Anastasia (1997)
Anastasia ist ein Zeichentrickfilm der 20th_Century_Fox-Studios aus dem Jahr 1997 vom US-amerikanischen Regisseur Don Bluth. Obwohl nicht von Walt_Disney, kann er es dennoch mit großen Produktionen wie Arielle, die Meerjungfrau aufnehmen. Er wurde 1998 für zwei Oscars in den Kategorien Beste Musik und Bester Song nominiert.
Handlung
Die Tochter des Zaren Nikolai_II., Anastasia, wächst wohlbehütet bei ihrer Familie auf. Doch durch den größten Feind des Zaren, Rasputin, der seine Seele an den Teufel verkauft und die Familie mit dem Tod verflucht, entfacht 1917 die Oktoberrevolution, und nur Anastasia und ihre Großmutter, Großfürstin_Marie, können fliehen, da ein Küchenjunge ihnen einen Weg durch den versteckten Dienstbotentrakt zeigt. Sie wollen mit dem Zug nach Paris fliehen, doch nur ihre Großmutter schafft den Aufsprung auf den Zug, und Anastasia bleibt zurück. Sie wächst in einem Waisenheim auf und hat seitdem keine Erinnerungen an ihre Herkunft oder Familie mehr.
Ungefähr zehn Jahre später. Die Revolution ist schon lange vorbei, aber das Gerücht, dass die Zarentochter Anastasia noch lebt, ist weit verbreitet. Marie hat sich in Paris eine neue Existenz aufgebaut. Anastasia, die wegen ihres Gedächtnisverlustes Anya getauft wurde, soll außerhalb des Waisenhauses einen Beruf ausüben, doch sie versucht lieber, ihre Familie zu finden. Ihr einziger Anhaltspunkt ist ein Medaillon mit der Aufschrift ?Zusammen in Paris", den sie von ihrer Großmutter Marie als Kind bekommen hat, woran sie sich allerdings nicht mehr erinnert. Sie geht nach Sankt Petersburg, und dort trifft sie auf zwei Inhaber eines kleinen Theaters, den väterlichen Vladimir und den jungen Dimitri, die schon seit langem eine Schauspielerin für die Besetzung "Anastasia" suchen, da Marie eine hohe Belohnung für denjenigen ausgesetzt hat, der ihr ihre Anastasia zurückbringt. Inzwischen ist aber Rasputin wieder auf Anya aufmerksam geworden, und er will seinen Fluch mit allen Mitteln zu Ende bringen. Die drei Freunde und ein kleiner Hund mit dem Namen Pooka müssen viele Gefahren bewältigen, um auch nur zu Marie zu gelangen. Die beiden Männer haben Anya auf die Rolle vorbereitet, denn Anya will wissen, ob sie wirklich mit der Zarenfamilie verwandt ist. Nun beginnt ein Spiel zwischen Glauben und Missverständnissen, in das sich schließlich auch Rasputin selbst einmischt. Immer wieder versucht er Anja zu ermorden, jedoch scheitern seine Versuche stets. Zwischen Dimitri und Anja entwickelt sich inzwischen eine romantische Liebesgeschichte. Doch als er durch die Erinnerung Anyas an die Belagerung, dass ein Junge sie mit einer sich öffnenden Wand gerettet habe, herausfindet, dass sie die Prinzessin ist (er war der Küchenjunge von damals gewesen), ist er schockiert. Er zieht sich von ihr zurück, da er "nur" Dienstbote ist und sie eine Prinzessin. Anya, die dagegen herausfindet, dass Dimitri eigentlich nur eine Anastasia-Doppelgängerin gesucht hat, um an das Geld zu kommen, ist zutiefst verletzt. Dimitri ist jedoch derjenige, der Anja mit ihrer Großmutter zusammenführt. Dimitri, der seine Aufgabe als erledigt ansieht, beschließt, wieder nach St. Petersburg zurückzureisen. Am Abend des Balls, wo Anja der Gesellschaft offiziell als Anastasia vorgestellt werden soll, erzählt Marie ihrer Enkelin, die immer noch wegen Dimitris Verhalten verletzt ist, dass dieser die Belohnung nicht angenommen hat, und sie stellt Anyas Entscheidung, sich von nun an der Welt des Adels anzuschließen, in Frage, was sie zum Grübeln anregt. Als sie merkt, dass Pooka hinaus in den Garten läuft, folgt sie ihm und läuft dadurch in Rasputins Falle. Ein für Anya aussichtsloser Kampf beginnt, bis Dimitri erscheint und ihr hilft. Anya besiegt Rasputin schließlich. Sie beschließt, keine Prinzessin zu sein und beginnt mit Dimitri ein neues Leben.
