Anaxagoras
Anaxagoras (griechisch ??????????, 499 v. Chr.; ? 428 v. Chr.) war ein Philosoph der griechischen Antike und Leiter einer Schule. Er stammte aus Klazomenai in Kleinasien und verbrachte den Großteil seines Lebens in Athen.In seinem Werk Über die Natur vertritt er die Ansicht, dass die Welt aus einer Vielzahl winziger, einander ähnlicher Elemente (Homoiomerien) bestehe, die durch einen unpersönlichen Weltgeist (Nous) zu den uns bekannten Substanzen zusammengebracht würden. Die Sonne betrachtete er nicht wie viele seiner Zeitgenossen als Gottheit, sondern als einen rotglühenden Stein, der größer sei als die Peloponnes (Anaxagoras war damit einer der ersten Vertreter des Materialismus).
Nach Aristoteles (384-322 v. Chr.) soll Anaxagoras die Auffassung vertreten haben, dass die Menschen die klügsten Lebewesen seien, weil sie Hände haben. Die Hände seien also die Ursache dafür, dass der Mensch das intelligenteste Lebewesen geworden sei. Dieser materialistischen Erklärung widersprach Aristoteles, indem er ihr seine teleologische Erklärung entgegenstellte. Diesem Erklärungsansatz zufolge haben die Menschen Hände, weil sie die klügsten Lebewesen sind. Die teleologische Erklärung setzt voraus, dass der Kosmos und die Natur zweckmässig und sinnvoll aufgebaut sind. So sind für Aristoteles "Hände ein Werkzeug, und die Natur weist, ebenso wie ein kluger Mensch jegliches Ding immer demjenigen zu, der es gebrauchen kann." (Quelle: Aristoteles, Teile der Tiere IV 10, 687a 8-10). Anaxagoras' Erklärung kommt, und das zeichnet sie aus, ohne diese schwer zu beweisende Prämisse aus. In den modernen Naturwissenschaften ist daher die teleologische wieder durch die materialistische Erklärungsweise verdrängt worden ? statt nach einer causa finalis (Zweck- bzw. Zielursache) wird nach einer causa efficiens (Wirkursache) gefragt.
Anaxagoras war Zeitgenosse von Euripides und Perikles.
Der Irreligiosität (Asebeia) angeklagt, wurde er von Perikles vor der Todesstrafe gerettet, und verbrachte seine letzten zwei, drei Lebensjahre in der Verbannung in Lampsakos.
In Platos Dialog "Phaidon" sagt Sokrates (469-399), er habe sich in seiner Jugend sehr für die Naturwissenschaften interessiert (96A ff) und sich gefreut, in Anaxagoras einen guten Lehrer gefunden zu haben (97D). Er sei dann aber wieder von der Naturphilosophie abgekommen, denn Anaxagoras habe die entscheidende Frage nicht beantworten können, was denn die Vernunft sei, der wir unsere Einsichten in die Beschaffenheit der Natur verdanken. Es sei doch eine Scheinerklärung, zu sagen, dass jemand sich von einem Ort an einen anderen deshalb begebe, weil er zwei Beine habe, sondern die Erklärung müsse sich auf die Gedanken beziehen, die jemanden zu diesem Ortswechsel veranlassen. Dies ist der Ausgangspunkt der Sokratischen Revolution gegenüber den Naturphilosophen. Diese fragten nach der Beschaffenheit der Natur, aber Sokrates fragt nach der Beschaffenheit unseres Denkens.
Weblinks
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• Fragment: Über die Natur
* http://www.anderegg-web.ch/phil/anaxagoras.htm
• Hinweise und Quellen zu Biographie und Lehre
az:Anaksaqor

