André Auguste Edouard Hirschauer
André Auguste Edouard Hirschauer (16. Juni 1857 in Saint Avold, Moselle, Frankreich; ? 27. Dezember 1943 in Versailles, Yvelines, Frankreich) war ein französischer Generalleutnant im 1. Weltkrieg, und anschließend vertritt er Lothringen im Senat von 1920 bis 1936.In seinem Buch ?Deutschlands Krieg in der Luft?, ?Ein Rückblick auf die Entwicklung und die Leistungen unserer Heeres-Luftstreitkräfte im Weltkrieg?, welches er 1921 in der ersten Auflage ? [...] dem Gedächtnis der deutschen Luftstreitkräfte? widmet, schreibt General der Kavallerie Ernst von Hoeppner, ?während des Krieges beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte?, auf Seite 4 ?Unser Hauptgegner, Frankreich, war uns in dieser Beziehung weit voraus. Eine straffe Organisation unter der zielbewu?ten Leitung des Generals Hirschauer sorgte hier vorausschauend und tätig für eine Entwicklung auf breiter Grundlage?.
Leben
Er erblickt das Tagelicht auf N° 20, Rue de Longeville, als Sohn von Charles Edouard Hirschauer, Polizeikommissar, aus Mulhouse Elsa? stammend, und seiner Ehefrau Julie Dufour, aus Embry, Pas de Calais, stammend. Das Ehepaar war seit dem 1. Oktober 1856 in Saint-Avold se?haft.
Nach einer kurzen Schulbildung in Saint-Avold, wählt André Auguste Edouard Hirschauer eine militärische Laufbahn. Nach 1870 verlässt die Familie Saint-Avold, da die Stadt in das Kaiserreich gefallen ist.
Laufbahn
Als junger Hauptmann vermählt er sich 1883 in Pagny sur Moselle (Meurthe et Moselle) mit Marie Elisabeth Claire Joséphine Goussel, geboren in Metz am 24. november 1858. Den Tag darauf fährt die gesamte Hochzeit nach Metz um dort die kirchliche Hochzeit zu feiern, und zwar in der Sainte-Ségolène Kirche.
Er starb in Versailles im alter von 86 Jahren und fand seine letzte Ruhe in der Familiengruft auf dem Friedhof Montparnasse,in Paris.
Die Stadt Saint-Avold verehrt seinen Nahmen indem sie 1918 eine Strasse nach ihm benennt, sowie in 1958 im Anla? seines 100ten. Geburtstages eine Gedächtnis Tafel auf dem Gebäude N° 20 Rue de Longeville anbringt.
Ein Pionier im Dienste der französischen militärischen Luftfahrt.
Er wird mit hohem Erfolg in der Ecole Polytechnique aufgenommen, dann besucht er die Waffenschule der Pioniere die er am Haupt seines Jahrganges verlässt, und wird zum Oberleutnant in dem 1°. Pionierregiment von Versailles ernannt. 1881 bringt er seine Fähigkeiten während eines Feldzuges im Süden von Oran, Algerien, zum schein. Zum Hauptmann befördert (1883) dient er anschließend im Generalstab zu Lille, Nord, bevor er 1888 Professor auf der Offiziersschule von Saint-Cyr, Yvelines, ernannt wird. Anschließend wird er auf die Hochschule der Marine versetzt.
Nochmals schließt er die Kriegsakademie (Ecole Supérieure de Guerre) als Erster ab und erhält rasch die Generalstabsurkunde (Brevet d?Etat Major). Seine Laufbahn wird sich jetzt beschleunigen. Vorab wird er Chef des Kabinetts von General le Mouton de Boisdeffre, Leiter des Generalstabes Heer. Als solcher wird er verschiedene Sonderaufträge im Auftrag der Regierung auszuführen haben, im Balkan, in der Türkei sowie in Afrika.
Nach seiner Rückkehr in Frankreich wendet er sich der militärischen Luftfahrt zu und versucht die heranstammelnde Waffe dem modernen Kampf anzupassen. Von nun an wird er als der ?Vater der Luftwaffe? anerkannt. Nach einigen Befehlshaber Stellen als Oberstleutnant und Oberst in Arras, Pas de Calais, sowie Lille, wird er zum Generalmajor befördert und zum dauerhaften Inspekteur der militärischen Luftfahrt ernannt.
Die militärische Luftfahrt
Im Jahre 1886 wurden 4 Luftschiffkompanien gegründet, eine in jedem der 4 ersten Pionierregimenter. Ab 1900 werden sie in Versailles zusammengefasst und bilden dort das 25°. Pionier Bataillon unter der Leitung von Hirschauer. Diese Luftschiffkompanien umfassten das gesamte Personal der Drachenballone (Cerf-Volants), der Fesselballone, und der Luftschiffe selbst. Es war geplant dass bei einer Mobilmachung, sie auf 8 Kompanien aufschwellen würden, davon 4 Feldluftschifferkompanien und 4 Festungsluftschifferkompanien, welche für Verdun, Toul, Epinal und Belfort verzeichnet waren.
