur kalkulierten Undankbarkeit gegen großzügige Stipendiumsgeber ("Paul und die Beatmschine") zieht sich ein literatursoziologisch interessanter, roter Faden.
Ein weiteres ständiges Thema ist die große, meist unerfüllt bleibende Liebe. Der Tonfall schwankt zwischen den über lange Passagen heiteren "Kleinstadthelden", dem stellenweise zynischen "Schiff" und dem grüblerischen "Vaterkind" ganz erheblich.
Mand veröffentlicht hauptsächlich in unabhängigen Verlagen. Die ab 1997 so genannten "Paul-Schade-Bänder" erschienen über den Zeitraum eines knappen Vierteljahrhunderts in 4 verschiedenen Verlagen aus 3 (deutschsprachigen) Ländern. Details der abenteuerlichen Publikationsgeschichte kann man teilweise den Romanen selbst entnehmen. Ein erster Versuch, die damals vorliegenden Schade-Bücher in Taschenbuch-Ausgaben als geschlossenen Zyklus wiederzuveröffentlichen, scheiterte Ende der neunziger Jahre aus verlagspolitischen Gründen.
Mand galt als Randerscheinung des Literaturbetriebs, bis Moritz Baßler in "Der deutsche Pop-Roman" (2002) "Grovers Erfindung" und "Grover am See" als wichtige Werke der Popliteratur hervorhob. Bezüge zur deutschen Klassik wären wahrscheinlich Karl Philipp Moritz und Jean Paul. Internationale Einflüsse, speziell aus den USA, sind deutlicher. Mands Interesse für Musik, Kino und moderne Kunst prägt neben der Thematik auch den Stil seiner Bücher.
Werke
* Haut ab, Hamburg 1982
* Innere Unruhen, Hamburg 1984
* Grovers Erfindung, MaroVerlag, Augsburg 1990
* Grover am See, MaroVerlag, Augsburg 1992
* Der Traum des Konditors, Berlin 1992
* Peng, Stuttgart 1994
* Das rote Schiff, MaroVerlag, Augsburg 1994
* Kleinstadthelden, Zürich 1996
* Vaterkind, Salzburg [u.a.] 2001
* Schlechtenachtgeschichte, MaroVerlag, Augsburg 2005
* Paul und die Beatmaschine, MaroVerlag, Augsburg 2006
* Eine kleine Feile. Demos 1984-89, CD, MaroVerlag, Augsburg 2007
Pressestimmen
* zur CD eine kleine Feile am 3. Februar 2007 in der FAZ:
Wer Mands Romane liebt, kommt an dieser CD nicht vorbei(?). Wer aber keine Zeile von ihm gelesen hat, mag in dieser CD immerhin eine der interessantesten deutschen Bands der Achtziger entdecken...
Weblinks
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