Kritiken & Auszeichnungen
Auszeichnungen
* Nominierung für den Oscar in der Kategorie "Beste Musik" 1998
* Nominierung für den Oscar in der Kategorie "Bester Song" 1998
* Nominierung bei den Academy Awards in den Kategorien "beste Musik" , "Original musikalischer oder Comedy Score" für Stephen Flaherty , Lynn Ahrens und David Newman 1998
* Nominierung bei den Motion Picture Sound Editors für den Golden Satellite Award in den Kategorien "Best Motion Picture - Animated or mixed media" für Don Bluth und Gary Goldman , "Outstanding Original Score" für David Newman , "Outstanding Original Song" für Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Texte) - (Song "Journey to the past") und in der Kategorie "Outstanding Original Song unknown" für den Song "Once upon in December" , 1998
* Nominierung bei den Annie-Awards in den Kategorien "Outstanding Archivement in an Animated Theatrical Feature" , "Outstanding Individual Achievement for Directing in an Animated Feature Prouction" für Don Bluth und Gary Goldman , "Outstanding Individual Achievement for music in an Animated Feature Production" für Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Texte), "Outstanding Individual Achievement for effects Animation" für Peter Matheson , "Outstanding Individual Achievement for Voice acting by a female Performer in an Animated Feature Production" für Don Bluth und Gary Goldman , "Outstanding Individual Achievement for Voice Acting by a female Performer in an Animated Feature Production" für Angela Lansbury (für ihre Rolle als Großfürstin Marie) , "Outstanding Individual Achievement for Voice acting by a Female Performer in an Animated Feature Production" für Meg Ryan als Stimme für die ältere Anastasia und "Outstanding Individual Achievement for writing in an Animated Feature Production" für Eric Tuchman , Susan Gauthier , Bruce Graham , Bob Tzudiker und Noni White , 1998
* Nominierung für den Golden Globe in den Kategorien "Best Original Song - Motion Picture" für Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Texte)für den Song "Journey to the past" und in der Kategorie "Best Original Song - Motion Picture" ebenfalls an Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Texte) für das Lied "Once upon a december" , 1998
* Nominierung bei den Motion Picture Sound Editors für den Golden Reel Award in der Kategorie "Best Song Editing - Animated Feature unknown", 1998
* Gewonnen bei den "Annie Awards" den Award "Annie" hat Hank Azaria in der Kategorie "Outstanding Individual Achievement for Voice Acting by a Male Performer in an Animated Feature Production" für die Stimme als Bartok , 1998
* Gewonnen bei den "ASCAP Film and Television Music Awards" den ASCAP Award haben Lynn Ahrens und Stephen Flaherty in der Kategorie "Most Performed Songs from Motion Pictures" für das Lied "At the beginning" , 1999
* Gewonnen bei den Blockbuster Entertainment Awards den "Blockbuster Entertainment Award" hat der Film in der Kategorie "Favorite Animated Family Movie", 1998
* Gewonnen bei den Broadcast Film Critics Association Awards den "BFCA Award" hat der Film in der Kategorie "Bester Familienfilm" , 1998
* Gewonnen bei der Casting Society of America den "Artios" hat Brian Chavanne in der Kategorie "Best Casting for Animated Voiceover" , 1998
