Mutterlandspartei
Die Mutterlandspartei (ANAVATAN, türkisch Anavatan Partisi) ist eine politische Partei in der Türkei, die von 1983 bis 2007 bestand.
Gegründet wurde sie 1983 von Turgut Özal. Die Partei ist liberalkonservativ ausgerichtet und tritt für eine freie Marktwirtschaft ein.
Sie stellte die Regierung von 1983 bis 1991 (MP: Turgut Özal) und von 1997 bis 1998 (MP: Mesut Yilmaz), außerdem war sie 1996 und 1999 kurzzeitig an Koalitionsregierungen beteiligt. Sie führte während ihrer ersten Regierungszeit von 1983-89 Wirtschaftsreformen mit dem Ziel einer Privatisierung und Zurückdrängung des staatlichen Einflusses in der Wirtschaft durch und setzte sich für den Beitritt_der_Türkei_zur_EU ein.
Bei den Wahlen zur türkischen Nationalversammlung von November 2002 schaffte sie nicht mehr den Sprung ins Parlament, da sie mit 5,12 % an der 10%-Hürde scheiterte. Inzwischen ist sie aufgrund von Parlamentarierwanderungen jedoch wieder mit 20 Abgeordneten im Parlament vertreten (Stand April 2007).[http://www.tbmm.gov.tr/develop/owa/milletvekillerimiz_sd.dagilim Abgeordnete der 22.Legislaturperiode], [http://www.tbmm.gov.tr/index1.htm Türkische Große Nationalversammlung], abgerufen am 17. April 2007
Um eine besserer Chance für die kommenden Wahlen am 22. Juli 2007 zu haben, schloss sich die ANAP mit der DYP zu neuen Demokratischen_Partei zusammen.
Während die Mutterlandspartei bei der ersten Parlamentswahl nach dem Ende der Militärherrschaft 1983 sowie 1987 noch die absolute Mehrheit erreichte, schmolz ihre Wählerbasis danach und vor allem nach 1999 zunehmend zusammen. Als Grund für diesen Niedergang werden - neben der wachsenden Konkurrenz anderer neugegründeter Parteien, so etwa der programmatisch sehr ähnlichen Partei des Rechten Weges (DYP) - auch der Parteienfilz, interne Flügelkämpfe und Günstlingswirtschaft in der Regierungszeit Özals verantwortlich gemacht. Seit der katastrophalen Wahlniederlage 2002 bemüht sich die Mutterlandspartei um eine personelle und inhaltliche Erneuerung der Partei.
Mitgliederzahl: 3,2 Mio. (1999). Ein Grund für diese relativ hohe Mitgliederzahl ist der generell hohe Organisationsgrad der türkischen Parteien.
Parteivorsitzende
• Özal] (1983-1989),
• Akbulut] (1989-1991),
• Yilmaz] (1991-2002),
• Talip Özdemir] (2003),
• Nas] (2003-2004),
• Mumcu] (seit 2005-2007)
Wahlergebnisse zur Großen Nationalversammlung
*1983: 45,1 % (absolute Mehrheit) -
*1987: 35,3 % (absolute Mehrheit) -
*1991: 24,0 % (115 Sitze) -
*1995: 19,7 % (132 Sitze) -
*1999: 13,2 % (86 Sitze) -
*2002: 5,12% (0 Sitze)
Weblinks
* http://www.anap.org.tr/ (Offizielle Website, Türkisch)
* http://www.kas.de/publikationen/2003/1354_dokument.html (Parteikongress der ANAP von 2003)

