Andrés de Urdaneta
Andrés de Urdaneta (1498 in Ordizia; ? 3. Juni 1586 in Mexiko-Stadt) war ein baskischer Augustinermönch, Kapitän und Entdecker. Er wurde bekannt für seine Entdeckung und Kartographierung einer Route quer durch den Pazifik, von den Philippinen nach Acapulco in Mexiko (damals Neuspanien), die später als "Urdanetas Weg" bekannt wurde.Jugend
Urdaneta wurde in Ordizia in der baskischen Provinz Guipuzcoa in Spanien geboren. Er studierte Latein und Philosophie, schlug aber, da er Waise war, eine militärische Laufbahn ein. In den italienischen Kriegen erlangte er den Rang eines Hauptmanns. Nach seiner Rückkehr nach Spanien nahm er das Studium der Mathematik und Astronomie auf, was in ihm das Interesse an der Seefahrt weckte und ihn dazu brachte, sich 1525 der glücklosen Expedition García Jofre de Loaísas zu den Gewürzinseln (heute die Molukken) anzuschließen.
Urdaneta war einer der wenigen Überlebenden der Expedition, denen es gelang, die Gewürzinseln zu erreichen. Dort angekommen, wurde er allerdings von den Portugiesen gefangen genommen.
1534 gelang ihm die Rückkehr nach Europa. Somit gelang Urdaneta die zweite europäische Weltumsegelung (nach einer Reise die neun Jahre dauerte).Mark Kurlansky: The Basque History of the World. Walker & Company, New York 1999. ISBN 0-8027-1349-1, p. 64 König_Karl_I. von Spanien empfing ihn nicht sonderlich herzlich und so kehrte er, geschwächt von seinen Abenteuern, nach Neuspanien zurück und trat dem Augustinerorden bei.
Weitere Seefahrten
Nach dem Tod des Vizekönigs Luis de Velasco 1564, wechselte Neuspanien unter die Verwaltung der Real Audiencia. Diese stattete eine Expedition aus um die Philippinen zu kolonisieren und zu erobern. Dies war von Philipp_II. 1559 angeordnet und Urdaneta als Befehlshaber bestimmt worden. Urdaneta wurde als sehr guter Navigator und Experte für Fahrten in die Indischen Gewässer erachtet. Philip II. schrieb ihm, bot ihm das Kommando an und drängte ihn an der Expedition teilzunehmen. Urdaneta stimmte teilweise zu, weigerte sich aber das Kommando zu übernehmen. So wurde Miguel López de Legazpi zum Leiter ernannt. Die Expedition, die aus dem Flaggschiff Capitana, den Galeonen San Pablo und San Pedro, sowie den Tendern San Juan und San Lucas bestand, setzte am 21. November 1564 die Segel.
Nachdem er einige Zeit auf den Inseln verbracht hatte, entschied Legazpi Urdaneta zurückzuschicken, um eine bessere Route zu finden und Unterstützung aus Neuspanien für die Kolonie auf den Philippinen zu bringen.
Urdaneta segelte am 1. Juni 1565 von San Miguel auf Cebu ab und war gezwungen, bis zu 36 Grad Nördlicher Breite zu segeln, um günstige Winde zu finden. Das Schiff erreichte Acapulco am 8. Oktober 1565 nachdem er 20000 km in 130 Tagen zurückgelegt hatte. 14 seiner Seeleute starben, nur Urdaneta und Felipe de Salcedo, der Neffe Legazpis, waren noch stark genug, um Anker zu werfen.
Nach seiner Ankunft stellte er fest, dass ein Mitglied seiner Expedition, Alonso de Arellano, der sie kurz nach der Ankunft im Hafen verlassen hatte, vor ihnen angekommen war und Barra de Navidad in Jalisco im August desselben Jahres erreicht hatte. Allerdings waren Arellanos Notizen weit unpräziser als Urdanetas und so wurde die dessen Route die berühmtere und vertrauenswürdigere.
Von Mexiko reiste er nach Europa, um Bericht zu erstatten und kehrte danach nach Neuspanien zurück. Er hatte eigentlich vor, weiter zu den Philippinen zu reisen, wurde aber von seinen Freunden davon abgebracht. Er schrieb zwei Berichte über seine Reisen; einen über die Loaísa-Expedition, den anderen über seine Rückreise nach Neuspanien. Ersterer wurde veröffentlicht, der letztere liegt im Generalarchiv für die spanischen Kolonien in Übersee in Sevilla.
Für den Rest des 16. und 17. Jahrhunderts nutzten spanische Schiffe, vor allem die jährliche Galeone von Manila nach Acapulco, Urdanetas Route. Aus einer Reihe von Gründen erforschten die Spanier nie die Pazifikküste Nordamerikas bzw. die meisten (wenn überhaupt welche) Pazifikinseln. Jedoch beanspruchte Spanien bis ins 19. Jahrhundert die Souveränität über den Großteil des Pazifiks.
Weblinks
*http://www.ingeba.org/lurralde/lurranet/lur10/10ubillo/10ubillo.htm Beitrag Andres de Urdanetas zu den geografischen Entdeckungen seiner Zeit (Zeitschrift ?Lurralde? n. 10) (Spanisch, Baskisch, Englisch)
*http://www.enciclopediacatolica.com/a/andresurda.htm Biografie Urdanetas in der Katholischen Enzyklopädie (Spanisch)
Quellen
*Walter McDougal: Let the Sea Make a Noise: Four Hundred Years of Cataclysm, Conquest, War and Folly in the North Pacific. Avon Books, New York 1993.