* Gewonnen bei den Kansas City Film Critics Circle Awards den "KCFCC Award" hat der Film in der Kategorie "Bester Animierter Film" , 1998
* Gewonnen bei den Motion Picture Sound Editors den "Golden Reel Award" haben Brent Brooks (Musikeditor) und Tom Villano (Scoring Editor) in der Kategorie "Best Sound Editing - Animated Feature Unknown" , 1998
* Gewonnen bei den Young Artist Awards den "Special Award" hat der Film in der Kategorie "Best Family Feature Film - Animation" , 1998
Kritiken
Das satte Startwocheneinspiel von 15 Mio. Dollar des mit großer Spannung erwarteten Animationsabenteuer aus dem Hause Fox, dass erfolgreich damit ansetzt , Disneys Monopol auf dem Animationsmarkt zu brechen, kann sich sehen lassen ... das kreative Team von D. Bluth und Gary Goldman ... hat das Erflogsrezept des Disney-Studios genauestens analysiert, bis ins kleinste Teil kopiert und versucht, dem ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken. Man nehme eine großäugige, liebenswerte Titelheldin (die ein wenig frecher und damit auch lebhafter als beispielsweise "Pocahontas" ausgefallen ist), einen schauerlichen Bösewicht (hier der übellaunige Zauberer Rasputin, der mit seinem Fluch die russische Revolution auslöst), niedliche Sidekicks (einen schlappohrigen, stummen Hund und eine sprechende Albino-Fledermaus, die für gewitzte Oneliner zuständig sind), einen großherzigen Love Interest mit abzuschleifenden Kanten (Anastasias Beau Dimitri ist nicht nur ehemaliger Küchenjunge, sondern auch ein Kleinganove), komponiere glatte, ansprechende Nummern, besetze die Stimmen mit Schauspielern von Rang und namen (Meg Ryan, Kirsten Dunst, Angela Lansbury) und verwende farbenprächtige, aufwendig gezeichnete Animation ... Zu bemängeln sind die ausgedehnten Höllennummern mit Rasputin und seiner teuflischen Brut, die auf kleine Kinder ein bisschen arg verstörend wirken könnten. Dabei war diese ausgeprägte Betonung dieses Aspekts gar nicht notwendig , da das unterhaltsame Märchen auch so über genügend Romantik und unbestreitbaren Charme verfügt, um vor allem junge Mädchen nachhaltig zu begeistern. ? Kino.de
"Anastasia" ist ein aufwendig gestalteter Zeichentrickfilm, der den Vergleich mit Disney nicht zu scheuen braucht ... wäre Anastasia ein Disney-Streifen gewesen, dann wäre der Film bestimmt ein großer Erfolg geworden ... Unterm Strich bleibt ein perfekter Zeichentrickfilm, der zwar jeden Geschichtsprofessor in Ohnmacht fallen lässt, aber groß und klein werden wohl "Anastasia" in ihr Herz schließen ... besonders gelungen ist der böse Rasputin, der hier und da mal ein Körperteil verliert. ? Zelluloid-Kinomagazin
Wissenswertes
*Der Disney-Look entstand durch Regisseur Don Bluth, der vor seinen Arbeiten an Mrs. Brisby & das Geheimnis von NIMH, Feivel der Mauswanderer und In einem Land vor unserer Zeit Chefzeichner bei Disney war.
• Carter], die das Lied "Once upon a December" (dt. "Es war einmal im Dezember) für den Soundtrack gesungen hatte, erhielt dafür eine Oskarnomienierung.
*Die Sängerin Aaliyah, die den Song "Journey to the past" (dt. Reise durch die Zeit) beisteuerte, starb mit 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz.
Weblinks
*
• Rezension der Filmmusik