Dabei ist zu betonen dass Drachenballone bei stärkerem Wind eingesetzt wurden, wenn Fesselballone nicht hochgelassen werden konnten. Aber genau wie diese erlaubten die Drachen Beobachtungen durchzuführen (Gelände, Feind, Freund), die feindlichen Artillerie Batterien zu orten (Abschussfeuer), die Märsche bzw. die Aufballungen festzustellen, weiterhin noch die Kampfstellungen bzw. Kampfanlagen, Feldbefestigungen, Hindernisse usw. zu erkennen um anschließend die eigene Artillerie einzuschießen und ihr Feuer per Fernmeldeverbindung zu steuern.
Im September 1909 (Blériot hat am 25. Januar des Jahres als erster den Ärmelkanal überflogen) bestellt General Pierre Auguste Roques, Inspekteur der Pioniere, die fünf erste Flugmaschinen (damals Aérostats genannt) für das Heer und sucht geeignetes Personal um sie zu steuern. Zur Huldigung von Clément Ader beschließt er am 29. November 1911 dass sie von nun an als Flugzeug (Avion) zu bezeichnen sind.
Ein Patriot im Dienste seines Vaterlandes
1914 ist Hirschauer der Kommandierende General einer Pionier Brigade mit den 5°. und 8°. Pionierregimentern von Versailles. Er wird aber bald zum Chef des Stabes der Festung Paris ernannt und arbeitet dort unter dem Befehl von Generaloberst Galliéni (Dieser wurde postum zum General Feldmarschall erhoben).
Vier Monate lang befindet er sich nachher im Kriegsministerium, als Leiter der Abteilung ?Luftschifffahrt?, Zeitpunkt zu welchem er die berühmte französisch-amerikanische Staffel Lafayette in die Welt ruft (1916-1917). Er kann sich aber nicht mit dieser Stelle abfinden während seine Kameraden an der Front stehen und kämpfen.
Er wird sie schnell wieder sehen, als Kommandeur der 29°. Infanterie Brigade, anschließend der 63°. Infanterie Division. Zum Generalleutnant befördert übernimmt er das Kommando des XVIII. Korps, anschließend des IX. Korps, und schließlich als Krönung, die 2°. Armee. Auf allen Fronten eingesetzt nimmt er persönlich an den Schlachten an der Ourcq, in der Champagne (1915) und an der von Verdun (1916) teil.
1917 erobert er Craonne auf dem Chemin des Dames, kehrt dann am Ende des gleichen Jahres nach Verdun zurück um schließlich am 25. November 1918 in die Stadt seiner Vorfahren, Mulhouse, einzumarschieren.
Nach dem Waffenstillstand wird er zum Gouverneur von Strassburg ernannt um dann 1919, nach 45 Dienstjahren, in den Ruhestand zu treten (In den Dätschma Verein wie die Schwaben zu sagen pflegen).
Orden
Die Regierung will ihm Ehren erweisen und erhebt ihnen (1920) zum Grand Croix de la Légion d?Honneur, Groß Kreuz der Ehrenlegion, und es wird ihm die Médaille Militaire verliehen.Vierzehn Staaten, darunter England, die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan, wollen ihn ihrerseits ehren indem sie ihm ihre höchste militärische Orden verleihen.
Hirschauer und die Politik
Hirschauer hängt sehr an seiner kleinen Geburtsstadt und dessen Schutzpatron, Sankt Nabor, und kommt sie oft kurz besuchen, wenn auch sein Zeitplan immer sehr eng ist. Am 24. August 1919 empfängt er dort den Präsidenten Raymond Poincaré in Mitte aller Persönlichkeiten der gesamten Region. Seine Popularität steht zu diesem Zeitpunkt am Zenit. Er kandidiert als Senator des Departement Moselle und am 11. Januar 1920 wird der General mit 735 stimmen im 1. Wahlgang auf der Liste ,Union Républicaine Lorraine? gewählt (Union der Lothringer Republikaner). 1924 und 1932 wird er wieder gewählt.
Als leidenschaftlicher Anhänger der Luftfahrt wird er oft vor dem Hause der Senatoren im ?Palais du Luxembourg? den Haushalt der zivilen und militärischen Luftfahrt sowie später denen der Luftwaffe (seit dem 1. April 1932 unter Minister der Luftfahrt Pierre Cot gegründet) vorzutragen haben. Mehrere Zeitschriften wenden sich an ihn um seine Beiträge zu erhalten, insbesondere La Revue des Deux Mondes (Rundschau der Zwei Welten) in welcher er vor allem Berichte über das Flugwesen erstattet. Dort gibt er die bevorstehende gigantische Umbrüche die den Lufttransport erwarten, bekannt.
Die vier Söhne von General Hirschauer werden alle in der Luftwaffe dienen.

