The Memoirs of Naim Bey
The Memoirs of Naim Bey: Turkish Official Documents Relating to the Deportation and the Massacres of Armenians (auch bekannt als Andoniandokumente oder als Naim-Andonian-Dokumente) ist eine 1920 erstmals in London bei Hodder & Stoughton[http://armenians.com/Genocide/bibliography.html Armenian Genocide Bibliography] erschienene Buchpublikation von Aram Andonian, die mehrere Dokumente auflistet, bei denen es sich angeblich um offizielle osmanische Dokumente handelt. Die Andoniandokumente würden bei Authentizität zweifelsfrei eine zentrale, staatliche Planung des Völkermords_an_den_Armeniern aus erster Hand beweisen, da sie mehrere Dokumente beinhalten, die der jungtürkischen Führung zugesprochen werden. Sie waren lange Zeit das einzige Beweismaterial, das eine zentrale Planung des Völkermords an den Armeniern zu beweisen schien.Wolfgang Gust Der Völkermord an den Armeniern - die Tragödie des ältesten Christenvolkes der WeltNach Angaben von Andonian wurden ihm diese Dokumente von einem türkischen Beamten in Aleppo namens Naim Sefa (Naim Bey) verkauft. [http://www.meforum.org/article/748 Guenter Lewy The Armenian Massacres in Ottoman Turkey: A Disputed Genocide] Die Andoniandokumente wurden vom Armenischen_Nationalrat in Tiflis gekauft und sollten den armenischen Eigenstaatlichkeitsbemühungen während der Pariser Vorortverträge behilflich sein.Aram Andonian The Memoirs of Naim Bey. Turkish Official Documents Relating to the Deportation and the Massacres of Armenians
Seit der ersten Publikation der Andoniandokumente ist deren Authentizität umstritten. Walter Rössler, der deutsche Konsul während des Genozids in Aleppo, hat die Andoniandokumente auf Bitten von Johannes Lepsius kritisch gelesen und befand, dass "die Dokumente dem Gang der Dinge entsprachen und absolut wahrscheinlich" seien. Er merkte an, dass die Authentizität der Dokumente "sehr schwer festzustellen" sei, doch habe er keines gefunden, das "als solches wenig wahrscheinlich" erschien. Nach Ansicht Rösslers könnten "die Dokumente [...] sehr wohl authentisch sein."
Ende 1983 untersuchten zwei türkische Forscher, ?inasi Orel und Süreyya Yuca, die Andoniandokumente. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei diesen Dokumenten um Fälschungen handelte, insbesondere da es große Unstimmigkeiten bei den Datumangaben gibt. Die Datumfehler rührten daher, da im Osmanischen Reich der Islamische Mondkalender galt und der Jahreswechsel nicht beim 1. Januar sondern beim 1. März lag. Der Ersteller der Andoniandokumente müsste laut Orel/Yuca die Tatsache über den Jahreswechsel, der erst im Februar 1917 per Gesetz auf den Januar vorverlegt wurde, schlicht nicht gekannt haben. So kam es vor, dass von vermeintlich aufeinanderfolgenden Dokumenten die umgerechneten Datumangaben nicht aufeinanderfolgten und dass manche Dokumente ein Datum angaben, das umgerechnet nach dem Völkermord an den Armeniern lag. Orel und Yuca gaben des Weiteren an, dass es Diskrepanzen zwischen offiziellen osmanischen Originaldokumenten aus dieser Zeit und den Andoniandokumenten gäbe. Auch wurde das Fehlen von Originalen der Andoniandokumente sowie widersprüchliche Angaben von Andonian in den verschiedenen Auflagen problematisiert. Darüber hinaus gaben Orel und Yuca an, dass die osmanischen Archive keinerlei Hinweis auf die Existenz eines Beamten Naim Sefa geben würden.[http://armenians.1915.googlepages.com/TalatPashaTelegrams.pdf ?inasi Orel, Süreyya Yuca The Talat Pasha Telegrams - Fake]
Der armenische Forscher Vahakn N. Dadrian akzeptierte die Datumunstimmigkeiten, aber gab an, dass sich die beiden türkischen Forscher an manchen Stellen selbst bei der Datumumrechnung geirrt hätten. Dadrian gab an, dass sich die Unstimmigkeiten in den Andoniandokumenten größtenteils aufklären ließen. Die Datumunstimmigkeiten erklärte er als journalistische Schlampigkeiten.
Die Dokumente wurden auch den Unterlagen der osmanischen Inhaftierten auf Malta beigefügt. Allerdings hat die britische Regierung diese Dokumente als weitere Fälschungen, die es zu damaliger Zeit in Konstantinopel häufig gab, bewertet und sie nicht als Beweismaterial verwendet.
Siehe auch
• an den Armeniern]
• Tehlirian]
• Lepsius]
• Andonian|Aram Andonian]
Quellen
Literatur
*Aram Andonian The Memoirs of Naim Bey. Turkish Official Documents Relating to the Deportation and the Massacres of Armenians. With an Introduction by Viscount Gladstone, London 1920, Hodder and Stoughton
*Guenter Lewy The Armenian Massacres in Ottoman Turkey: A Disputed Genocide, University of Utah Press 2005[http://www.meforum.org/article/748]
• Gust] Der Völkermord an den Armeniern - die Tragödie des ältesten Christenvolkes der Welt, München 1993[http://de.geocities.com/earchiv21/gustarm93.htm]
• N. Dadrian] The Naim-Andonian Documents on the World War I Destruction of Ottoman Armenians: The Anatomy of a Genocide, International Journal of Middle East Studies, Cambridge University Press. Vol. 18. 1986.
*?inasi Orel, Süreyya Yuca The Talat Pasha Telegrams - Fake, Ankara 1983[http://armenians.1915.googlepages.com/TalatPashaTelegrams.pdf]
* Türkkaya Ataöv , Gefälschte und authentische Dokumente zur Armenischen Frage, Ankara 1986
* ?inasi Orel, Süreyya Yuca: Ermenilerce Talât Pa?a'ya Atfedilen Telgraflar?n Gerçek Yüzü, Türk Tarih Kurumu Yay?nlar?, Ankara 1983
Weblinks
• Primary Documents: Talaat Pasha's Alleged Official Orders Regarding the Armenian Massacres, March 1915-January 1916'', die englische Übersetzung mancher der Andoniandokumente bei firstworldwar.com

