Anderthalbdecker
Ein Anderthalbdecker ist ein Flugzeug, das über zwei übereinander angeordnete Tragflächen verfügt, die Spannweite einer der beiden Tragflächen (meist die untere) jedoch deutlich geringer ist als die andere. Die Unterscheidung zu einem Doppeldecker ist dabei eher subjektiv gegeben. Der wohl bekannteste Anderthalbdecker ist die Antonow An-2.Ein Anderthalbdecker ist auch die Bezeichnung für einen Omnibus, der in der hinteren Hälfte über ein zweites Deck (Oberdeck) verfügt. Die Form des Anderthalbdeckers wurde 1949 von der Firma Ludewig in Essen erfunden. Diese Omnibusbauform war besonders
im Linienverkehr bis in die 70er Jahre hinein verbreitet. Mit dem Konkurs der Firma Ludewig 1976 wurde die Fertigung des
Anderthalbdeckers von der Fellbacher Karosseriefabrik Vetter fortgesetzt, wo sie bereits 1983 endete. Ein Einzelstück würde 1995
nochmals auf Basis alter Pläne für ein baden-württembergisches Omnibusunternehmen produziert.
Der Aufbau erfolgte vorwiegend auf Fahrgestellen von Büssing (später MAN) und Mercedes-Benz, frühe Einzelstücke entstanden auch
auf Fahrgestellen von Faun, Krupp oder Henschel. Wegen der nicht vorhandenen Möglichkeiten des Fahrgastflusses (ins Obergeschoss führte nur eine schmale Treppe) wurden die Anderthalbdecker zunehmend von Gelenkbussen abgelöst, welche bei gleicher Anzahl von Sitzplätzen mehr Stehplätze und einen höheren Komfort bieten.
Heute sind nur noch wenige Fahrzeuge dieser Bauart erhalten geblieben.

