Analhygiene
: Holzspachtel zur Reinigung des Afters nach dem Stuhlgang in Ostasien]]
Mit Analhygiene meint man die Vielzahl der Techniken zur Reinigung des menschlichen Anus nach dem Stuhlgang. In vielen Kulturen werden Stoffe zur Hilfe genommen, die in der entsprechenden Region leicht zu bekommen sind (Sand, Blätter etc.). In der westlichen_Welt wird heute meist das wohlbekannte Toilettenpapier verwendet.
Geschichte
Die Griechen benutzten statt Toilettenpapier Steine und Tonscherben. Die Römer banden einen Schwamm an einen Stock und tränkten diesen in einem Eimer mit Salzwasser. Germanen bevorzugten Stroh und Laub. Im Mittelalter wurde unter anderem Moos benutzt, die Reichen gönnten sich eingeweichte Lappen und Schafswolle. Im Orient benutzte man Wasser, orientalische Nomadenvölker benutzen heute noch Sand zur Afterreinigung. Bei südamerikanischen Kulturen wurde auch die eingeweichte, papierartige Außenhülle von Maiskolben verwendet. Die Chinesen verwendeten als erste Papier auf der Toilette. Für den chinesischen Kaiser wurde im Jahr 1391 Toilettenpapier hergestellt. Schon bald schraubte das kaiserliche Versorgungsamt die Jahresproduktion auf 720.000 Blatt, wobei es sich um Lappen von einem halben Quadratmeter handelte.
In westlichen Ländern wird heute das Toilettenpapier verwendet. Während die meisten US-Amerikaner das Papier zu Kugeln ballen, sind mehr als 90 Prozent der Deutschen "Falter". Sie legen die Blättchen zusammen, bevor sie sich reinigen. Früher wurden oft Schwämme und später Zeitungspapier benutzt.
In Indien, im arabischen Raum sowie in Teilen Südostasiens wird der After mit der (linken) Hand abgewaschen, diese wiederum anschließend gründlich mit Seife gereinigt. Wegen dieser Aufgabe gilt die linke Hand als unrein.
Vorurteile
Den Techniken anderer Kulturen wird dabei jeweils meist mit Ablehnung entgegnet, weil sie als unhygienisch empfunden werden. So sind bspw. die Araber der Meinung, dass der Anus nach der Reinigung mit Toilettenpapier weniger sauber sei als nach der Reinigung mit der Hand und Wasser. Oder für einen Südeuropäer ist es meist kaum vorstellbar, wie man nach dem Toilettengang ohne Bidet eine angemessene persönliche Hygiene gewährleisten kann; Deutsche, Briten und US-Amerikaner gelten daher in ihren Augen oft als "Schmutzfinken".
Siehe auch
Bidet
Weblinks
• Knüller oder Falter - Ärztezeitung
• Innovation von der Rolle - die ZEIT

